500 Marken, 500 Geschichten, 500 Träume. Weshalb es sich bei Czartowskis Auswahl um die bekanntesten handeln soll, habe ich allerdings nicht herausfinden können. Das ist schade. Denn ich versprach mir von der Lektüre auch Aufschlüsse über das „Warum?", also über marketingrelevante Fragen. Solche Antworten gibt es zwar, aber sie wirken zufällig und müssen oft zwischen den Zeilen herausgeklaubt werden. Gerade der Zufall wäre eines der Kriterien gewesen, nach denen man die Erfolgsstorys durchforsten könnte. Oft wurde ich auch das Gefühl nicht los, der 1965 geborene Wirtschaftsjournalist sei der gegenwärtigen Methode des Recherchierens allzu sehr verfallen. Wo der Zugang zu Informationen leicht ist, steht mehr, wo's aufwändiger wird, steht weniger. Das ist für ein Lexikon im Internetzeitalter zu wenig. Weshalb Geld locker machen, wenn ich Ähnliches gratis haben kann? Sicher, die Sammler und Jäger werden sich überwinden, ein Lexikon ist schliesslich ein Lexikon. Aber dann muss ein Mehrwert her. Spannende Geschichten, die ich im Internet nicht unter den ersten 10 Links oder auf der offiziellen Firmenhomepage finde. Überraschendes, das Unternehmen lieber nicht an die grosse Glocke hängen. Zusammenhänge, die auf Verborgenes hinweisen.
All das wird den potenziellen Lesern zwar im Klappentext versprochen, aber nur zum Teil eingehalten. Hätte der Autor sich tatsächlich an das Werbegelübde gehalten, wären ihm die fünf Sterne sicher gewesen. Aber so? So kriegt er von mir drei Sterne für die Sammeltätigkeit plus einen als Ansporn, beim nächsten Buch etwas weniger flapsig mit dem roten Faden umzugehen.