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Amazon Ratgeber PC-Komponenten: Mainboards

Alles rund um Mainboards, Prozessoren, Grafikkarten, PC-Gehäuse und Netzteile - erfahren Sie hier alles wichtige rund um das Thema Komponenten. Wie gefällt Ihnen unser Ratgeber? Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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1. Mainboards

Wenn Sie von aktueller Technologie und den rasanten Fortschritten auf dem Rechnermarkt profitieren wollen, muss es nicht immer ein komplett neues System sein. Ist Ihr Rechner älter als vier Jahre, lohnt ein reines Prozessorupgrade meist nicht. Den Anschluss zur neuen Leistungsklasse bei PC & Co finden Sie leichter, indem Sie Mainboard und Prozessor austauschen.


In folgenden Fällen lohnt sich ein Austausch:


Mainboards



1.1 Grundlegendes zu Mainboards

Grundlegendes zu Mainboards



BIOS und UEFI

Das BIOS (Basic Input/Output System) startet nach dem Einschalten und vor dem Laden des Betriebssystems die Hardware des Rechners, damit diese später vom Betriebssystem angesprochen werden kann. Es ist somit eine Schnittstelle zwischen Hardware und Software und hat seinen Sitz auf dem Mainboard. Das BIOS enthält die Informationen zu Hardware und Konfiguration. Beim Vorgang des Bootens prüft der Prozessor die Systemkomponenten in einem POST (power-on-self-test). Bei älteren Windows-Rechnern und dem Start im abgesicherten Modus kann man diesen Vorgang noch sehen, bevor der Windows-Startbildschirm erscheint.
UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) ist der Nachfolger des klassischen BIOS. Das Interface ist netzwerkfähig und es können neue Funktionen genutzt und auch hochauflösende Grafikkarten angesprochen werden. Die Bedienung ist über Mausbefehle möglich. Auf heutigen Mainboards werden meist Mischformen aus BIOS und UEFI genutzt – dennoch spricht man fast immer vom BIOS.
Mit Bioseinstellungen werden Hardware und Performance des Systems direkt beeinflusst. Änderungen sind für den Normalbetrieb so gut wie nie nötig und sollten nur von erfahrenen Anwendern durchgeführt werden. Für Gamer, die ihr System ausreizen möchten, sind vielfältige Einstellungsmöglichkeiten jedoch sinnvoll.


BIOS Update

Achting

Durch ein fehlerhaftes BIOS-Update kann der Rechner dauerhaft den Dienst verweigern. Der PC kann nicht mehr booten und bleibt funktionslos. Im schlimmsten Fall muss das gesamte Board ausgetauscht werden. Ist ein Update unumgänglich, zum Beispiel durch den Einsatz eines neueren Prozessors oder aufgrund häufiger Abstürze und Ausnahmefehler, sollten reine PC-Anwender das Update beim Fachhändler oder in einem PC-Reparaturservice durchführen lassen.



1.2 Sitz des Prozessors: Der Mainboard-Sockel

Der Mainboard-Sockel


Ein zentraler Baustein bei Mainboards ist der Sockel. Auf ihm findet der Prozessor seinen Platz. Sockel und Prozessor sind aufeinander abgestimmt, daher passt nicht jeder Prozessor zu jedem Board.

Aktuelle Prozessor Sockel sind z.B. für Intel: 1155 (Sockel H2), 1156 (Sockel H), 1366 (auch Sockel B oder LGA1366 genannt) oder 2011 (Sockel R oder LGA 2011). Für AMD: AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1 und FM2.


Die wichtigsten Bauformen von Mainboards

Mainboards gibt es in unterschiedlichen Standardgrößen.


Die gängigsten Bauformen


Aktuell gängigste Bauformen sind ATX, Mini ATX und Mini ITX. Die passende Größe des Mainboards hängt davon ab, welche Gehäusegröße Sie nutzen möchten. Auch die Anordnung der Anschlüsse ist durch die Bauform festgelegt. Gehäuse und Mainboard sollten daher denselben Formfaktor aufweisen, dadurch ist gewährleistet, dass sie zusammen passen.

Die kleineren Micro ATX- und Mini ITX-Hauptplatinen passen aufgrund gleicher Bohrungen allerdings auch in ATX-Gehäuse. Sie sind kürzer und haben weniger Erweiterungsslots. Umgekehrt passen Standard ATX-Mainboards nicht in Micro ATX und kleinere Gehäuse. Ausnahmen sind OEM-Boards von herstellerspezifischen Komplettsystemen, die aufgrund anders positionierter Bohrungen nicht immer in Standardgehäuse passen.


Tipp

Achten Sie bei der Neu-Anschaffung Ihres Boards auf ausreichend Platz für Ihre benötigten Komponenten. Die wichtigsten sind: Speicherbänke, PCIe Steckplätze und bei Gaming PCs auch genügend Abstand der Slots zum Beispiel für einen Grafikkartenverbund inklusive Kühlung.


Welche Größe für welchen Zweck?

Für Desktop PC sind Midi-Tower noch immer am weitesten verbreitet. Hier passen alle ATX Boards. Vorteile der größeren Bauform: Für Erweiterungskarten und auch übergroße Grafikkarten ist genügend Platz. High-End-Komponenten benötigen aufgrund der stärkeren Hitzentwicklung eine leistungsfähige Kühlung. Ob Aktiv- oder Passivkühlung – im Miditower gelingt der Wärmeaustausch besser.
Für Gamer sind daher ATX-Tower das ideale Gehäuse für ein High-End-System mit leistungsfähigen Komponenten, die sehr hohe Temperaturen erreichen können.
Wer lediglich einen Rechner für Standardanwendungen und Multimedia sucht, für den kommen auch die kleineren kompakten Gehäuse in Frage. Auch die schmaleren Thin- oder Slimgehäuse sind eine Alternative für alle, die ihrem Rechner weniger Platz einräumen möchten oder können. Je kleiner das Gehäuse, desto besser müssen Sie im Vorfeld überlegen, welche Anschlüsse Sie benötigen, da die internen Erweiterungsmöglichkeiten begrenzt sind.
Für HTPC (Home Theater PC) oder Wohnzimmerrechner setzen sich die Miniformate immer mehr durch. Diese sind teilweise so klein, dass sie sogar hinter den Fernseher passen.

Achtung

Achten Sie bei Mini-PC und kleinen Mainboards auf hochwertige und leise Komponenten und überprüfen Sie die Zahl der benötigten Anschlüsse für Ihre Zwecke vor dem Kauf.
Ideal für kleinere Bauformen sind Onboard-Lösungen für Grafik und Sound. Diese benötigen weniger Strom und Kühlleistung. Für neuere 3D-Spiele sind integrierte Grafiklösungen jedoch nicht geeignet.


Kein Standard für Notebooks

Während ein Board-Upgrade für Desktop PC auch für Nichtprofis recht leicht zu bewerkstelligen ist, sieht das für Notebooks ganz anders aus. Das größte Problem dabei: Im Unterschied zu den stationären Rechnern sind Mainboards für Notebooks nicht standardisiert.
Schon ein Blick auf die Bildergebnisse unter dem Stichwort „Notebook Mainboards“ zeigt unterschiedlichste Formen. Die Boards sind jeweils genau auf das Modell des Herstellers zugeschnitten. Ist die Hauptplatine des Notebooks defekt, kann ein Ersatzboard helfen – aufrüsten können Sie in der Regel nicht.
Den Einbau sollten Sie immer einem Fachhändler oder Reparaturdienst überlassen. Zu schnell sind die filigranen Bauteile beschädigt oder abgebrochen und auch die Einstellungen sind nicht trivial. Für ein sehr altes Notebook außerhalb der Garantie sind mitunter auch die Kosten unverhältnismäßig hoch. Hier ist eine Neuanschaffung eines aktuellen Modells oft sinnvoller.
Innerhalb der Garantiezeit und bei hochwertigen Notebooks lohnt dagegen ein Mainboardtausch. Müssen Sie das Mainboard ohne Garantie tauschen, dann achten Sie auf Hersteller und genaue Bezeichnung des Notebooks und bestellen Sie exakt dieses Board. Haben Sie das Handbuch zum Gerät nicht mehr, hilft ein Blick auf die Homepage des Herstellers. Unter Ersatzteilservice oder Support finden Sie in den meisten Fällen das richtige Board.



1.3 CPU entscheidet über geeignete Mainboards

Im Consumerbereich kommen vor allem CPUs von Intel und AMD zum Einsatz. Liegt der Fokus auf dem Prozessor, entscheiden Hersteller und Baureihe über die Auswahl an passenden Mainboards.
Eine vollständige Übersicht aktueller und älterer Prozessoren und passendem Sockel finden Sie auf den Herstellerseiten bei Intel und AMD.
Haben Sie sich auf eine bestimmte CPU festgelegt, benötigen Sie ein Mainboard mit dem passenden Sockel. Welcher das ist, finden Sie immer in der Artikelbeschreibung des Prozessors. Geben Sie bei der Suche nach einem Mainboard immer den Sockel mit ein, das erleichtert die Auswahl passender Modelle.



1.4 Die wichtigsten Anschlüsse

Mainboards der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich bei gleichem Sockel in der Art und Anzahl der verfügbaren Schnittstellen.


Speicher Steckplätze

Speicher Steckplätze

Welchen Speichertyp das Board unterstützt finden Sie in der Artikelbeschreibung. Wichtig ist, dass die verschiedenen Speichergenerationen wie DDR2 und DDR3 RAM nicht miteinander kompatibel sind, da sie unterschiedliche Steckplätze benötigen. Haben Sie beispielsweise DDR2 Speicher und wollen diesen weiternutzen, dann brauchen Sie ein Board mit DDR2 Slots. Es gibt auch Boards, die Steckplätze für beide Speichertypen besitzen. Die Anzahl der Speichersteckplätze definiert den maximal einsetzbaren Arbeitsspeicher.


Lüfteranschlüsse

Wenn Sie eine High-End-CPU und leistungsstarke Grafikkarte nutzen sind zusätzliche Lüfteranschlüsse wichtig. Lüfter arbeiten im Team und teilen sich die Arbeit. Ist nur ein Lüfter vorhanden muss dieser schneller arbeiten, was zu höherer Geräuschentwicklung und Leistungsdrosselung führt, wenn die Wärme nicht optimal aus dem System transportiert werden kann.


Grafikanschlüsse

Wenn Sie Ihr System aufrüsten wollen und dabei ältere Komponenten behalten wollen, muss das Mainboard die entsprechenden Schnittstellen unterstützen. Für eine ältere Grafikkarte mit AGP-Schnittstelle benötigt das Board einen AGP-Steckplatz.
Aktuelle Boards haben oft keinen AGP-Slot mehr, da der leistungsfähigere Nachfolger PCI-Express (PCIe) deutlich höhere Übertragungsraten ermöglicht.
Eine Alternative zum Kauf einer neuen PCIe-Grafikkarte bieten Systeme mit integriertem Graphikprozessor.


Mehrere Grafikkarten im Verbund: SLI und Crossfire

Wollen Sie zwei oder mehr Grafikkarten im Verbund nutzen, muss das Mainboard diese Funktion unterstützen. Bei Intel mit NVIDIA-Grafikkarten heißt diese Technik SLI (Scalable Link Interface). Mainboards mit AMD-Sockel müssen Crossfire unterstützen. Für den Einsatz einer Verbundlösung müssen mindestens zwei PCIe X16 Slots vorhanden sein.


IDE und SATA

Ältere Laufwerke und Festplatten verwenden den IDE (Integrated Drive Electronics) Standard.
Dieser wird seit einigen Jahren nicht mehr unterstützt. Zum Anschluss von Festplatten und Laufwerken dient stattdessen die schnellere SATA-Schnittstelle.
SATA3 ermöglicht die schnellste Übertragung. Wenn Sie SSD-Festplatten einsetzen möchten, benötigen Sie diesen Anschluss um den Geschwindigkeitsvorteil zu nutzen.


Übersicht: SATA


Tipp

Mit einem IDE – S-ATA Adapter können Sie IDE-Geräte auch mit neuen Mainboards weiternutzen.


PS/2 Port

Wollen Sie kabelgebundene Tastatur und Maus ohne USB-Anschluss verwenden, braucht das Mainboard einen PS/2 Port. Die grüne Buchse kennzeichnet den Maus-Eingang, der lilafarbene Anschluss ist für die Tastatur vorgesehen.
Manche Boards bieten nur einen oder gar keinen PS/2 Anschluss mehr. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, über einen PS/2 – USB-Adapter ältere Geräte weiter zu betreiben.
Wer viele USB Peripheriegeräte einsetzt spart mit vorhandenen PS/2 Ports zwei wertvolle USB-Verbindungen, die dann für andere Geräte genutzt werden können.


USB Anschlüsse – Je mehr desto besser

USB Anschlüsse

Eine Vielzahl von externen Geräten wird über USB an den Rechner angebunden z.B. externe Festplatten und Laufwerke, Drucker, Scanner, Webcam, Dongles für WLAN und Bluetooth, USB-Sticks, Anschlüsse für Digitalkameras und nicht zuletzt Ladeanschlüsse für Smarthpones und Tablets. Daher sollte das Board möglichst viele USB-Ports mitbringen, sechs sind mittlerweile die empfohlene Mindestausstattung.

Neuere Geräte setzen auf den schnellen USB 3.0 Standard, die Ports auf dem Mainboard sind abwärtskompatibel. Somit können Sie auch ältere USB-Geräte nutzen – allerdings in der langsameren Geschwindigkeit.


FireWire Anschluss (IEE1394)

FireWire Anschluss (IEE1394)

Über FireWire lässt sich spezielle Hardware wie Video-Kameras, Musikerhardware und manche Festplatten anschließen. Achten Sie auf schnelle FireWire Anschlüsse wie FireWire 800 wenn Sie solche Geräte besitzen oder anschaffen möchten.


Erweiterungssteckplätze: PCI-Express

Grafikkarten, professionelle Soundkarten, weitere USB-Anschlüsse, Netzwerk-, WLAN- und TV-Karten können Sie über die schnellen PCI-Express Slots anschließen. Dadurch können fehlende Anschlüsse auf dem Board nachgerüstet werden. Die langen Steckplätze für Grafikkarten heißen X16, die kürzeren meist X1.


Tipp

Passt die Karte nicht in den Slot können Sie mit Flex-Flachbandkabeln PCI-Express Karten flexibel im Gehäuse unterbringen.


Übersicht: PCI-Express Steckplätze


PCI-Express ist der Nachfolger des PCI-Standards, die Anschlüsse sind jedoch nicht kompatibel. Verwenden Sie PCI-Karten müssen Sie darauf achten, dass das Board diese in der benötigten Anzahl bereit stellt. Sind zuwenig PCI-Anschlüsse auf dem Board, kann eine PCI-Karte mittels Adapter auch an einem PCIe-Anschluss genutzt werden.

Für die meisten Anwender kommt es bei Auswahl eines geeigneten Mainboards auf eine solide Leistung an. Wer statt eines Fertigsystem Mainboard und Komponenten selbst zusammen stellt, kann den Rechner in Größe und Funktion genau auf seine Bedürfnisse abstimmen.

Teurere Boards verwenden meist höherwertige Anschlüsse, leistungsfähigere Chipsätze und bieten eine Vielzahl an Erweiterungsmöglichkeiten.




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Quellennachweise: NVIDIA Gmbh, amazon.de, shutterstock.com, fotolia.de, istockpictures.com



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