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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Regisseure sind die größten Gauner,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der amerikanische Freund (DVD)
- das meint der deutschstämmige Filmemacher Wim Wenders, bekannt für Werke wie „Der Himmel über Berlin", oder „Paris, Texas". In diesem frühen und zu seinen besten Filmen zählenden Werk nahm er sich den 3 Ripley von Patricia Highsmith vor - und verärgerte die gute Dame anfangs sehr. Jeder anständige Literatur -, oder Filmfreund kennt ihn, den unmoralischen, aber überaus sympathischen Schurken, bereits dargestellt von Leinwandgrößen wie Alain Delon, John Malcovich; oder neulich vom aufstrebenden Matt Damon. Highsmith hat den geliebten Detektiven und Kommissaren nicht nur einen netten Gegenpol vor die Nase gesetzt, sie hat auch alle Gesetze der Kriminalliteratur pulverisiert. Ripley war klar ihre Lieblingsfigur - und da setzt ein junger deutscher Regisseur, den sie aus Mitleid die Rechte an ihrem damals neuestem Ripleyroman überlassen hatte einen (nach den Dreharbeiten zu „Apocalypse Now") vollkommen kaputten Dennis Hopper ein, der konfuse Sätze in ein Diktiergerät spricht und auf einem frisch verpackten Billardtisch desillusioniert die Bälle umherkullern lässt. Doch gerade diese Änderung bringt dem Film seine vollkommene Existenzberechtigung ein, er ist nicht bloß eine seelenlose Nachfilmerei des Romans, sondern ein eigenständiges, intensives Werk geworden, dass Herrn Wenders ein „First Class" - Ticket zu Francis Ford Coppola höchstpersönlich verschaffen sollte. Weil er sich ihm gegenüber überaus unhöflich benommen hat, verwandelt Tom Ripley den todkranken Jonathan Zimmermann in einen Auftragskiller - denn mit dem hohen Honorar könnte dieser Frau und Kind nach seinem Ableben ein schönes Leben ermöglichen. Anders als Highsmith, die sich mehr für die Wandlung vom Familienvater zum Mörder interessiert, steht bei Wenders klar die faszinierend ungewöhnliche Männerfreundschaft im Vordergrund - fantastisch illustriert von Dennis Hopper und Bruno Ganz. Die im Film etwas unglaubwürdigere Mutation zum Killer wird durch die reine Spielfreunde der komplett unterschiedlichen Schauspielmeister mühelos hinweggeblasen. Hopper ist zwar ein ganz anderer Ripley als Alain Delon in „Nur die Sonne war Zeuge", doch die Intensität der Darstellung vollbringt das Kunststück aus gegebenen Charakterstücken eine vollkommen neue, nicht minder interessante Figur herauszuschälen. Ganzs Portrait des todkranken Zimmermann bleibt nahe bei der Vorlage, ist aber kaum weniger herausragend. „Der amerikanische Freund" ist durchweg dreckig und gemessen am Alter sehr schnell geschnitten. Hamburg, New York und Paris verschmelzen bei Wenders zu einer einzigen, riesigen, auswegslosen Stadt, in der die Baussubstanz einander gleicht. Seine ausgefeilte Farbdramaturgie bleibt im deutschen Kino der 70er unerreicht, ebenso die Schilderung des schrittweisen Identitätsverlustes. Die DVD aus der „Wim Wenders Edition" von Kinowelt ist technisch (anamorphes Bild & 5.1 Ton) einwandfrei und bietet u.a. einen (etwas zähflüssigen) Audiokommentar von Dennis Hopper und Wenders selbst, ein ausführliches Interview (ca.25 min) und zahlreiche geschnittenen Szenen (kommentiert). Vorbildliche DVD! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Thriller-Kunstwerk,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der amerikanische Freund (DVD)
"Der amerikanische Freund" ist ein, viel zu selten im allgemeinen Kanon des deutschen Films auftauchendes Werk aus den "goldenen" 70er Jahren des BRD-Films.Dabei ist Wim Wenders etwas geglückt, dass nur wenigen gelingt: Ein Thriller der sich jenseits seiner Genre-Konventionen als Kunstwerk bezeichnen lässt. In stimmungsvoller Ruhe, die an Hitchcocks bestem Film "Vertigo" erinnert und vor dem Hintergrund eines irreal erscheinenden Hamburgs und eines Metro-Paris entwirft er in eindrücklich behutsam gewählten Bildern das Potrait eines sich selbst ausgelieferten Mörders. Der Einsatz der Musik ist klug gewählt und Dennis Hopper als Freund/Feind-Dämon, Bruno Ganz als introvertiert verzweifelter Todkranker balancieren sich so gekonnt auf dem schmalen Seil der städnig von diesem Film ausgehenden, gefahrvollen Stimmung, dass man direkt wieder an das enorme Talent von Wenders erinnert wird. "Der amerikanische Freund" ist großartig kunstvolles Spannungskino, hinter dessen geruhsamer Fassade ein angedeutet industrielles oder im Mechanismus der entfremdeten Familie liegendes Monstrum lauert. Eine Perle im sowieso schon größtenteils cineastisch beachtlichen deutschen Kino der 70er Jahre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein absolutes Meisterwerk,
Rezension bezieht sich auf: Der amerikanische Freund (DVD)
Der Film ist ganz großes Kino. Die Darsteller sind grandios.Bruno Ganz als verzweifelter Todkranker und Dennis Hopper als innerlich zerissener Cowboy in Hamburg. Wer Wert auf Action legt, sollte diesen Film nicht kaufen. Wer allerdings Wert auf Charakterdarsteller und absurde Szenen legt, der sollte diesen Film unbedingt kaufen. Ein Genuss sind auch alle Nebendarsteller, die hauptsächlich durch Regisseure besetzt sind. Fazit: Der Film macht nicht unbedingt fröhlich, aber ist ungeheuer intensiv und nachhaltig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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