Wenn ein Kind rote Haare hat und aufgrunddessen von seinen Mitschülern malträtiert wird, käme wohl keiner der ihm Wohlgesonnenen auf die Idee, die Haare des Kindes umzufärben. Niemandem käme es in den Sinn, dass die Haare das Problem sind, auch wenn das Kind vielleicht zu dieser Ansicht neigt. Man würde ihm über den Kopf streichen und ihm vermitteln, dass es perfekt ist, so wie es ist.
Zielführender ist ein Gespräch mit den Mitschülern und die Unterstützung des Kindes bei dessen Integration.
Homosexualität ist per se ebenso beglückend/nicht beglückend wie Heterosexualität. Warum sollte es für eine Frau weniger erfüllend sein als für einen Mann, eine Frau zu lieben?
Das Problem wird draußen gemacht und dann an viele Homosexuelle herangetragen. Der Leidensdruck vieler Lesben und Schwulen wird von außen erzeugt, durch überkommene Moralvorstellungen und den Drang nach Konformität, um die eigene Angst vor dem Andersartigen zu bekämpfen. Andere Gründe gibt es nicht, die gegen Homosexualität und dafür sprechen, sich normativ in die Angelegenheiten fremder Menschen einzumischen.
Anstatt Homosexuelle also zu unterstützen und sie in ihrem So-Sein zu bestärken, wie es jeder Mensch erfahren sollte, werden Bücher wie das hier präsentierte geschrieben. Leider aber ist dieses nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich, denn es zementiert das Gefühl einiger Homosexueller und vieler Außenstehender, die Homosexualität sei das Problem.
Ich vermisse in diesem Zusammenhang das Buch: "Hilfe, ich habe ein Problem mit allem, das anders ist. Wege aus der Angst."