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Ratgeber Taschenrechner
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Amazon Ratgeber Taschenrechner

Sie fragen sich, welcher Taschenrechner der richtige für Sie ist? Unser Ratgeber erklärt die Unterschiede im Detail und erleichtert Ihnen die Kaufentscheidung.


Die ersten für die breite Masse erschwinglichen elektronischen Taschenrechner gelangten Anfang der 70er Jahre auf den Markt – viel mehr als die vier Grundrechenarten beherrschten die frühen Geräte jedoch noch nicht. Charakteristisch waren ihre roten LED-Displays, die zusammen mit der Strom fressenden Elektronik für kurze Batterielaufzeiten sorgten. Heute reicht das Spektrum von wissenschaftlichen, über programmierbare bis zu Algebra- und grafikfähigen Taschenrechnern. Preisgünstige Rechner im Scheckkartenformat sind ebenso erhältlich wie spezielle Finanzrechner oder Tischrechner mit bzw. ohne eingebauten Drucker. Zu den wichtigsten Herstellern qualitativ hochwertiger Taschenrechner zählen zum Beispiel Casio, Texas Instruments, Hewlett-Packard, Sharp, Olympia, Citizen und Canon.


Standard-Taschenrechner

Einfache Standard-Taschenrechner decken die wichtigsten Grundfunktionen ab und eignen sich für den alltagsnahen Einsatz im vorwiegend privaten Umfeld. Zu ihren Vorzügen zählen neben den meist sehr günstigen Preisen vor allem Kompaktheit und einfachste Bedienung. Zu den typischen Funktionen und Ausstattungsdetails zählen unter anderem:

Standard-Taschenrechner
  • Zehnstelliges LC-Display
  • Solar- und Batteriebetrieb
  • Leichte und platzsparende Bauweise
  • Speicherfunktion
  • Prozentrechnung
  • Währungsumrechnung
  • Quadratwurzeltaste
  • Korrekturfunktion

Tischrechner

Tischrechner

Bis Anfang der 1960er Jahre waren Tischrechner mechanisch aufgebaut, enthielten Hunderte von Bauteilen und die Anschaffungskosten gingen oft in die Tausende. Dies änderte sich erst mit dem Aufkommen integrierter Schaltkreise, die sämtliche Rechnerfunktionen auf wenige Chips konzentrieren können. Heute sind Tischrechner mit und ohne Druckwerk bereits zu Taschenrechnerpreisen erhältlich. Eingesetzt werden sie vor allem im kaufmännischen Bereich. Daher sind hier in der Regel Funktionen wie Währungsumrechnung, Rundungen, Margen-Funktion oder Steuerberechnung enthalten.

Die Tastaturen sind meist größer ausgeführt als bei Taschenrechnern und ermöglichen eine komfortable Bedienung. Hochwertige Geräte verfügen zum Teil über einen Netzanschluss, so dass eine Versorgung mit Batterien nicht notwendig ist. Dies ermöglicht auch die Verwendung kontraststarker, aber weniger verbrauchsgünstiger LED-Anzeigen. Die integrierten Drucker arbeiten überwiegend nach dem Tintenstrahl- oder Thermoverfahren. Dabei wird ein- oder zweifarbig auf Papierrollen von meist 57 mm Breite gedruckt.

Rechner-Einsatz im Büro

Tischrechner – insbesondere jene mit eingebautem Druckwerk – verschaffen zuverlässig Übersicht auch über größere Zahlenkolonnen. Ihren Einsatz finden sie vor allem im Handel, im Büro (Rechnungswesen) und im Home Office, bei Selbständigen und Freiberuflern sowie bei der Kontrolle des privaten Zahlungsverkehrs und der eigenen Haushaltsausgaben.

Zu den typischen Funktionen und Ausstattungsdetails dieser Geräteart zählen unter anderem:

  • Großes 10- oder 12-stelliges Display
  • LCD- oder LED-Technologie
  • Integrierter Drucker
  • Batterie- oder Netzbetrieb
  • Große, robuste Tasten
  • Speicherfunktion
  • Doppel-Nulltaste
  • Tausenderunterteilung
  • Endsummenfunktion
  • Prozentrechnung
  • Rundungsautomatik

Finanzrechner

Finanzrechner

Finanzrechner sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, im geschäftlichen Umfeld eingesetzt zu werden – insbesondere im Finanz-, Immobilien- und Buchhaltungsbereich. Leistungsfähigere Modelle verfügen (im Unterschied zu den oben aufgeführten Tischrechnern) über Funktionen der höheren Finanzmathematik. Die Tastatur gewährt direkten Zugang zu den wichtigsten Finanzfunktionen, wodurch sich die Arbeit mit einem Finanzrechner schneller und komfortabler gestaltet als mit einem Standardrechner. Einige Typen sind sogar programmierbar, so dass der Benutzer selber Funktionen hinzufügen kann, die über den serienmäßigen Ausstattungsumfang hinausgehen.

Im Folgenden eine Auswahl der möglichen Funktionen und Vorteile dedizierter Finanzrechner:

  • Großes, gut ablesbares Display
  • Doppelnull-Taste
  • Währungsumrechnung
  • Zinsrechnung
  • Rückzahlungsberechnung
  • Statistische und mathematische Funktionen
  • Cashflow-Funktionen
  • Berechnung von Abschreibung und Restbuchwert
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Zeitwertberechnung
  • Amortisierung
  • Steuerberechnung

Wissenschaftliche Taschenrechner

Wissenschaftliche Taschenrechner sind generell dafür konstruiert, beim Lösen von Aufgaben in den Bereichen Wissenschaft, Ingenieurwesen, Mathematik u. ä. zu helfen. Sie eignen sich sowohl für den Einsatz im industriellen als auch im schulischen bzw. universitären Rahmen. Moderne wissenschaftliche Taschenrechner verfügen über eine wesentlich höhere Zahl von Funktionen als herkömmliche Taschenrechner. Im Vergleich zu Standard-Taschenrechnern besitzen wissenschaftliche Taschenrechner zudem häufig Displays, die eine größere Anzahl von Stellen aufweisen (10 bis 12). Auch mehrzeilige Displays sind anzutreffen, in jüngerer Zeit zudem Punktmatrixanzeigen.

Wissenschaftlicher Taschenrechner

Zielgruppe wissenschaftlicher Taschenrechner sind insbesondere Schüler auf weiterführenden Schulen. Je nach Schulform und Klassenstufe empfehlen sich einfache oder fortgeschrittene, grafikfähige oder CAS-Rechner. Die Unterschiede zwischen diesen Gerätegattungen sind in den folgenden Kapiteln aufgeführt. Bei der Auswahl des passenden Rechners gelten für Schüler besondere Regelungen, die im letzten Kapitel näher erläutert werden. Ingenieure und Wissenschaftler werden heute im Allgemeinen deutlich leistungsfähigere Rechner einsetzen (z.B. CAS-Grafikrechner, siehe unten).

Kaufmännische und wissenschaftliche Rechner im Vergleich

Die bei einfachen wissenschaftlichen Taschenrechnern normalerweise anzutreffenden Features umfassen insbesondere:

  • Wissenschaftliche Notation
  • Fließkommaarithmetik
  • Logarithmische Funktionen
  • Trigonometrische Funktionen
  • Exponentialfunktionen
  • Wurzelberechnung im Quadrat und höher
  • Direkter Zugriff auf Konstanten wie Pi und e

Aufwändiger konstruierte wissenschaftliche Taschenrechner bieten meist zusätzlich:

  • Bruchrechnung
  • Analysis
  • Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung
  • Lösen von Gleichungen
  • Komplexe Zahlen
  • Umwandlung hexadezimaler, binärer und oktaler Zahlen
  • Grundlegende Boolsche Algebra
  • Konvertierung von Maßeinheiten
  • Physikalische Konstanten

Programmierbare Taschenrechner

Rechner-Einsatz in der Schule

Programmierbare Taschenrechner besitzen zumeist die Funktionalität wissenschaftlicher Taschenrechner – ergänzt durch die Fähigkeit, Programme abarbeiten zu können. Die Programme dienen im Wesentlichen dazu, komplexe Berechnungsvorgänge zu automatisieren. Eingegeben werden sie in der Regel über die Tastatur des Taschenrechners; abgelegt werden sie im (dauerhaften) internen Speicher, welcher früher häufig durch Magnetkarten ergänzt wurde.

Heute besteht zum Teil die Möglichkeit einer Infrarot- oder Kabelverbindung mit dem PC. Dadurch sind die Taschenrechner in der Lage, fertige Software vom PC zu laden. Auch lassen sich Programme dort komfortabel editieren. Die Eingabemöglichkeiten am Taschenrechner selbst beschränkten sich früher meist auf die Verwendung von fest auf der Tastatur vorgegebenen Befehlen; die Editierungsfunktionen waren rudimentär. Dank mehrzeiliger oder gar grafikfähiger Displays lassen sich jedoch mittlerweile auch im Taschenrechner komfortable Texteditoren realisieren.

Aufgrund flexibler Programmierungsmöglichkeiten können heutige Taschenrechner ein weites Feld von Anwendungen abdecken. Das reicht von Mathematik-, Geometrie- und Physikprogrammen bis hin zu Finanz- und Schulungssoftware sowie Spielen. Fertige Programme finden sich in großer Zahl im Internet. Hilfreich für den eigenen Einstieg sind unter anderem die BASIC-ähnlichen Programmiersprachen, die viele Taschenrechner beherrschen.

Die Zielgruppe entspricht annähernd derjenigen für wissenschaftliche Taschenrechner, in der Hauptsache Schüler und Studenten, die ihre Berechnungen automatisieren möchten und gleichzeitig auf Rechner mit grafischen Fähigkeiten bzw. der Möglichkeit, Gleichungen mit Unbekannten zu lösen, verzichten können.


Grafikrechner

Grafikfähiger Taschenrechner

Grafikfähige Taschenrechner (auch GTR genannt) lassen sich als Weiterentwicklung programmierbarer Taschenrechner betrachten. Erstere besitzen im Allgemeinen die Funktionalität letzterer – plus ein Punktmatrixdisplay, das Ein- und Ausgaben mehrzeilig darstellen und Grafiken (wie etwa Funktionsgraphen oder Diagramme) anzeigen kann. Einige neuere Geräte besitzen mittlerweile sogar hintergrundbeleuchtete Farbdisplays oder können animierte Grafiken darstellen. Höherwertige Modelle verfügen zum über Teil Flash-Speicher; dadurch lässt sich ihr Betriebssystem aktualisieren und zusätzliche Software aufspielen.

Viele Grafikrechner gestatten den Anschluss an externe Geräte wie elektronische Thermometer, Belichtungsmesser, Schallpegelmesser, Wetterstationen, Beschleunigungsmesser und andere Sensoren. Diese Rechner eignen sich daher zum Beispiel für den Einsatz als Datenlogger. Sehr beliebt sind bei den Besitzern der meist programmierbaren Grafikrechner auch Spiele. Für die meisten populären Plattformen existiert eine Vielzahl von durch Anwender geschriebene Games.

Zielgruppe dieser Geräteart sind Studenten, Lehrer, Wissenschaftler und Ingenieure, die Gleichungen numerisch lösen wollen (jedoch nicht algebraisch, also mit Variablen), die Grafikfähigkeiten der Rechner benötigen oder externe Messgeräte anschließen möchten. Real- und Gymnasialschüler sollten vor einer möglichen Anschaffung einen Blick auf unsere unten stehende Tabelle werfen, die verrät, wo und wann grafikfähige Taschenrechner eingesetzt werden dürfen.


CAS-Grafikrechner

Die im vorangegangenen Kapitel vorgestellten Grafikrechner (GTR) arbeiten in der Regel rein numerisch. Das bedeutet, dass zur Lösung von Gleichungen nur numerische Verfahren verwendet werden können. Im Gegensatz dazu sind CAS-Grafikrechner in der Lage, symbolisch zu rechnen. Sie können Gleichungen also algebraisch lösen. Vereinfacht ausgedrückt, lösen CAS-Grafikrechner mathematische Aufgaben nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit symbolischen Ausdrücken (also z.B. mit Variablen).


Rechner-Einsatz an der Uni

Ein Großteil der CAS-Grafikrechner verfügt zudem über eine integrierte Tabellenkalkulation, die eine (teilweise) Kompatibilität zu Microsoft Excel auf Seiten eines verbundenen PC aufweist. Macro-Unterstützung und andere Automatisierungsfunktionen bieten die heutigen Grafikrechner jedoch nicht. Mit Hilfe des integrierten Displays und der enthaltenen mathematischen Funktionen lassen sich Formeln, Grafiken und Tabellen übersichtlich und Verständnis fördernd darstellen.

Studenten, Wissenschaftler und Ingenieure, die mit ihren Taschenrechnern algebraische Gleichungen lösen, Ableitungsfunktionen bestimmen oder Stammfunktionen ermitteln möchten, benötigen einen CAS-Grafikrechner. Gymnasialschüler und Abiturienten empfiehlt sich wiederum der Blick auf die unten stehenden Tabellen. Lehrer sollten mindestens jene Geräteart besitzen, die die von ihnen unterrichteten Schüler einsetzen.

Eine Auswahl der Funktionen, die CAS-Grafikrechner typischerweise beherrschen:

  • Algebraische Gleichungen lösen
  • Algebraische Ausdrücke vereinfachen
  • Lineare Gleichungssysteme lösen
  • Rechnungen mit Matrizen
  • Faktorisierung von ganzen Zahlen und Polynomen
  • Algebraische Integration
  • Mit Dezimalzahlen beliebiger Genauigkeit rechnen
  • Zwei- oder dreidimensionale graphische Darstellung von Funktionen

Einsatz in der Schule

Die Sorge mancher Eltern ist so alt wie der Taschenrechner-Einsatz in der Schule: Verlernt mein Kind durch den Rechnergebrauch das Kopfrechnen? Diese Sorge ist unbegründet. Handschriftliches und Kopfrechnen werden im Unterricht durch häufig wiederholte Lerneinheiten gründlich eingeübt. Das Vermögen, erzielte Rechenergebnisse selbstständig beurteilen zu können, ist ein ebenso wichtiges Unterrichtsziel und anerkanntes Zeichen von Rechenkompetenz. Heutige Lehrpläne berücksichtigen dies.


Zulassungsbestimmungen für die einzelnen Rechnerarten

Vergleichsstudien haben ergeben, dass die Fähigkeit zum Kopfrechnen durch den Rechnereinsatz nicht verloren geht. Es werden im Gegenteil sogar wertvolle neue Kompetenzen hinzugewonnen. So ergaben beispielsweise wissenschaftliche Untersuchungen durch Universitäten und Pädagogische Hochschulen, dass der Einsatz grafikfähiger Taschenrechner die Schüler zu kreativeren Lösungswegen führt, dass die Rechenfähigkeiten erhalten bleiben, dass leistungsschwächere Schüler besonders profitieren und dass der Unterricht deutlich interessanter wird.

Der Einsatz von CAS- und Grafikrechnern ist nicht zuletzt auch eine zeitgemäße Antwort auf aktuelle Veränderungen in Beruf und Ausbildung. Modernste Werkzeuge gewinnen hier immer mehr an Bedeutung – und zwar nicht nur in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen. Der Schulunterricht kann sich vor diesen Entwicklungen nicht verschließen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass heute auch für den Mathematikunterricht weniger Zeit zur Verfügung steht.


Zulassungsbestimmungen für die Abiturprüfung

Grafikfähige Taschenrechner unterstützen Lehrer und Schüler bei der Bewältigung der genannten Anforderungen. Sie helfen beim Lösen komplexer Aufgaben und sparen Unterrichtszeit bei immer wiederkehrenden Rechnungen. Sie schaffen es, Sachverhalte zu veranschaulichen und laden zu experimentellen Herangehensweisen in Bezug auf mathematische Fragestellungen ein. All dies kann zu einem tieferen Verständnis in Mathematik und Naturwissenschaften führen.

Insbesondere der Einsatz von Computeralgebrasystemen (CAS-Grafikrechnern) wird von der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik und dem Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts empfohlen. Die beigefügten Grafiken verschaffen Ihnen einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von CAS- und Grafikrechnern an deutschen Schulen.