Wer noch nie ein Buch über Lebensmittelindustrie gelesen hat und einen schnelle Einstieg in das Thema sucht, dem sei dieses Buch - mit Vorbehalten, siehe unten - empfohlen.
Relativ lakonisch (und manchmal auch ziemlich polemisch) beschreiben die Autoren die teils doch sehr schauerlichen Herstellungsmethoden der Lebensmittel, die wir Tag für Tag einkaufen. So manches Mal kann einem dabei schon übel werden. Wir haben nach Lektüre manche Einkaufspraktiken abgestellt, kaufen jetzt Lebensmittel bewußter (und teurer) ein, und glauben, daß wir uns besser und gesünder ernähren. Allerdings hat der aufklärerische Eifer der Autoren bei uns so viel Verunsicherung verursacht, daß wir uns nun unsicher sind, ob die Produkte, die wir jetzt kaufen, uns nicht vom Regen in die Traufe führen.
Insofern hat sich das Buch als einerseits hilfreich erwiesen, andererseits weist das Buch aber auch keinen Königsweg auf, der in unserer hochindustrialisierten Gesellschaft aus dem Einkaufsdilemma führen würde.
Es gibt noch weitere Kritik an dem Buch. Zum einen meine ich, daß das Buch mittlerweile veraltet ist. Der Technologiestandard in der Lebensmittelindustrie dürfte sich seit Erscheinungsdatum des Buches (1998) weiterentwickelt haben. Außerdem gibt es in Deutschland inzwischen eine andere Lebensmittelgesetzgebung (dank schwarz/grüner Regierung).
Beide Entwicklungen finden in dem Buch keinen Niederschlag, weil es offenbar seit 1998 unverändert erscheint. Hier wäre etwas mehr Sorgfalt der Autoren bzw. der Lektoren wünschenswert.
Außerdem macht das Buch nicht deutlich, ob es sich bei den Produktionsmethoden um ausschließlich in Deutschland bzw. der EU gebräuchliche Produktionsmethoden handelt. Bei manchen Darstellungen hatte ich das Gefühl, daß es sich um Verarbeitungsmethoden handelt, sie auf der anderen Seite des Atlantik üblich sind. Auch hier wäre eine sorgfältigere Darstellung hilfreich gewesen.