Mit diesem aufwändig gestalteten und umfangreich kommentierten Bildband hat der Wiener Fotohistoriker Anton Holzer eine eindrucksvolle Dokumentation über den - der Allgemeinheit eher - unbekannten Krieg an den Ostfronten des Deutschen Reichs und der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, der sogenannten Isonzofront, vorgelegt.
Die moderne Kriegsfotografie erhielt durch den Ersten Weltkrieg gewissermaßen ihre Feuertaufe - Holzers zusammengetragene Bilddokumente verleihen dieser Tatsache Ausdruck und gewähren Einblicke in die Arbeitsbedingungen der "eingebetteten" Frontfotografen, die damit im Zusammenhang stehende Bildpropaganda und verdeutlichen vor allen Dingen auch das tausendfache zivile Leid dieses ersten Medienkrieges des 20. Jahrhunderts.
Fotografien von "gehenkten Verrätern" (S. 248-260) im Kapitel "Am Galgen - Krieg gegen die Zivilbevölkerung" gehen hierbei in besonderem Maße unter die Haut.
Im Ganzen eine - obgleich ihrer teilweise erschreckenden Aufnahmen - faszinierende fotografische Dokumentation über die Ostfronten des Ersten Weltkriegs und die vielfältigen Erscheinungsformen eines sich im Kriegszustand befindlichen Kontinents, die ich an dieser Stelle jedem (kriegs)geschichtlich Interessierten ans Herz legen kann; von mir gibt es 5|5 Punkten.