Kurzbeschreibung
Die vorliegenden Kongreßakten vereinigen die Beiträge zu einem interdisziplinären Symposion, das 1992 in der Deutsch-Italienischen Begegnungsstätte 'Villa Vigoni' stattfand und dem Thema 'Antiker Mythos - Europäische Literatur' / 'Il mito antico nella tradizione letteraria europea' gewidmet war. Eingeladen hatten das Seminar für Klassische Philologie der Universität Mannheim (Prof. Dr. Hans-Jürgen Horn und Prof. Dr. Hermann Walter) und das Istituto di Storia dell'Arte der Università di Roma I (Prof. Claudia Cieri Via). Das Kolloquium diente dem Zweck, die fächerübergreifende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Mythen-Rezeption zu intensivieren. Im Zentrum stand das Problem der Erschließung bzw. der Erschließbarkeit des einschlägigen Quellenmaterials. Während die antiken Bearbeitungen des griechisch-römischen Mythos durch Repertorien und Enzyklopädien zufriedenstellend aufgearbeitet sind, fehelen für den Bereich des Nachlebens entsprechende Referenzwerke. Weite Teile des immensen Materials sind der Forschung nach wie vor nicht oder nur mit großem Aufwand zugänglich. Der Kongreß bot die Möglichkeit, den Gedanken einer umfassenden Dokumentation zur literarischen und ikonographischen Rezeption des antiken Mythos im Kreise von Experten zu diskutieren. Die Frage wurde von zwei Seiten angegangen: Zum einen machten Vertreter verschiedener Disziplinen die Erscheinungsvielfalt des Gebietes in Beiträgen sinnfällig, die sich mit speziellen Einzelfragen beschäftigten. Die thematische Bandbreite dieser Untersuchungen reicht von der Antike bis in unsere Gegenwart und führt klar vor Augen, in wie hohem Maße der antike Mythos in der europäischen Kultur präsent ist. Bereits hier wird immer wieder deutlich, daß die Unzulänglichkeit der Quellenerschließung ein Hemmnis für den Erkenntnisfortschritt auch in Einzelfragen darstellt. Andere Beiträge setzen sich eigens mit diesem Informationsdefizit auseinander, fragen nach Perspektiven und technischen Möglichkeiten einer systematischen Erfassung des umfangreichen Materials und stellen geplante oder bereits laufende Erschließungsprojekte vor.