Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
attac. Was wollen die Globalisierungskritiker?
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

attac. Was wollen die Globalisierungskritiker? [Taschenbuch]

Christiane Grefe , Mathias Greffrath , Harald Schumann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch --  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 229 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 1 (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349961636X
  • ISBN-13: 978-3499616365
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 407.750 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Christiane Grefe
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Christiane Grefe auf Amazon

Produktbeschreibungen

Change X

Es war kein Leitartikel, den der Journalist Ignacio Ramonet Ende 1997 in Le monde diplomatique veröffentlichte; es war ein Manifest. Eine "Entwaffnung der Märkte" forderte der Franzose sowie mehr Souveränität für die Nationalstaaten, die von den internationalen Konzernen zu "Gesellschaften ohne Macht" degradiert würden. Im Gegensatz zu anderen Kritikern präsentierte Ramonet einen Lösungsvorschlag: Mithilfe der Tobin-Steuer auf Spekulationsgewinne könnte man einerseits Spekulanten wie George Soros einschüchtern und andererseits mit den Einnahmen Globalisierungsfolgen wie Armut lindern. Es fehle, so Ramonet, eine Nichtregierungsorganisation, die gemeinsam mit Gewerkschaften und sozialen Organisationen Druck auf die Regierungen ausübe.

In den nächsten Wochen trafen in der Pariser Redaktion 5.000 Briefe ein, die Ramonet aufforderten, eine solche NGO zu gründen und Unterstützung anboten. So wurde am 3. Juni 1998 die "Association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens" gegründet, die seit den Protesten in Seattle und Genua als attac weltweit bekannt ist. attac, das sind die Globalisierungskritiker, denkt der Normalbürger; und der Stern erklärte attac zur "Organisation des Jahres 2001". Die Aufregung nach dem Tod von Carlo Giulani in Genua hat sich gelegt und so scheint es an der Zeit, die Entstehungsgeschichte, Erfolge und die Chancen der Bewegung zu beleuchten und zu hinterfragen. Die Journalisten Christiane Grefe (ZEIT), Mathias Grefrath und Harald Schumann (SPIEGEL) haben den Versuch gewagt und es entstand ein schlankes, kluges Buch. Wer nicht seit Jahren alle Zeitungsartikel über Globalisierung archiviert hat, sondern sich umfassend und schnell über attac informieren will, wird zufrieden sein. Das Buch vereint die freche SPIEGEL-Sprache mit den hintergründigen ZEIT-Analysen und ist stets kurzweilig zu lesen.

Bevor der Leser jedoch etwas von der Gründungsgeschichte erfährt, hat er eine 80-seitige Schilderung der Hauptprobleme der Globalisierung vor sich - getreu der attac-Überzeugung, wonach der Bürger zunächst "ökonomisch alphabetisiert" werden müsse, bevor er mitreden könne.

Der zweite Teil des Buches berichtet von den attac-Anfängen und der schnellen Expansion: Seit 1998 wurden 30 Landesverbände in Europa, Afrika und Nordamerika gegründet. In Deutschland fand der erste attac-Kongress im Oktober 2001 mit 3.000 Teilnehmern in Berlin statt, die über die Finanzcrashs in Südostasien oder die Sweat-Shops in Mexiko diskutierten. Die Stimmung war so euphorisch, dass die Frankfurter Rundschau über "beseelte Kirchentagsatmosphäre" lästerte. Doch zumindest das Organisationsteam, das vom niedersächsischen Verden aus die Planung koordiniert, weiß, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt, um die Euphorie zu bewahren und erfolgreich sein zu können.

Einen Schwerpunkt setzen die Autoren selbstverständlich auf die Beschreibung der deutschen Gruppe. Vor allem im Vergleich zu Frankreich fehlt den deutschen Attacis eine Identifikationsfigur wie der Bauer José Bové, der mit dem Traktor einen McDonald's zerstörte und seitdem den Status eines Popstars hat. In Deutschland heißt das prominenteste Mitglied Konstantin Wecker, dem man ebenso wenig eine exponierte Rolle geben möchte wie Oskar Lafontaine. Entscheidender ist jedoch, dass es bislang keine klare Organisationsstruktur von attac Deutschland gibt: Kein Sprecher, kein Präsident, kein Vorstand. Im Moment arbeiten die lokalen Gruppen selbstständig nach dem Motto "Diskutieren, Umsetzen, Ergebnis", während die Zentrale Material bereitstellt, sich um die PR-Arbeit kümmert und auch den Etat von immerhin 400.000 Euro im Jahr 2002 verwaltet. Die Diskussion, wie sich attac organisieren soll, ist noch nicht beendet. Man möchte niemandem ein "Podest zur politischen Profilierung geben" und eigentlich auch den Netzwerk-Charakter erhalten. Allerdings ist abzusehen, dass man mit dem Konsensprinzip nicht weiterkommt und sich im "thematischen Supermarkt" zu verirren droht. Der Vorwurf des Autorengespanns Grefe/Grefrath/Schumann: attac Deutschland hat bislang noch keinerlei Prioritäten gesetzt, obwohl dies "aus Kapazitätsgründen" dringend nötig wäre.

Nur mit einer klaren Führungsspitze wird es auch gelingen, einheitlich aufzutreten, um sich von Gewalttätern nicht die Arbeit kaputt machen zu lassen. Der Ex-Vorstand der Deutschen Bank, Thomas Fischer, machte in einem Gespräch mit den Autoren deutlich, dass er in vielen Punkten mit attac übereinstimme. Doch solange attac mit Randalierern in Verbindung gebracht werde, könne er nicht beitreten. Eine breite Unterstützer-Basis ist jedoch nötig, um attac-Themen auf die Tagesordnung zu setzen. Im April 2002 hat die deutsche Sparte 5.000 Mitglieder, in Frankreich sind es 30.000. Bislang haben sich 53 Abgeordnete des Bundestags (SPD/PDS/Grüne) für die Einführung der Tobin-Steuer ausgesprochen. Das Verhältnis zur rot-grünen Regierung ist gespannt - vor allem die Grünen fürchten, dass das Netzwerk ihnen die letzten Linken klaut. Allerdings sagte Bundeskanzler Schröder zuletzt, er habe großes Verständnis für die Bewegung - aber "ausdrücklich nicht für den Krawallblock".

Selbstverständlich muss man attac Deutschland zunächst noch Zeit geben. Jede neue Bewegung zeichnete sich anfangs durch Einseitigkeit, Widersprüchlichkeit, Zuspitzung und Emotionalität aus. Und doch haben die Autoren mit ihrer Analyse vermutlich Recht. Die Zeit drängt: Sollte attac in den nächsten fünf Jahren keine Kernforderung (Einführung der Tobin-Steuer, Demokratisierung des IWF etc.) durchsetzen können, sehen die Autoren schwarz: Dann wäre die Organisation "vom Zerfall bedroht". Die Empfehlung des Autorentrios: Schulterschluss mit den Gewerkschaften. So ließe sich die politische Unabhängigkeit wahren. Und: verbesserte Zusammenarbeit mit den anderen Landesverbänden (vor allem in Frankreich und den USA). "Nur eine wirklich internationale Bewegung hat eine Chance, das Meinungskartell der Marktbefürworter in den Weltmedien zu überwinden."

-- changeX -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

"Globalisierung von unten - entwaffnet die Finanzmärkte!"
Unter diesem Leitspruch hat sich eine Bewegung formiert, die weltweit gegen die Auswüchse der Globalisierung und für eine gerechte Verteilung des Wohlstands kämpft. Immer mehr Menschen, auch in Deutschland, schließen sich dem Netzwerk von Attac an. Das erste Buch über die spektakuläre Protestbewegung, die im Begriff ist, die Agenda der Weltpolitik zu verändern.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Werbebroschüre für Attac 8. September 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Attac ist in aller Munde. Das Buch von Christiane Grefe, Mathias Greffrath und Harald Schumann vermittelt einen Einblick in Ideologie und Hintergründe der Bewegung, wobei es sich bei Attac nicht nur um eine Vereinigung zur Einführung der Tobin-Steuer (Assocication pour une Taxation des Transactions Financieres pour l'aide aux Citoyens) handelt. Wer in dem Buch eine Analyse und Bewertung der Ziele und Aktionen von Attac sucht, wird enttäuscht. Im Beitrag von Harald Schumann "Die Globalisierung folgt dem falschen Programm" wird ein polemischer, unwissenschaftlicher Stil gepflegt, wobei durch Andeutungen und ungesicherte Behauptungen ein Bild der Welt erzeugt wird, in dem die Guten und die Bösen für jedermann leicht erkennbar sind. Die Bösen sind vor allem die US-Amerikaner und ihre neoliberalen Agenten, die die Globalisierung zum Schaden der Guten unerbittlich vorantreiben. Die Beiträge der anderen Autoren, die Entwicklung und Aktivitäten der franösischen und der deutschen Attac-Organisation darstellen, sind ebenfalls so sehr von Begeisterung geprägt, daß an ihrer Objektivität gezweifelt werden darf. Vor dem Hintergrund dieser Beiträge sind die Interviews, die am Ende des Buchs abgedruckt sind, außerordentlich wertvoll, da sie auf wenigen Seiten eine Fülle von wichtigen Aspekten zu Attac aufzeigen. Besonders lesenswert sind die Interviews mit dem Polit-Veteranen Cohn-Bendit und dem Banker Thomas Fischer.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von pge97afn
Format:Gebundene Ausgabe
Wer gemerkt hat, dass es schick ist, von attac gehört zu haben, oder gar einen attacie zu kennen, sollte dieses Buch lesen, um eventuellen Nachfragen begegnen zu können, die sonst Chic in Pein verwandeln. Doch das ist nicht der einzige Grund. Im ersten Teil setzt Harald Schumann seinen Bestseller "Die Globalisierungsfalle" fort, indem er seine Darstellung der Probleme der Globalisierung mit neuen Zahlen und Entwicklungen untermauert. Wieder gelingt ihm der Schock-Effekt, der beunruhigt und aufrüttelt. Die beste Grundlage für die folgenden (zwangsläufig recht lückenhaften Kapitel) über attac in Frankreich und anderswo, die nach dem "warum" das "was" und "wie" behandeln. Wohlwollend, aber keineswegs unkritisch, bieten sie Stoff sowohl für attacies, als auch für solche, die es werden wollen, wie auch für solche, die noch nicht wissen, dass sie es werden wollen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Umfassendes über Attac 16. April 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch legt gut Hintergründe der Globalisierung dar, bleibt dabei aber für den ökonomischen Laien gut lesbar. Es zeigt auf,an welchen Problemen der Globalisierung sich der Protest von Attac entzündet hat und was attac erreichen möchte. Problematisch ist lediglich der letzte Teil des Buches, indem Interviews mit 4 Personen geführt werden, die sich zu Attac äußern können. Problematisch finde ich dies deswegen, weil Attac gerade dezentral organisiert ist und daher keine solchen "Sprecher" für die Bewegung vorgesehen sind.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar