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Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird: Was die Systemische Evolutionstheorie über unsere Zukunft verrät [Taschenbuch]

Peter Mersch
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

30. Mai 2012
Ob Finanzkrise, Staatsverschuldung, zunehmende Verarmung ganzer Länder und Bevölkerungsschichten, demografischer Wandel, Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Zerstörung der natürlichen Ressourcen: Die Zahl und Schwere der die Menschheit bedrohenden Großprobleme nimmt kontinuierlich zu. Mittlerweile steht die gesamte menschliche Zivilisation auf dem Spiel. Angesichts der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich bekannten einige, politisch eher als konservativ geltende Autoren, sie begännen zu glauben, dass die Linke recht hat.

Peter Mersch zeigt hingegen auf, dass sich die Ursachen der ungünstigen Entwicklungen nicht eindeutig einer politischen Kategorie wie Links oder Konservativ zuordnen lassen, sondern dass wir es hierbei mit einem aus den Fugen geratenen und sich beschleunigenden evolutionären Prozess zu tun haben, bei dem es zu einer Plünderung aller wettbewerbsrelevanten Ressourcen - einschließlich der Humanvermögen - kommt.

Gemäß der Systemischen Evolutionstheorie sind Lebewesen aktive, informationsverarbeitende Systeme, die danach streben, dem thermodynamischen Zeitpfeil unseres Universums über einen möglichst langen Zeitraum zu widerstehen. Dazu verhalten sie sich nachhaltig gegenüber ihren eigenen Kompetenzen und ausbeutend gegenüber ihrer Umwelt. Dies gilt für noch komplexere Systeme - sogenannte Superorganismen -, wie zum Beispiel Unternehmen, genauso.

Insgesamt ergibt sich das Bild einer belebten Welt aus lauter Evolutionsakteuren, die allesamt bestrebt sind, Kompetenzverluste zu vermeiden. Unser Universum - und natürlich auch der Wettbewerb um knappe Ressourcen - zwingt sie zu ihren Verhaltensweisen. Wie der Autor zeigt, lassen sich alle aktuellen Großprobleme der Menschheit auf der Grundlage dieser wenigen fundamentalen Naturprinzipien erklären. Darüber hinausgehende Annahmen sind nicht erforderlich, insbesondere keine politischen.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Umstand, dass in Marktwirtschaften zwei unterschiedliche Systemklassen an Evolutionsakteuren unmittelbar aufeinandertreffen, nämlich Menschen und Unternehmen, wobei Erstere für Letztere primär Ressourcen darstellen. Weil moderne menschliche Gesellschaften mit Geschlechtergleichberechtigung ihr Humanvermögen jedoch gewissermaßen wie Gemeingut verwalten, kommt es unter den Verhältnissen zwangsläufig zum demografischen Wandel und zur gesellschaftsweiten Verarmung.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Entwicklungen auch deshalb so bedrohlich sind, weil sie - trotz der Summe und Schwere der sich dabei offenbarenden Probleme - nicht einmal ansatzweise verstanden werden. Er befürchtet, die beschriebenen Prozesse könnten eine unkontrollierbare Eigendynamik entfalten und schließlich im Krieg enden.

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Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird: Was die Systemische Evolutionstheorie über unsere Zukunft verrät + Systemische Evolutionstheorie: Eine systemtheoretische Verallgemeinerung  der Darwinschen Evolutionstheorie
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 266 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (30. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1477569456
  • ISBN-13: 978-1477569450
  • Größe und/oder Gewicht: 22,9 x 15,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.062.011 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Mehr über den Autor

Peter Mersch, Jahrgang 1949, ist Systemanalytiker und Zukunftsforscher. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten Migräne, Evolutionstheorie, soziokulturelle Evolution, Demografie und Soziologie.

Von ihm stammen die Systemische Evolutionstheorie, das Familienmanager-Konzept und die energetische Migränetheorie.

Daneben beschäftigt er sich mit den Ursachen der Übergewichts- und Demenzepidemie. Auch dazu hat er eigene theoretische und praktische Konzepte vorgelegt.

Seit 2004 betreibt er im Internet das Migräneportal www.migraeneinformation.de.

Stimmen:

Prof. Jochen Oehler über "Systemische Evolutionstheorie": "Eine Reihe von interessanten Ansätzen vonseiten der Molekularbiologie, der Verhaltens- und Soziobiologie einschließlich der Memtheorie haben für bestimmte Bereiche das evolutionäre Erklärungspotenzial zwar erweitert, aber noch nicht zu der erhofften übergeordneten neuen Theorie geführt. Peter Mersch legt nun als Systemtheoretiker mit seiner Systemischen Evolutionstheorie einen umfassenden, vor allem übergeordneten Ansatz vor, der höchste Beachtung verdient."

Prof. Franz Josef Radermacher über "Systemische Evolutionstheorie": "Dies ist ein großartiges Werk. Es ist eine umfassende Darstellung des Gedankens der Evolution unter Einschluss allgemeiner Superorganismen, damit auch von Unternehmen, Staaten und der ganzen Menschheit, was mir thematisch immer schon ein besonderes Anliegen war und ist."

Prof. Klaus Rohde über "Systemische Evolutionstheorie": "Die Systemische Evolutionstheorie unterscheidet sich vom Darwinismus darin, dass sie nicht davon ausgeht, dass sich Individuen (oder Gene) einer Population generell möglichst oft reproduzieren wollen, sondern dass sie unterschiedliche Reproduktionsinteressen besitzen können (wie zum Beispiel verschiedene Kasten von sozialen Insekten). Sie unterscheidet sich von der Soziobiologie, die annimmt, dass individuelle Reproduktionsinteressen das soziale Verhalten bestimmen, darin, dass die soziale Organisation die individuellen Reproduktionsinteressen nicht notwendigerweise auf genetische Art bestimmt. Die darwinsche Erklärung ist ein Sonderfall der Systemischen Evolutionstheorie für Populationen, deren Individuen alle ähnliche Reproduktionsinteressen besitzen.

Mir scheint, dass die Systemische Evolutionstheorie vor allem neues Licht auf die Evolution menschlicher Kulturen im weitesten Sinne, inklusive der Technik und staatlicher Organisation werfen kann, und eingehende kritische Berücksichtigung verdient. Ihre Terminologie ist klar und leicht verständlich, was vor allem auch für die Diskussion des Sozialdarwinismus wichtig ist. Die Annahme von die Evolution vorantreibenden eigendynamischen Evolutionsakteuren im Gegensatz zu rein passiv selektierten Einheiten steht im Einklang mit neueren theoretischen Erkenntnissen, die die Selbstorganisation komplexer Systeme für einen wesentlichen Evolutionsfaktor halten."

Prof. Jürgen Tautz über "Systemische Evolutionstheorie": "Unter den Büchern, die sich mit dem Prozess und den Resultaten von Evolution befassen, ist dieses Buch für mich eines der originellsten seit Langem."

Prof. Gerhard Vollmer über "Systemische Evolutionstheorie": "Die Frage liegt nahe, ob es vielleicht eine übergreifende Evolutionstheorie gibt, die alle oder wenigstens viele evolutive Prozesse umfasst. Peter Mersch legt eine solche Theorie vor. Mit großer Umsicht, wenn auch in eigenwilliger Terminologie, in die man sich hineindenken muss, formuliert er die Prinzipien seiner Systemischen Evolutionstheorie und belegt ihre Anwendbarkeit auf verschiedenen Systemebenen. Es ist geradezu verblüffend, wie sich dabei nichtbiologische Systeme in seine Begrifflichkeit und in seine Prinzipien einpassen. Auch die Unterschiede zur Darwinschen Evolutionstheorie werden deutlich. Einige Probleme dieser Theorie lassen sich dabei elegant darstellen, teilweise auch lösen."

Prof. Klaus Rohde über "Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird": "Das Buch sollte Pflichtlektüre für Politiker und Wirtschaftswissenschaftler sein, die ihren Horizont über gängige Paradigmen hinaus erweitern wollen."

Matthias Horx über "Evolution, Zivilisation und Verschwendung": "Mersch ist ein klassischer Universal-Denker, der durch alle Raster rutscht. In diesem anspruchsvollen Werk schafft er die Synthese aus Systemtheorie und Evolutionstheorie - ganz vorne dran!"

Prof. Franz-Xaver Kaufmann über das "Familienmanager-Konzept": "Das Plädoyer für eine Professionalisierung von Familientätigkeiten hat vieles für sich. Manche werden einwenden, das Familienmanager-Konzept leiste einer Deinstitutionalisierung von Familie weiter Vorschub. Auf jeden Fall spricht der konsequente Vorschlag aber eine bisher kaum bedachte Dimension in der Diskussion um die prekäre Nachwuchssicherung an."

Carl-Peter Ehrensperger über "Migräne - Heilung ist möglich": "Das Buch hat Top-Niveau. Ich selbst habe mehr als tausend Bücher über den Zusammenhang Ernährung und Medizin/Gesundheit gelesen. Ihr Buch kommt vergleichsweise dabei auf die Podest-Plätze. Gratuliere."

Ulrike Gonder über "Migräne - Heilung ist möglich": "Ich finde, dass Sie ein wirklich kluges Buch geschrieben haben. Obwohl ich selbst unter Migräne leide, war mir so vieles nicht bekannt, dass es fast beschämend ist. Jedenfalls lese ich Ihr Buch mit großem Gewinn und möchte Ihnen vor allem Anerkennung dafür ausdrücken, dass Sie so breit und umfassend recherchiert haben - Hut ab!"

Inke Jochims über "Migräne - Heilung ist möglich": "Das Buch ist umfassend recherchiert und gut lesbar geschrieben. Wer unter Migräne leidet, sollte seinen Ansatz in Betracht ziehen."

Stefan Schaub über "Migräne - Heilung ist möglich": "Herzliche Gratulation zu Ihrem Werk, es ist ein gelungener Wurf."

Josef Stocker über "Migräne - Heilung ist möglich": "Nach einer ersten Durchsicht bin ich hellauf begeistert: Endlich ein Buch, das meine Erfahrungen voll bestätigt. Ich hatte selbst bis vor 10 Jahren unter Migräne zu leiden. Bei mir war sie eindeutig mit Kohlenhydraten in Zusammenhang zu bringen, und das fand ich über Dr. Riegler's Migränediät."

Weitere Informationen:

www.miginfo.de: Migräne-Informationsseite
www.mersch.com: Mersch Online AG
systemischeevolutionstheorie.wordpress.com: Systemische Evolutionstheorie (Blog)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Peter Mersch, Jahrgang 1949, ist Systemanalytiker und Zukunftsforscher. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten Migräne, Evolutionstheorie, soziokulturelle Evolution, Demografie und Soziologie. Von ihm stammen die Systemische Evolutionstheorie, das Familienmanager-Konzept und die energetische Migränetheorie. Daneben beschäftigt er sich mit den Ursachen der Übergewichts- und Demenzepidemie. Auch dazu hat er eigene theoretische und praktische Konzepte vorgelegt. Seit 2004 betreibt er im Internet das bekannte Migräneportal www.miginfo.de.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Seit etlichen Jahren mehren sich die schlechten Nachrichten, darunter die folgenden:

  • Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich.
  • Ein wachsender Anteil unter den Menschen kann seinen Lebensunterhalt durch Arbeit nicht mehr sichern.
  • In unserer Gesellschaft werden zu wenige Kinder geboren, das gilt ganz besonders für die gebildete Mittelschicht.
  • Die zukünftige Finanzierbarkeit der Renten, Pensionen und des Gesundheitssystems ist mehr als fraglich.
  • Anteilsmäßig immer mehr Menschen sind chronisch krank.
  • Das Finanzsystem ist instabil und muss häufig staatlich gestützt werden.
  • Viele Staaten sind überschuldet, einige stehen unmittelbar vor dem Staatsbankrott.
  • In vielen unterentwickelten Ländern bekommen die Menschen zu viele Kinder, obwohl gleichzeitig Hunger, Armut und Elend vorherrschen.
  • Die Gefahr des internationalen Terrorismus wächst.
  • Das Klima wandelt sich.
  • Zahlreiche wichtige Ressourcen, inklusive der fossilen Brennstoffe, neigen sich dem Ende zu.
  • Viele biologische Arten sind durch das Wirken des Menschen entweder bereits ausgestorben oder sterben bald aus.
  • Der Mensch entzieht sich sukzessive seine eigene Lebensgrundlage.

Man fragt sich unwillkürlich: Was ist das und was treibt es an? Kann man es aufhalten, oder müssen wir uns auf absehbare Zeit daran gewöhnen? Wird es noch schlimmer werden? Wird die Menschheit vielleicht sogar ganz von unserem blauen Planeten verschwinden?


Angesichts der nicht enden wollenden Finanzkrise bekannten einige, politisch eher als konservativ geltende Autoren, sie begännen zu glauben, dass die Linke mit ihren Thesen und Analysen recht hat. Die beiden Artikel von Charles Moore und Frank Schirrmacher nahmen - wie der Titel andeutet - einen wesentlichen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung des vorliegenden Buches, nicht jedoch auf dessen naturwissenschaftliche und systemanalytische Herangehensweise.


Charakteristische Merkmale unseres Universums sind dessen Expansion und der energetische Zerfall. Sie definieren den kosmologischen und thermodynamischen Zeitpfeil, die Ausdruck seines eigenen Strebens in Richtung Wärmetod sind. Der Kosmologe Stephen Hawking argumentiert in seinem Buch "Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit", dass es intelligentes Leben nur geben kann, wenn sich das Universum ausdehnt und der kosmologische, der thermodynamische und unser eigener psychologischer Zeitpfeil in die gleiche Richtung weisen. Oder in den Worten des Physikers Peter W. Atkins:

    "Indes, mag sie auch noch so verborgen sein, die Triebfeder aller Schöpfung ist der Zerfall, und jede Handlung ist die mehr oder weniger unmittelbare Folge der natürlichen Auflösungstendenz."

Ich stellte mir die Fragen: Angenommen, es stimmt, was die Physiker und Kosmologen behaupten, dass nämlich unser Universum vor ca. 13,75 Milliarden Jahren aus einer Art Singularität beziehungsweise einem Urknall heraus entstanden ist, sich seitdem ausdehnt und zugleich thermodynamisch zerfällt und dabei - ohne den Eingriff eines externen Schöpfers und ausschließlich auf der Grundlage der in ihm geltenden Naturgesetze - die Materie, Milliarden Galaxien, schwarze Löcher, unsere Sonne, die Erde, den Mond, Pflanzen, Tiere und sogar uns Menschen hervorgebracht hat, wir also gewissermaßen nicht die Kinder Gottes, sondern des Urknalls sind, wie konnte es darin dann zu Lehman Brothers und zur Finanzkrise kommen? Oder zu konservativen und linken Gesinnungen? Und was heißt in einer solchen Welt, angesichts von Milliarden Galaxien und schwarzen Löchern, die Linke könnte recht haben? Und schließlich: Was ist eigentlich Leben?


In einem zerfallenden Universum kann es keine dauerhaften passiven Systeme von beliebig großer Komplexität geben, jedenfalls wäre ihr Auftreten extrem unwahrscheinlich. Schon nach kurzer Zeit würden sie sich wieder in Bestandteile auflösen.


Lebewesen sind demgegenüber aktive, informationsverarbeitende Systeme. Sie streben danach, dem universalen Streben nach Zerfall über einen möglichst langen Zeitraum zu widerstehen. Da das Universum in Richtung Zerfall strebt, müssen sie gewissermaßen in die entgegengesetzte Richtung nach Erhalt streben. Hierdurch können sie im Laufe der Zeit zu praktisch beliebiger Komplexität heranwachsen.


Sie haben es als sogenannte selbstreproduktive Systeme beziehungsweise als Evolutionsakteure - durch welchen Mechanismus auch immer - geschafft, gegenüber ihrer Umwelt Kompetenzen zu entfalten, mit deren Hilfe sie aus ihr Ressourcen erlangen können, um ihre Kompetenzen zu reproduzieren, das heißt, zu erhalten und zu erneuern. Ferner streben sie danach, genau das zu tun, denn nur so können sie ihre komplexen Kompetenzen und die mit ihr verbundenen Ordnungszustände - auf Kosten ihrer Umwelt - eine Zeit lang bewahren und gegebenenfalls sogar weiterentwickeln. Anders gesagt: Lebende Systeme versuchen, Kompetenzverluste zu vermeiden. Sie verhalten sich nachhaltig gegenüber ihren eigenen Kompetenzen und ausbeutend gegenüber ihrer Umwelt.


Als das Leben immer zahlreicher und die Ressourcen folglich knapper wurden, kam der Wettbewerb unter den Lebewesen hinzu. Ab da ging es für die lebenden Systeme nicht mehr nur darum, den Anschluss gegenüber dem Streben des thermodynamischen Zeitpfeils nicht zu verlieren, sondern gegenüber dem Streben aller anderen Lebewesen in der gleichen Umwelt auch. Wenn das Leben selbst einen Großteil der Umwelt ausmacht, dann müssen sogar relative Kompetenzverluste - relativ in Bezug auf die Kompetenzen der anderen Lebewesen in der gleichen Umgebung - vermieden werden, um weiterhin am Spiel der Evolution teilnehmen zu können. Unter solchen Verhältnissen bildet sich dann ein auf dem sogenannten Red-Queen-Prinzip beruhender Wettbewerbsmechanismus aus, der unter anderem für Phänomene wie die Gier verantwortlich zeichnet, wie im Laufe des Buches noch erläutert wird.


Das Problem ist nun aber, dass all dies nicht nur für uns Menschen beziehungsweise allgemeiner für Lebewesen gilt, sondern für noch komplexere Systeme - sogenannte Superorganismen -, wie zum Beispiel Honigbienenstaaten und menschliche Unternehmen, genauso. Auch diese Systeme unterliegen dem thermodynamischen Zeitpfeil des Universums. Auch sie sind im Allgemeinen einem Wettbewerb um knappe Ressourcen ausgesetzt. Auch sie würden schon bald zerfallen, wenn sie sich nicht beständig nachhaltig gegenüber ihren Kompetenzen und ausbeutend gegenüber ihrer Umwelt verhielten. Unser Universum - und natürlich auch der Wettbewerb um knappe Ressourcen - zwingt sie zu ihren Verhaltensweisen. Ich rede an dieser Stelle von grundsätzlichen Naturprinzipien unseres Universums und nicht von Sachverhalten, die in irgendeiner Weise "umstritten" sind.


Insgesamt ergibt sich das Bild einer belebten Welt aus lauter Evolutionsakteuren, die allesamt bestrebt sind, Kompetenzverluste zu vermeiden. Statt des gnadenlosen Kampfes ums Dasein steht in ihr das allseitige und fortwährende individuelle Bemühen, sich nicht gegenüber der Vergangenheit und anderen zu verschlechtern, im Vordergrund.


Man kann, wie im Buch gezeigt wird, praktisch alle eingangs angeführten aktuellen Großprobleme der Menschheit auf der Grundlage dieser wenigen fundamentalen Naturprinzipien erklären. Weitere, darüber hinausgehende Annahmen sind nicht erforderlich, insbesondere keine politischen. Man braucht beispielsweise keinen Karl Marx, um die zunehmende Verarmung unserer Gesellschaft prognostizieren zu können. Physik, Evolutions- und Systemtheorie tun es bereits. Dass ich damit indirekt auch behaupte, die Kultur- und Sozialwissenschaften seien eigentlich ebenfalls Naturwissenschaften, versteht sich von selbst. Wenn Menschen keine Geschöpfe Gottes, sondern lediglich Naturphänomene innerhalb unseres Universums sind, bleibt im Grunde keine andere Alternative.


Eine wesentliche Rolle... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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48 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch erhebt einen hohen Anspruch: Es geht Mersch darum, eine neue und allgemeine Theorie zu schaffen, eine komplette Theorie für den gesamten Bereich des Lebens, von der ersten Zelle bis hin zur Pleite von Lehman's, eine Theorie aus EINEM Prinzip. Mir ging es beim Lesen dann aber leider so, dass mir das Meiste schon irgendwie bekannt vorkam. Kaum etwas, was Mersch hier schreibt, ist wirklich neu. Neu ist nur die Verpackung, die Terminologie.

Das Grundprinzip ist folgendes: Alle (energetisch) komplexen Gebilde zerfallen mit der Zeit, es sei denn, es gelingt ihnen, Energie aus der Umwelt abzuzweigen, um dadurch die eigene Struktur zu erhalten. Das lernen schon Kinder im Biologie-Unterricht: Stoffwechsel bedeutet, dass ein Organismus der Umwelt Energie entzieht, um selbst zu überleben.
Daraus entwickelt der Autor dann einen Begriff von "Kompetenz", der genau das bedeutet: Komplexe Strukturen seien mehr oder weniger kompetent darin, den ihnen drohenden Zerfall abzuwenden, eventuell schaffen sie es sogar, den thermodynamischen Pfeil umzudrehen, und Komplexität zu steigern.

Mersch weist darauf hin (und ist nicht wenig stolz darauf), dass nur sein Kompetenz-Begriff es erlaubt, das Verhalten von den ersten Zellen und Viren bis hin zu dem der Menschen und ihren sozialen und wirtschaftlichen Strukturen zu erklären. Das mag aus der Perspektive des Autors stimmen, doch was ist mit einer derartig abstrakten Meta-Theorie gewonnen ? Ich behaupte: wenig bis nichts.

Merschs Kompetenz-Begriff hat, wie ich meine, zwei Schwächen:

***Erstens ist er so allgemein gehalten, dass er für die konkrete Anwendung oder Forschung nicht taugt.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Streben nach Gleichheit führt zum Aussterben 4. Mai 2012
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Als ich den überaus merkwürdigen Titel dieses Werkes mit seiner doppelten Abschwächung der Aussage "Es wird Krieg geben" zum ersten Mal las, schwand ein wenig meine Hoffnung, dass uns die Systemische Evolutionstheorie tatsächlich viel Konkretes über unsere Zukunft verrät. Leider sind meine Ahnungen dann auch eingetreten. Man erhält übrigens im gesamten Text nur einmal gegen Ende eine implizite Andeutung, was wohl den Autor zu diesem Titel geführt hat. Er erklärt dort nämlich kurz und bündig, dass beide bisherigen Weltkriege aus seiner Sicht als Folge der damaligen Bevölkerungsexplosion in Deutschland entstanden. Was diese Aussage allerdings mit dem vorangegangenen Inhalt des Buches zu tun haben soll, hat sich mir nicht wirklich erschlossen.

Wirklich konkret wird dieser Text nur, wenn es um die zukünftige strukturelle Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und deren Folgen geht. Dazu holt der Autor allerdings sehr weit aus. Ohne wirkliche Notwendigkeit für seine späteren Aussagen begibt er sich sofort in einen Spagat zwischen sehr allgemeinen Darlegungen wie dem Streben des Universums zum Wärmetod und politischen Vorgängen, deren Verfallsdatum bereits in wenigen Jahrzehnten erreicht sein wird. Zwischen diesen Erörterungen führt er den Leser in die sogenannte Systemische Evolutionstheorie ein.

Dieses Konstrukt stellt eine Verallgemeinerung der Darwinschen Evolutionstheorie dar und setzt sich das Ziel, sowohl biologische als auch nichtbiologische Evolutionen zu beschreiben. Dazu abstrahiert sie zunächst die Darwinschen Konzepte. Wenn man das in diesem Buch liest, dann hört es sich zunächst recht kompliziert an.
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von et
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Peter Mersch legt hier eine eigentliche Streitschrift vor. Auf der Basis der Systemischen Evolutionstheorie fährt er sowohl dem ideologischen Geschwurbel der Gender-Theoretiker, Feministen/innen, Political- Correctness-Päpsten und anderen Geistes- und Sozialwissenschwaflern an den Karren, als auch den am rückständigen Gen/Mem-Egoismus orientierten Evolutionstheoretikern wie Dawkins.

Dazu genügt ihm als Grundlage eine letztlich in physikalischen Gesetzmässigkeiten fundierte Theorie, die sehr im Einklang mit dem aktuellen Stand des Wissens im Bereich Systemtheorie, Selbstorganisation und Informationstheorie steht.

Die Kernaussage des Buches lässt sich kurz zusammenfassen: Wenn es für die Intelligentesten im Lande unattraktiv wird, selber Kinder auf die Welt zu stellen, für die Dummen aber dank Sozialhilfe attraktiv, viele eigene Kinder zu haben, dann wird die Bevölkerung zwangsläufig dümmer werden. Dieses Dümmer-Werden führt dann zu allerlei negativen Entwicklungen, die letztlich (extrapoliert) zu Wohlstandsverlusten, Unzufriedeneheit, Aufständen und Kriegen führen werden.

Mersch bemüht sich zwar im Schlusskapitel, systemisch nützliche Lösungsansätze aufzuzeigen, glaubt aber offensichtlich selbst nicht an ihre Realisierbarkeit. In einer Demokratie lassen sich Veränderungen, die kurzfristig schmerzhaft, aber langfristig notwendig sind, in der Regel nicht durchsetzen. Dazu würde es schon einer echten Krise (Krieg, Naturkatastrophe etc.) bedürfen.
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