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Der andere Blick. Die Frau als Modell und Malerin
 
 
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Der andere Blick. Die Frau als Modell und Malerin [Taschenbuch]

Judy Chicago , Edward Lucie-Smith , Christian Kennerknecht


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Judy Chicago ist feministische Künstlerin, Edward Lucie-Smith Kunsthistoriker und -kritiker. Zusammen widmen sie sich in Der andere Blick. Die Frau als Modell und Malerin der Kunst von Frauen, wenden sie sich aber ausdrücklich an Leser beiden Geschlechts. Nach Ansicht des Kunsthistorikers Lucie-Smith hat in den letzten Jahrzehnten kein Diskurs für mehr Paradigmenwechsel in der Kunstgeschichte gesorgt als der feministische. Deshalb muss er unbedingt auch von Männern zur Kenntnis genommen werden. Der Künstlerin Judy Chicago, die 1979 mit "The Dinner Party" selbst international bekannt wurde, liegt persönlich viel daran, mit der Bildauswahl in Der andere Blick die lange Tradition weiblicher Künstlerschaft zu dokumentieren, die nach wie vor weitgehend unbekannt ist. Es macht Spaß, im reichen Fundus von mehr als 200 Abbildungen neben Cindy Sherman, Barbara Kruger, Romaine Brooks, Frida Kahlo und Käthe Kollwitz die Werke noch weniger bekannter Künstlerinnen zu entdecken.

Mit Der andere Blick bieten die beiden Autor/innen eine Art feministische Bildungsreise durch die bildende Kunst. Künstlerinnen haben, so Lucie-Smith und Chicago, einen "anderen Blick", der es ihnen ermöglicht, die Frau zum Subjekt der Kunst zu machen, während diese im Blick ihrer männlichen Kollegen meist nur als sinnliche Musen oder fürsorgliche Mütter objektiviert werden. Die Autorin und ihr Mitverfasser stellen berühmte Werke männlicher Künstler wie z.B. Velázquez, Botticelli, Goya, Dürer, Picasso und Manet neben meist unbekanntere Frauenkunst der jeweils gleichen Epoche und Thematik und führen vor, wie sie sich in ihrer Darstellung der Frau unterscheiden. In die klassischen, ästhetischen Motive brechen hier Aspekte weiblicher Lebenswirklichkeit wie Geburt, Vergewaltigung, Sexualität oder Rassenzugehörigkeit ein und zwingen den Betrachter immer wieder, den Inhalt über die Form stellen.

Judy Chicago und Edward Lucie-Smith informieren in zehn Kapiteln kompetent und engagiert über die Rolle der Frau in der bildenden Kunst als Künstlerin und als Motiv und kritisieren das etablierte Kunstsystem, das bis heute männliche Künstler und ihren geschlechtsspezifischen Blick auf die Frau privilegiert. Der andere Blick schafft Einblick in eine Tradition, die uns der Kunstbetrieb bis heute willentlich vorenthält (nur 5% aller in Kunstmuseen ausgestellten Werke stammen von Frauen). Die beste Antwort darauf heißt: Dieses wichtige, schöne Buch kaufen und verschenken, damit möglichst viele Kunstinteressierte die Frau als Malerin und Modell mit einem anderen Blick sehen. --Dr. Verena Laschinger

Kurzbeschreibung

Frauen in der Kunstgeschichte – das sind sinnliche Obelisken, fürsorgliche Mütter, fleißige Ährenleserinnen. Doch das ist der Blick der Männer – jener Blick, der jahrhundertelang als der einzige galt. Erst der Feminismus hat diese enge Sicht auf die Kunst und damit auf die Welt aufgebrochen. Dort jedoch, wo die „große Kunst“ versammelt ist, sucht man das Werk von Frauen noch heute oft vergeblich. Die Frau als zweifaches Opfer? Als passives Objekt dem männlichen Blick unterworfen und gleichzeitig als aktive Künstlerin in den Museen unterrepräsentiert? In einem lebhaften und spannungsvollen Dialog bieten Judy Chicago und Edward Lucie-Smith einen neuen anderen Blick auf die Kunstgeschichte. Sie beleuchten den sozialen und kulturellen Kontext, in dem Künstlerinnen und Modelle gelebt und gearbeitet haben. Auch bei anerkannten Meisterwerken wagen sie die Frage, wie deren künstlerischer Wert beurteilt werden muss. Die Doppelperspektive von Frau und Mann, renommierten Kritiker und engagierter Künstlerin, führt zu verblüffenden Erkenntnissen. Der Versuch wirklich alle Lebensbereiche von Frauen darzustellen, stößt immer wieder an Tabus. Umso frappierender, welches spektakuläre Bildmaterial sich dem Betrachter hier bietet. Nicht nur die klassischen, ästhetisch schönen Bilder, die wir kennen sind gefragt. Es geht vielmehr um die Darstellung von künstlerisch transformierter Lebenswirklichkeit, erweitert um neue Aspekte wie Schmerz, Sexualität, Rassenzugehörigkeit. Mit diesem Buch wird es möglich, die schöpferische Leistung von Künstlern beiderlei Geschlechts nicht mehr einzig im Gegensatz von dominierender und Anti-Kunst zu sehen. Ein neuer, größerer Kontrast wird sichtbar – über tradierte Geschlechterrollen hinaus.

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