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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie
 
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Wir amüsieren uns zu Tode: Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie (Taschenbuch)

von Neil Postman (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 206 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 18., Aufl. (1. Dezember 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596242851
  • ISBN-13: 978-3596242856
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Wir amüsieren uns zu Tode
OT Amusing Ourselves to Death OA 1985 DE 1985Form Sachbuch Bereich Medientheorie
Neil Postman untersucht in diesem Werk die, so der Untertitel, Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Die einstige große Popularität des Buchs zeigt sich u. a. in der medialen Omnipräsenz des inzwischen sprichwörtlich gewordenen Titels.
Inhalt: Postman diagnostiziert einen tief greifenden Wandel der US-amerikanischen Kultur von einer inhalts- zu einer unterhaltungsorientierten Gesellschaft. Die Fernsehgesellschaft zeitige einen radikalen Verfall der Schriftkultur und mithin der rationalen Urteilskraft. Durch die Ablösung des wortbestimmten »Zeitalters der Erörterung« durch das bildbestimmte »Zeitalter des Showbusiness« werde Erkenntnisstreben durch bloße Zerstreuung ersetzt, und zwar in jedem denkbaren Lebensbereich. Die formalen Unterschiede zwischen Schrift- und Bildmedium bestimmten auch die vermittelten Inhalte: Die Darstellung von Erfahrungen in allen gesellschaftlichen Bereichen werde statt durch die Ratio nun durch die Emotio bestimmt.
Nach Postman nehmen wir die Welt nicht so wahr, wie sie ist, sondern nur in der Vermittlung über die Medien, welche den Inhalt unserer Kultur erst erschaffen. Schnelligkeit und Kurzlebigkeit der Fernsehbilder verhindern die Reflexion der vermittelten Inhalte, weshalb die Präsentation selbst entscheidendes Kriterium der Urteilsbildung wird. Alle gesellschaftlich relevanten Bereiche, selbst Religion und Politik, haben sich dem visuellen Diktat des Fernsehmediums unterzuordnen und lernen es sich zu Nutze zu machen, worin Postman eine Gefahr für die Demokratie sieht.
Auswege aus der stetig fortschreitenden Ersetzung von Urteilskraft durch Amüsement vermag Postman nicht aufzuzeigen. Es bleibt lediglich bei dem Appell, sich kritisch mit dem Medium Fernsehen auseinander zu setzen.
Aufbau: Die elf Kapitel des etwa 200-seitigen Werks sind in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil entwickelt Postman seine Theorie der medialen Metaphorik des Fernsehens und stellt den geschichtlichen Übergang vom Buchdruck- ins Fernseh-Zeitalter dar. Der zweite Teil widmet sich den elementaren gesellschaftlichen Teilbereichen der Information, Religion und Politik. Die Gegenüberstellung der Romane 1984 (1949) von George R Orwell und Schöne neue Welt (1932) von Aldous R Huxley durchzieht als Leitmotiv das Buch. Während Orwells düstere Utopie die Unterdrückung und totale Kontrolle durch eine äußere Macht schildert, beschreibt Huxley die Möglichkeit, dass die Menschen gerade jene Technologien anbeten könnten, die ihre Denkfähigkeit zerstören. In der Annahme, dass Huxley und nicht Orwell recht hatte, sieht Postman die Kultur nicht zu einem Gefängnis verkommen, sondern zu einem Varieté.
Wirkung: Nicht zuletzt wegen seiner guten Lesbarkeit erreichte das populärwissenschaftliche Werk auch viele nichtakademische Leser. Gleichwohl kaschiert der unterhaltsame Stil zahlreiche Ungenauigkeiten, die in der akademischen Debatte moniert wurden. Angegriffen wurde auch der allzu simple Antagonismus zwischen mehrdeutigem, »schlechtem« Bild und rationaler, »guter« Schrift. M. F.


Kurzbeschreibung

Noch sind die Diskussionen, die Neil Postman mit seiner Streitschrift "Das Verschwinden der Kindheit" ausgelöst hat, nicht verstummt, da kündigt ein neues Buch von ihm neuen, grundsätzlichen Meinungsstreit an. Denn diesmal kritisiert er die allmähliche Zerrüttung der Kulturtätigkeiten durch den gewerbsmäßigen Illusionismus, das totale Entertainment. Postmans These lautet, daß die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfahrungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja, was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen die Menschen sich daran, statt der Welt ausschließlich Bilder von ihr ernst zu nehmen. An die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmißverständliche Bedrohung: Er macht unmündig oder hält in der Unmündigkeit fest. Und er tastet das gesellschaftliche Fundament der Demokratie an. Wir amüsieren uns zu Tode.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klassiker der Medienkritik, 8. Februar 2007
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Als Neil Postman in den frühen 1980er Jahren "Wir amüsieren uns zu Tode" verfasste, war das Fernsehen in Amerika auf dem Höhepunkt seiner Wirkungskraft. Der Medienwissenschaftler untersuchte die tief greifenden Veränderungen, die das TV auf unser Verständnis der Welt und auf unsere Kommunikation hat. Er stellte dabei besonders die Gegensätze zwischen einer vom Buchdruck und einer vom Fernsehen geprägten Gesellschaft heraus. Sein Fazit lautet grob gesagt: Das Fernsehen macht aus uns ungebildete, schlecht informierte Konsumenten, die zu keinem ernsthaften öffentlichen Diskurs mehr fähig sind. Während Postman das Buch verfasste, waren schon die ersten Anzeichen des kommenden Computerzeitalters spürbar, das unsere Kommunikationswelt wohl noch tief greifender als das Fernsehen verändert hat und manche Erkenntnisse Postmans überholt erscheinen lässt. Dennoch ist "Wir amüsieren uns zu Tode" auch heute noch lesenswert. Denn es macht kompromisslos klar, dass jeder technologische Fortschritt, jedes neue Medium kritisch hinterfragt werden muss, dass die schnellere Information nicht unbedingt auch die bessere ist und dass unsere Bildung Priorität vor der Unterhaltung haben muss.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wir amüsieren uns zu Tode, 13. Dezember 2006
Von Jan N. "www.kultur-ostbayern.de" (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
-Ein oft zitierter Titel - was steht drin in dieser weitbekannten Medienkritik der 80er Jahre und kann man das Buch aus heutiger Sicht neu bewerten? Neil Postman geht es um die Analyse unserer Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. Er bezieht sich, was er auch oft betont, auf die Verhältnisse in den USA, was sich sicher nicht immer 1 zu 1 nach Europa übertragen lässt, weshalb für europäische Leser in der Übersetzung noch einige Anmerkungen nötig gewesen wären. Hier geht es nicht nur darum, wie das Fernsehn zu unser aller Verblödung beiträgt, sondern Postman betreibt eine Analyse der Veränderung der öffentlichen Diskussion (Diskurs) im Verlauf der letzten 200 Jahre.-Den Wandel der Schriftkultur zur Bildkultur. Grade den Verhältnissen des 19. Jahrhunderts räumt dieses Buch viel Platz ein. Postman widmet sich der Tatsache, dass heute unsere Realitätswahrnehmung vor allem durch das Medienformat Fernsehen bestimmt ist. So z.B. dass sich jegliche Probleme im Prinzip einfach aus der Welt schaffen lassen müssten, Unterhaltsamkeit höchste Priorität hat (auch in Schule und Politik), man immer damit rechnen kann, dass der nächste Inhalt den vorherigen irrelevant macht. Der Medienwissenschaftler verdeutlicht seine Thesen anhand verschiedener Beispiele aus Politik, Unterricht und (für europäische Leser vielleicht ein bißchen kurios) Religion (Beispiel populärer Fernsehprediger wie Billy Graham)- hier vertut er sich an einer Stelle, wo er behauptet das Fernsehen würde nicht zum Aufruf zu Hass und Gewalt missbraucht werden können, da ihm dieser Charakter fehlen würde.
Unterm Strich trägt also, laut Postman, das Fernsehen zur Verflachung des Diskurses auf geistiger Ebene bei, während Simplizität, Gefälligkeit und Medienwirksamkeit in den modernen Formen der Massenkommunikation und damit auch im Bewusstsein an ihre Stelle treten.
Betrachtungen, die auch heute noch aktuell und wichtig sind, nur, dass Postman natürlich damals vom Internet noch nichts geahnt hat, einem Medium, bei dem sich jeder (scheinbar) selbst mit Informationen versorgen kann, aus verschiedenen Quellen und so zu Objektivität gelangen sollte. Das Internet ist ja auch ein wieder vorwiegend schriftliches Medium (wenn man es in diesem Sinne benutzt)- die Informationen, die man hier bezieht, haben allerdings eher Wegwerfcharakter. Eine Entwicklung, die damals nicht unbedingt vorhersehbar war, weshalb da Buch heute eher als Teil der Mediengeschichte zu betrachten ist.

Das Buch ist gut zu lesen, es ist auch eher für ein breites Publikum gedacht, weshalb sich Postman auch oft Beispielen aus der amerikanischen Medienwelt bedient (Stars und Sternchen) und Füllinformationen einfließen lässt, wie "XY, der in dem berühmten Film Z mitgespielt hat" . Was das Buch an manchen Stellen etwas geschwätzig erscheinen lässt und für unnötige Längen sorgt, bei denen eigentlich nichts neues gesagt wird. Das Buch kann und sollte auch heute noch gelesen werden, allerdings unter den oben genannten Vorbehalten.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Fernsehen und Aufklärung, 20. August 2000
Von Wippich (Bochum, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Wer verstehen will, was der momentan in Deutschland viel diskutierte Begriff der „Spaßgesellschaft" bedeutet, sollte dieses Buch lesen. Wer sich fragt, warum ein Politiker in einem Wahlkampf erfolgreich sein kann, obwohl er auf politische Argumentation weitgehend verzichtet und satt dessen als Fallschirmspringer und durch Auftritte in fragwürdigen aber populären Fernsehshows in Erscheinung tritt, wird in Postmans Buch die Antwort finden.

Was in den USA schon vor zwanzig Jahren voll entwickelt war, zeigt sich in Deutschland aufgrund der späteren Einführung des Privatfernsehens erst jetzt in aller Deutlichkeit: Die Umwandlung des rationalen öffentlichen Diskurses in reines Entertainment. Postman zeigt eindrucksvoll und in gut lesbarem Stil, wie das Fernsehen jedes Thema - Politik, Kultur, Erziehung, Bildung, etc.- in Unterhaltung verwandelt, und wie dieser Prozess eine der wesentlichsten Errungenschaft der Aufklärung zerstört: die Fähigkeit zur rationalen Urteilsbildung. Der öffentliche Diskurs im Zeitalter des Fernsehens wird nicht mehr länger von der Vernunft in Gestalt der sprachlichen Argumentation bestimmt, sondern durch Stimmungen und Gefühle, beliebig hervorgerufen durch die suggestive und manipulative Macht der Bilder. Eine Entwicklung, die Postman zufolge die Grundlagen der Demokratie zersetzt und in eine neue Unmündigkeit führt.

Ein im besten Sinne aufklärerisches und immer noch hoch aktuelles Buch.

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4.0 von 5 Sternen In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen.
"Fernsehen wurde nicht für Idi oten erschaffen - es erzeugt sie."
(Neil Postman; 1931-2003)

"In banger Erwartung sahen wir dem Jahr 1984 entgegen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von kpoac veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Wir langweilen uns zu Tode
Ich hab selten ein so langweiliges Buch gelesen. Es werden weder verständliche Argumente, noch eine flotte, oder lustige Sprache benutzt, um die Meinung darzustellen. Lesen Sie weiter...
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Schon über 20 Jahre alt und (leider) aktuell wie eh und je! Daß das Fernsehen großenteils verdummt, zeigen ja schon die Zentoren von willenlosen Telenovelas, Soaps, Krawalltalks... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Ralf Schikora veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Hat nichts von seiner Aktualität verloren
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Vor 23 Monaten von Joachim Klotz veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Etwas angestaubt & überholt, aber noch immer lesenswert.
Postman beschreibt in diesem Werk Anfänge, Entwicklung und Gegenwart der amerikanischen Medienkultur und deren Einfluss auf die menschliche Urteilskraft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. August 2006 von Bart S.

1.0 von 5 Sternen Das schlechteste Buch über Soziologie
Als ich dieses Buch vor Jahren mal gelesen habe, hat es mich ganz schön beeinflusst. Postman ist der Meinung, dass das Fernsehen völlig verblödet und dass sogar wissenschaftliche... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juli 2006 von Nostraticist

2.0 von 5 Sternen Eklektizismus hat wieder mal die Nase vorn...
Daß Neil Postmans Buch "Wir amüsieren uns zu Tode" heute schon als Klassiker der kulturpessimistischen Medienschelte gilt, dürfte allgemein bekannt sein. Lesen Sie weiter...
Am 10. Juli 2003 veröffentlicht

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5.0 von 5 Sternen Neil Postman - "Wir amüsieren uns zu Tode"
Beklemmend und langweilig für die, über die er schreibt. Gefundenes Fressen und Bestätigung für all die, die er erreicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Mai 2003 von technoheini

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