In dem Buch "25 beliebte Mythen zum Thema Hochbegabung...und die nackte Wahrheit" werden die beliebtesten Vorurteile über Hochbegabte auf humorvolle, unterhaltsame Weise vor- und von Heinz-Detlef Scheer klargestellt.
Das hier auf die "Normalos" eingeprügelt wird, habe ich nicht so empfunden, schliesslich handelt es sich bei der Thematik ja um die Probleme, die zwischen der grossen Gruppe Normalbegabter und den wenigen Hochbegabten auftreten und demnach werden sie auch genannt, um eben Verständnis füreinander zu erwirken.
Nun stellt sich natürlich die Frage, ob es Fluch oder Segen ist, hochbegabt zu sein. Zum einen ist es sicherlich schön über eine so schnelle Auffassungsgabe zu verfügen, Dinge rasanter zu durchschauen als das gesamte Umfeld und jemanden, der einen gerade mit irgendwelchen Banalitäten nerven will, mit einem gekonnten Kommentar zur Thematik, dem er nicht mehr folgen kann, den Garaus zu machen, aber auf der anderen Seite ist es sicher auch sehr frustrierend.
Ich habe einen (vermutlich) hochbegabten Bekannten und oft tut er mir einfach nur leid, weil er so viel weiss, dieses Wissen gerne in komplexen Strukturen ( für uns Normalos) an sein Umfeld abgeben will, um eine Diskussion darüber in Gang zu bringen oder was noch viel schlimmer ist, er macht Witze, die keiner versteht, weil einfach das Hintergrundwissen fehlt, so dass er die Lacher selten auf seiner Seite hat.
So ein Gespräch ist für beide Seiten frustrierend und wenig ergiebig. Der Hochbegabte wird sich, wenn er den anderen mag, auf dessen Niveau hinabbegeben müssen, um überhaupt ein Gespräch zustande kommen zu lassen, was für ihn sicher irgendwie verschwendete Zeit ist und der Normalo würde gerne, wie es übrigens auch in dem Buch gesagt wird, mitreden, wenn er nur wüsste, worum es eigentlich geht.
Na ja, und wer mag es schon, wenn einem diese Defizite immer wieder unter die Nase gerieben werden. Niemand. Deswegen meiden die meisten Menschen solche wandelnden Selbstbewusstseinsvernichter lieber und wenn es doch mal zu einem Zusammenprall kommt, was sich auf Dauer nicht vermeiden lassen wird, versuchen sie ihnen etwas Negatives anzudichten, um sich selbst wieder aufzuwerten oder testen sie auf Herz und Nieren, um doch noch eine Schwäche zu finden und ihre Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Hoffentlich tragen solche Bücher etwas dazu bei, dass beide Seiten toleranter miteinander umzugehen lernen und sich gegenseitig bereichern.
Fazit: Wenn Sie genug Selbstbewusstsein haben, um sich unter Hochbegabte zu wagen ( man trifft sie in Literaturbüros, Debattier- und Schachclubs, an Universitäten und vielen anderen öffentlichen Plätzen) und auch erniedrigende Erfahrungen ohne Gesichtsverlust aushalten können, räumen Sie die Schubladen ihrer Gedankenbibliothek vorab auf und lesen Sie die "25 beliebten Mythen zum Thema Hochbegabung...und die nackte Wahrheit".
Viel Spass dabei und nehmen Sie es mit Humor, denn Lachen ist gesund und gesund sein wollen wir alle, wenn es mit der Hochbegabung schon nix wird... ;o)