In weniger als einer Minute können Sie mit dem Lesen von Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird auf Ihrem Kindle beginnen. Sie haben noch keinen Kindle? Hier kaufen.

An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

 
 
 

Kostenlos testen

Jetzt kostenlos reinlesen

An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

Lesen Sie Bücher auf Ihrem Computer oder auf anderen Mobilgeräten mit unseren GRATIS Kindle Lese-Apps.
Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird
 
 

Ich beginne zu glauben, dass es wieder Krieg geben wird [Kindle Edition]

Peter Mersch
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

Kindle-Kaufpreis: EUR 7,95
Preis für Prime-Mitglieder: Dieses Buch mit dem Kindle gratis ausleihen Prime berechtigt

  • Einschließlich kostenlose drahtlose Lieferung über Amazon Whispernet

Für Kindle-Besitzer

Als Mitglied bei Amazon Prime können Sie dieses Buch ohne zusätzliche Kosten mit Ihrem Kindle ausleihen. Sie sind noch kein Prime-Mitglied? Jetzt anmelden.

Mit einer Amazon Prime-Mitgliedschaft können Kindle-Besitzer jeden Monat kostenlos, ohne Rückgabefristen und Wartezeiten eines von mehr als 200.000 Kindle eBooks ausleihen. Mehr über die Kindle-Leihbücherei.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Kindle Edition EUR 7,95  
Taschenbuch EUR 15,80  


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ob Finanzkrise, Staatsverschuldung, zunehmende Verarmung ganzer Länder und Bevölkerungsschichten, demografischer Wandel, Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Zerstörung der natürlichen Ressourcen: Die Zahl und Schwere der die Menschheit bedrohenden Großprobleme nimmt kontinuierlich zu. Mittlerweile steht die gesamte menschliche Zivilisation auf dem Spiel. Angesichts der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich bekannten einige, politisch eher als konservativ geltende Autoren, sie begännen zu glauben, dass die Linke recht hat.

Peter Mersch zeigt hingegen auf, dass sich die Ursachen der ungünstigen Entwicklungen nicht eindeutig einer politischen Kategorie wie Links oder Konservativ zuordnen lassen, sondern dass wir es hierbei mit einem aus den Fugen geratenen und sich beschleunigenden evolutionären Prozess zu tun haben, bei dem es zu einer Plünderung aller wettbewerbsrelevanten Ressourcen - einschließlich der Humanvermögen - kommt.

Gemäß der Systemischen Evolutionstheorie sind Lebewesen aktive, informationsverarbeitende Systeme, die danach streben, dem thermodynamischen Zeitpfeil unseres Universums über einen möglichst langen Zeitraum zu widerstehen. Dazu verhalten sie sich nachhaltig gegenüber ihren eigenen Kompetenzen und ausbeutend gegenüber ihrer Umwelt. Dies gilt für noch komplexere Systeme - sogenannte Superorganismen -, wie zum Beispiel Unternehmen, genauso.

Insgesamt ergibt sich das Bild einer belebten Welt aus lauter Evolutionsakteuren, die allesamt bestrebt sind, Kompetenzverluste zu vermeiden. Unser Universum - und natürlich auch der Wettbewerb um knappe Ressourcen - zwingt sie zu ihren Verhaltensweisen. Wie der Autor zeigt, lassen sich alle aktuellen Großprobleme der Menschheit auf der Grundlage dieser wenigen fundamentalen Naturprinzipien erklären. Darüber hinausgehende Annahmen sind nicht erforderlich, insbesondere keine politischen.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Umstand, dass in Marktwirtschaften zwei unterschiedliche Systemklassen an Evolutionsakteuren unmittelbar aufeinandertreffen, nämlich Menschen und Unternehmen, wobei Erstere für Letztere primär Ressourcen darstellen. Weil moderne menschliche Gesellschaften mit Geschlechtergleichberechtigung ihr Humanvermögen jedoch gewissermaßen wie Gemeingut verwalten, kommt es unter den Verhältnissen zwangsläufig zum demografischen Wandel und zur gesellschaftsweiten Verarmung.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen Entwicklungen auch deshalb so bedrohlich sind, weil sie - trotz der Summe und Schwere der sich dabei offenbarenden Probleme - nicht einmal ansatzweise verstanden werden. Er befürchtet, die beschriebenen Prozesse könnten eine unkontrollierbare Eigendynamik entfalten und schließlich im Krieg enden.

Über den Autor

Peter Mersch, Jahrgang 1949, ist Systemanalytiker und Zukunftsforscher. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten Migräne, Evolutionstheorie, soziokulturelle Evolution, Demografie und Soziologie. Von ihm stammen die Systemische Evolutionstheorie, das Familienmanager-Konzept und die energetische Migränetheorie. Daneben beschäftigt er sich mit den Ursachen der Übergewichts- und Demenzepidemie. Auch dazu hat er eigene theoretische und praktische Konzepte vorgelegt. Seit 2004 betreibt er im Internet das bekannte Migräneportal www.miginfo.de.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 626 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 272 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B008A80ESM
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #93.767 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

  •  Ist der Verkauf dieses Produkts für Sie nicht akzeptabel?

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
39 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch erhebt einen hohen Anspruch: Es geht Mersch darum, eine neue und allgemeine Theorie zu schaffen, eine komplette Theorie für den gesamten Bereich des Lebens, von der ersten Zelle bis hin zur Pleite von Lehman's, eine Theorie aus EINEM Prinzip. Mir ging es beim Lesen dann aber leider so, dass mir das Meiste schon irgendwie bekannt vorkam. Kaum etwas, was Mersch hier schreibt, ist wirklich neu. Neu ist nur die Verpackung, die Terminologie.

Das Grundprinzip ist folgendes: Alle (energetisch) komplexen Gebilde zerfallen mit der Zeit, es sei denn, es gelingt ihnen, Energie aus der Umwelt abzuzweigen, um dadurch die eigene Struktur zu erhalten. Das lernen schon Kinder im Biologie-Unterricht: Stoffwechsel bedeutet, dass ein Organismus der Umwelt Energie entzieht, um selbst zu überleben.
Daraus entwickelt der Autor dann einen Begriff von "Kompetenz", der genau das bedeutet: Komplexe Strukturen seien mehr oder weniger kompetent darin, den ihnen drohenden Zerfall abzuwenden, eventuell schaffen sie es sogar, den thermodynamischen Pfeil umzudrehen, und Komplexität zu steigern.

Mersch weist darauf hin (und ist nicht wenig stolz darauf), dass nur sein Kompetenz-Begriff es erlaubt, das Verhalten von den ersten Zellen und Viren bis hin zu dem der Menschen und ihren sozialen und wirtschaftlichen Strukturen zu erklären. Das mag aus der Perspektive des Autors stimmen, doch was ist mit einer derartig abstrakten Meta-Theorie gewonnen ? Ich behaupte: wenig bis nichts.

Merschs Kompetenz-Begriff hat, wie ich meine, zwei Schwächen:

***Erstens ist er so allgemein gehalten, dass er für die konkrete Anwendung oder Forschung nicht taugt. Es handelt sich hier um einen Passe-partout-Begriff, der konzipiert wurde, um alle Lebensbereiche abzudecken, als kleinster gemeinsamer Nenner alles Lebens. Doch dieser Nenner ist so klein, dass er über das Phänomen, um das es konkret geht, nichts mehr aussagt, sondern dann im Einzelfall mit Zusatzannahmen aufgepeppt werden muss, die sich aber aus dem Grundprinzip nicht ableiten lassen.
Ich meine, dass es falsch ist, bei Theorien "abstrakt" mit "gut" gleichzusetzen. In meiner Disziplin, der Psychologie, haben wir schlechte Erfahrungen mit den zwei Theorien gemacht, die für sich beanspruchten, den Menschen "aus einem Prinzip" hergeleitet zu erklären (nämlich Psychoanalyse und Behaviorismus).

Wir sind Kinder des Urknalls, sagt Mersch. Das ist entweder banal oder irreführend. Banal ist es, wenn es bedeutet, dass wir sind materielle Wesen sind. Irreführend ist es, wenn man es streng wissenschaftlich betrachtet. Wir sind Ur-Ur-(x-milliarden Mal Ur-)..Urenkel der ersten Bakterien. Im Bereich des Lebendigen gelten die physikalisch-chemischen Gesetze, plus Gesetze, die sich aus dem Vorhergehenden nicht ableiten lassen, die dem Bereich des Biologischen eigen sind. Dies sind die berühmten emergenten Eigenschaften. So wie Literatur auf den Regeln der Grammatik und des Wortschatzes basiert, und dennoch die Literaturgeschichte nicht aus Grammatik plus Wortschatz abgeleitet werden kann.

Ebenso unsinnig ist es, die sozialen oder ökonomischen Vorgänge aus dem Grundprinzip "Leben ist Kompetenz im Kampf gegen den thermodynamischen Zeitpfeil" erklären zu wollen.
Der Irrtum aller Reduktionisten ist: Weil es einen materialen Zusammenhang gibt, postulieren sie auch einen Erklärungszusammenhang: X ist Y, ergo: X ist nichts als Y.
Das Ergebnis sind Erklärungen, die nichts erklären, von der Sorte: der Mensch ist nichts als ein Tier. Klar ist der Mensch ein Tier, aber er ist ein Tier plus X. Reduktionisten wie Peter Mersch vergessen den Unterschied zwischen einer notwendigen Bedingung von X , und dem hinreichenden Grund von X. Dass ein Wesen wie der Mensch dem Thermodynamischen Zeitpfeil für eine Weile ein Schnippchen schlägt, ist eine notwendige Bedingung für dessen Existenz, aber es ist noch kein hinreichender Grund, und somit auch keine ausreichende Erklärung. Es mag sein, dass Bakterien und Unternehmen den gemeinsamen Nenner haben "Sie verhalten sich nachhaltig gegenüber ihren eigenen Kompetenzen und ausbeuterisch gegenüber ihrer Umwelt" - doch dieser gemeinsame Nenner ist banal ; er erklärt nichts, zumindest nichts Interessantes.

*** Zweitens steckt m.E. hinter dem Begriff "Kompetenz" selbst ein Denkfehler. Wenn Mersch behauptet, dass Kompetenzen vererbt werden, dann ist das nicht richtig. Organismen besitzen bestimmte, ihnen eigene Fähigkeiten, und diese geben sie weiter (in der Natur über ihre Gene, in der Kultur über Traditionen u.ä.). "Kompetent sein", heißt ursprünglich soviel wie "befugt sein", und das bedeutet: Ob ein Organismus eine Fähigkeit hat oder nicht, liegt an ihn selbst. Ob er hingegen kompetent ist, entscheidet die Umwelt. Kompetenz ist demnach Fähigkeit + Kontext.

Die entscheidende Rolle des Kontextes spielt in der Evolutionstheorie die Selektion. Mersch glaubt darauf verzichten zu können, und führt statt dessen den Begriff des "Reproduktionsinteresses" ein, den ich für sehr unglücklich halte. Denn ob sich ein Organismus reproduziert oder nicht, hängt nicht von seinem Interesse ab (alle Organismen sind darauf programmiert, ein solches 'Interesse' zu haben!), es hängt entscheidend von der Umwelt ab.

Eine gute wissenschaftliche Theorie sollte zwei Bedingungen erfüllen: Sie sollte Phänomene, die sich bisher der Erklärung entzogen, erklären können; sie sollte weiterhin verifizierbare Voraussagen machen. Die Systemische ET fällt in beiden Punkten durch. Sie erklärt (a) nichts Neues, (b) nichts Altes auf wirklich neue Weise. Kurz: sie erklärt nichts, was nicht durch bestehende Theorien schon erklärt wird. Sie erklärt schon bekannte und gedeutete Phänomen auf andere Art und Weise, aber ohne dass dadurch irgendein Erkenntnisgewinn abfiele.
Ein gutes Gegenbeispiel ist der von Mersch als bloßer "Spezialfall" seiner eigenen Theorie bezeichnete (oder besser: geschmähte) Neodarwinismus Dawkins'scher Prägung, denn dieser etwa erklärt so diverse Phänomene wie die "kin selection", "meiotic drive", "genomic imprinting" oder auch die "Springenden Gene", um die in letzter Zeit soviel Aufhebens gemacht wird.

Eine letzte Bemerkung zum Schlusskapitel des Buches. Hier sagt Mersch, dass er pessimistisch sei, was den Fortbestand der Menschheit betrifft, aber dann drängte sich mir beim Lesen der Eindruck auf, dass die letzte Chance der Menschheit darin besteht, sich Merschs Theorie zu eigen zu machen. Der Autor plädiert für ein "Mondprogramm" des 21. Jahrhundert, zur Errettung der Menschheit, in das man hauptsächlich "Mathematiker und Naturwissenschaftler" berufen solle (mit anderen Worten: Menschen wie Mersch). Mersch verkennt hier die Grundprobleme :
a) Der Menschheit fehlt es nicht an klugen Köpfen, an klugen Theorien und an technischen Lösungsvorschlägen. All das liegt seit langem auf dem Tisch. Oft genug sind sich die Experten alles andere als einig, beschimpfen sich gegenseitig als Ignoranten ... Aber selbst wenn sich alle Experten einig wären, dann gilt immer noch (b)
b) Im Grunde wissen wir alle, WAS zu tun ist. Das Grundproblem ist die Umsetzung. Was nützt das beste, von Mersch und Co. ausgetüftelte Mondprogramm reloaded, wenn es dann nicht umgesetzt wird, so wie es seit Jahren mit dem dringend notwendigen Klimaschutz passiert? Die Konferenzen scheitern nicht, weil es an klugen Köpfen fehlte !
Die Menschheit kann ihre Probleme nur kollektiv und kooperativ, also politisch lösen. Doch dazu finden sich in diesem Buch keine Anhaltspunkte.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Streben nach Gleichheit führt zum Aussterben 4. Mai 2012
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Als ich den überaus merkwürdigen Titel dieses Werkes mit seiner doppelten Abschwächung der Aussage "Es wird Krieg geben" zum ersten Mal las, schwand ein wenig meine Hoffnung, dass uns die Systemische Evolutionstheorie tatsächlich viel Konkretes über unsere Zukunft verrät. Leider sind meine Ahnungen dann auch eingetreten. Man erhält übrigens im gesamten Text nur einmal gegen Ende eine implizite Andeutung, was wohl den Autor zu diesem Titel geführt hat. Er erklärt dort nämlich kurz und bündig, dass beide bisherigen Weltkriege aus seiner Sicht als Folge der damaligen Bevölkerungsexplosion in Deutschland entstanden. Was diese Aussage allerdings mit dem vorangegangenen Inhalt des Buches zu tun haben soll, hat sich mir nicht wirklich erschlossen.

Wirklich konkret wird dieser Text nur, wenn es um die zukünftige strukturelle Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und deren Folgen geht. Dazu holt der Autor allerdings sehr weit aus. Ohne wirkliche Notwendigkeit für seine späteren Aussagen begibt er sich sofort in einen Spagat zwischen sehr allgemeinen Darlegungen wie dem Streben des Universums zum Wärmetod und politischen Vorgängen, deren Verfallsdatum bereits in wenigen Jahrzehnten erreicht sein wird. Zwischen diesen Erörterungen führt er den Leser in die sogenannte Systemische Evolutionstheorie ein.

Dieses Konstrukt stellt eine Verallgemeinerung der Darwinschen Evolutionstheorie dar und setzt sich das Ziel, sowohl biologische als auch nichtbiologische Evolutionen zu beschreiben. Dazu abstrahiert sie zunächst die Darwinschen Konzepte. Wenn man das in diesem Buch liest, dann hört es sich zunächst recht kompliziert an. Dabei geschieht allerdings nichts weiter, als dass alles, was man in konkreten Systemen sofort verstehen würde, nun mit abstrakten Begriffen belegt wird, unter denen man sich zunächst nichts vorstellen kann.

Natürlich kann eine solche Meta-Theorie durchaus einen Sinn haben. Der Autor preist sie auch Politikern als Richtschnur an, wenngleich er wohl selbst nicht den Optimismus aufbringen wird, um zu glauben, dass diese Leute, die zwischen Ideologien, Sachzwängen und Machtinteressen gefangen sind, jemals irgendwelchen Theorien folgen würden. Obendrein braucht man diese Meta-Theorie für die Kernaussagen des Buches nicht, wenngleich sie natürlich alle Erklärungen vereinfacht, hat man sich mit den entsprechenden Begriffsbildungen erst einmal angefreundet. Ich befürchte allerdings, dass die weniger im Lesen solcher Texte geübten Leser so weit gar nicht kommen werden, weil sie von so viel Abstraktheit abgeschreckt werden.

Wenn man jedoch bis zum 6. Kapitel vorgedrungen ist, kommt man im Folgenden zu den wirklich interessanten Abschnitten dieses Buches. Der Autor erläutert nun nämlich die Folgen, die sich aus dem Streben nach sozialer Gleichheit beider Geschlechter für die Bevölkerungsentwicklung ergeben werden. Da intelligente Frauen aus Karrieregründen nachweislich weniger Kinder gebären und Intelligenz trotz aller anders lautenden Behauptungen von Ideologen selbstverständlich vererbt wird, sinkt zwangsläufig der mittlere IQ der Bevölkerung schrittweise. Das verschärft die sowieso schon vorhandenen demografischen Probleme in Deutschland.

Sehr ausführlich geht der Autor dann auf den völlig unsinnigen, aber politisch nutzbaren "Anti-Biologismus" in linken Ideologien ein, der nach seiner Ansicht nahezu zwangsläufig in einen Totalitarismus münden muss. Kapitel 6 und 7 stellen somit den Höhepunkt dieses Buches dar. Es sind darüber hinaus die einzigen Abschnitte mit einer wirklich begründeten Aussage.

Insbesondere erklärt der Autor hier, welche fatalen Folgen wirklichkeitsfremde Ideologien haben können, wenn sie erst einmal in praktisches Handeln umgesetzt werden. Ginge es nicht um das Schicksal von Gesellschaften, könnte man über die wahrscheinlichen Ergebnisse in ihrer ganzen Absurdität nur lachen. Denn die in Deutschland seit den 1970er Jahren besonders durch den Feminismus angestoßene Entwicklung wird mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass sich hierzulande Strukturen herausbilden werden, die genau das Gegenteil von dem sind, was der Feminismus einst wollte.

Bereits jetzt ist deutlich abzusehen, dass durch Migration ins Land geholte Frauen, die in stark männlich dominierten Familien leben, deutlich mehr Kinder in die Welt setzen als deutschstämmige Mütter. Damit wird sich wahrscheinlich eine Gruppe durchsetzen, die für das eigene Überleben viel robuster organisiert ist als die ursprüngliche deutsche Population.

In den folgenden Kapiteln erläutert der Autor dann die Rolle der Medien und der Wissenschaften in diesem Prozess. Nachdem er im 10. Kapitel noch einmal versucht die Vorteile des evolutionär-systemischen Ansatzes zu verdeutlichen, kommt er dann abschließend zu seinen Schlussfolgerungen für das vorher ausführlich und nachvollziehbar erläuterte Problem. Realistische Vorschläge findet der Leser nun aber leider nicht vor. Man kann beispielsweise eine Kopfgeburt mit Sicherheit nicht durch eine nächste beseitigen, wie sie etwa die vom Autor bevorzugte Idee einer "Familienmanagerin" darstellt.

Offensichtlich konnte sich Mersch beim Schreiben dieses Buches nicht entscheiden, ob er eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben oder die Anwendung seiner Theorie bei der konkreten Problemlösung zeigen sollte. Zwar bildet der versteckte Wunsch des Autors, die Vorteile seiner Systemischen Evolutionstheorie zu demonstrieren, für den willigen Leser vielleicht den roten Faden, doch das ist auch gleichzeitig eine Schwäche des Textes. Aus einer allgemeinen Theorie folgen in der Regel nur allgemeine Aussagen. Und für konkrete Situationen reichen oft die vorhandenen Möglichkeiten bereits aus.

Zu Beginn des Buches werden die sogenannten "Großprobleme" der Menschheit aufgezählt. Abgesehen von der Bevölkerungsentwicklung wird jedoch keines dieser Probleme mit befriedigender Tiefenschärfe diskutiert. Zwar kann man mit der allgemeinen Theorie des Autors all diese Probleme in einem einheitlichen Begriffssystem diskutieren, doch wesentlich neue konkrete Erkenntnisse kommen dabei nicht heraus. Seine Lösungsvorschläge für die "Großprobleme" stellen dann auch eher intellektuelle Gedankenspiele dar und besitzen deshalb kaum eine realistische Umsetzungschance.

Darüber hinaus äußert sich der Autor auch zu Theorien, die er offenbar nicht richtig kennt. An zwei Stellen taucht nämlich plötzlich die Österreichische Schule der Ökonomie auf, die allerdings keine Relevanz zur eigentlichen Aussage des Textes besitzt, der dafür aber Behauptungen unterstellt werden, die sie so niemals getroffen hat. Meine Bewertung dieses Buches orientiert sich an den beiden inhaltlich guten und erhellenden Kapiteln, obwohl es mich insgesamt nicht grundlegend überzeugt hat.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Querdenker mit Sachverstand 6. Mai 2012
Von k_taplan TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Peter Mersch beschreibt dringend zu lösende Probleme der Menschheit und liefert für deren Ursachen mit der systemischen Evolutionstheorie ein erklärungsmächtiges Modell an. Er fordert die bedingungslose Akzeptanz naturwissenschaftlicher Grundprinzipien. Sein Modell beschreibt selbstreproduktive (geordnete) Systeme und geht weit über die Biologie hinaus. Systeme in diesem Sinne sind Lebewesen und Superorganismen (z.B. Unternehmen). Die Systeme streben danach, Kompetenzverluste zu vermeiden und benötigen dafür Ressourcen in Form von Wissen und Energie. Sie verhalten sich nachhaltig gegenüber ihren eigenen Kompetenzen und ausbeutend gegenüber ihrer Umwelt.

Grundlagen für diesen systemischen Ansatz haben u.a. Physiker wie Schrödinger und Hawking geliefert. "Danach [gemeint ist der zweite Hauptsatz der Thermodynamik] nimmt in jedem geschlossenen System die Unordnung oder Entropie mit der Zeit zu …" (Stephen Hawking in "Eine kurze Geschichte der Zeit"). "Das Leben scheint ein geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie zu sein, das nicht ausschließlich auf ihrer Tendenz, aus Ordnung in Unordnung überzugehen [Entropie], beruht, sondern zum Teil auf einer bestehenden Ordnung, die aufrechterhalten bleibt" (Erwin Schrödinger in "Was ist Leben?"). "Nur wenn sie in die gleiche Richtung zeigen [gemeint sind der psychologische, der thermodynamische und der kosmologische Zeitpfeil], sind die Bedingungen für die Entwicklung intelligenter Lebewesen geeignet ..." (Stephen Hawking in "Eine kurze Geschichte der Zeit").

Merschs Theorie ist umfassend; sie steht für ein konsequent evolutionär-systemisches Denken. Sie bietet eine Grundlage für die Kultur- und Sozialwissenschaften, auch wenn Vertreter aus diesen Fachbereichen gewöhnlich mit antibiologistischen Modellen arbeiten. Darwins Evolutionstheorie und Dawkins Theorie der egoistischen Gene lassen sich laut Mersch als Spezialfälle aus der systemischen Evolutionstheorie herleiten. Das Gender-Konzept (siehe z.B. "Gender" von Volker Zastrow) und die Tabula-rasa-Theorie werden ad absurdum geführt.

Aufschlussreich ist die Einbeziehung von Unternehmen in den Systembegriff. "Selbst gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern bringen solche Systeme oftmals kaum mehr Mitgefühl auf, als ein vor einer Meute Raubtiere fliehender barfüßiger Steinzeitmensch gegenüber den Zellen seiner Fußsohlen". Priorität hat das Überleben des Gesamtsystems. Mersch bringt zahlreiche Beispiele für die Vermeidung von Kompetenzverlusten.

Auf vierzig Seiten bietet Mersch Lösungen gegen die Krisen an, die er im Vorwort beschreibt. Er selbst zweifelt, in Kenntnis der Natur des Menschen, an deren Umsetzbarkeit. Diese Zweifel sind berechtigt. Wegen der Selbstbezüglichkeit müssen seine Vorschläge konform zu seiner eigenen Theorie sein; sie müssen sich an dieser Theorie messen lassen. Soweit die Umsetzung von Lösungen mit Kompetenzverlusten verbunden ist, wird es in einer Demokratie kein Einvernehmen für Änderungen geben.

Autor Mersch kreiert mit seiner systemischen Evolutionstheorie, die er an Beispielen erläutert, eine neue Sicht auf die Welt. Ist die Theorie auch falsifizierbar? Hierzu fehlen Aussagen. Gestört hat mich der düstere Titel des Buches. Dennoch handelt es sich um eine lesenswerte Lektüre, da neue Gedanken entwickelt werden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Die neuesten Kundenrezensionen
2.0 von 5 Sternen Lektüre vorzeitig abgebrochen
Mein Neffe ist so begeistert von diesem Buch, dass ich mich genötigt sah es auch anzuschaffen. Normalerweise hätten mich Aufmachung und Titel bereits ab gestossen. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Ada Poor veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Einfach nur! Danke!
Sehr interessante Lektüre und wohl die einleuchtenste Erklärung des demographischen Wandels und seiner Folgen für unsere Gesellschaft. Ich habe verstanden! Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Michael Ulrich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Eine substantielle, fundierte, erhellende Streitschrift
Peter Mersch legt hier eine eigentliche Streitschrift vor. Auf der Basis der Systemischen Evolutionstheorie fährt er sowohl dem ideologischen Geschwurbel der... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von et veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Vielschichtige und umfassende Betrachtung zur gesellschaftlichen...
Zuallererst ist festzustellen, dass das neuste Werk von P. Mersch einen überaus wichtigen und sachlichen Beitrag hinsichtlich der aktuellen qualitativ-quantitativen... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von dare100em veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Völker als Einheiten der Evolution bleiben unbeachtet
Beim Lesen von Peter Mersch kann man es immer wieder begeisternd finden, wie heutzutage wissenschaftsnahe Menschen ganz unabhängig voneinander zu ähnlichen Ergebnissen... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Ingo Bading veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein außerordentliches, bedeutsames Buch.
Seine richtige Einsicht, daß anorganische, biologische, soziale und technische Evolution einen gemeinsamen physikalischen Nenner haben, nennt Mersch "Systemische... Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Volkmar Weiss veröffentlicht
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Ähnliche Artikel finden