Es ist das coolste Buch, das ich kenne: Bommi Baumann schreibt seine ganz persönliche Sicht der 68er-Revolte. Da geht es um "Polizeiautoschen", um seine Bombenbauerei ("Dafür, daß man Bomben baut, war ich schon immer, schon '67 in der K I [Kommune I]. Einen Mann wie Roy Clark, den Bombenleger, der die Bundesbahn erpreßt hat, den fand ich schon sehr gut"), um die Gewaltfrage ("Für mich war das sowieso klar, Revolution ist 'ne Gewaltgeschichte, und irgendwann fängst du damit sowieso an, und dann bereitest du dich so früh wie möglich darauf vor"). Auch die Studenten - Bommi selbst ist kein Akademiker - werden ausführlichst beschrieben: "Die Studenten hatten damals ziemliche Schwierigkeiten, sich gegen Bullen zu wehren, einfach von ihren Erziehungsgeschichten her". Und natürlich dürfen auch die Frauen nicht fehlen: "Zu der Zeit gab es nur Antje in der K I, gab's nur eine Braut. Das war zum Beispiel auch ein Problem, an dem die K I echt immer geknabbert hat, permanent." Bommi Baumanns Bericht aus der damaligen Zeit ist sehr subjektiv, man muß ihn mit nötigem Abstand lesen, aber es macht irre Spaß, sich auf seine Sprache einzulassen. Außerdem handelt es sich um einen sehr ungewöhnlichen Lebenslauf, der die individuellen Antriebe zeigt, damals mitzumachen, allerdings auch die Wege vorzeigt, die die ganze Bewegung in der RAF genommen hat. Als Dokument sollte man es also lesen - und hierzu helfen auch viele Bilder und Zeugnisse aus der damaligen Zeit, Zeitungsartikel und Flugblätter. So kommt ein wahres Sammelsurium zustande. Ein anderes Buch, so verrückt, wie die beschriebene Zeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)