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Chancen und Risiken alternativer Abwicklungsmodelle für die Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs - Eine vergleichende Analyse [Pappbilderbuch]

Andreas Thiel


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Kurzbeschreibung

Oktober 2003
Problemstellung: Im europäischen Massenzahlungsverkehr werden derzeit vorwiegend Korrespondenzbankbeziehungen oder darauf basierende Clublösungen zur Zahlungsabwicklung eingesetzt. Aufgrund unterschiedlicher nationaler Standards ist eine automatische Verarbeitung in den meisten Fällen unmöglich, was zu hohen Kosten sowie langen Abwicklungszeiten führt. Die hohen Kosten von Auslandsüberweisungen sowie die zeitaufwendigen Abwicklungswege stellen eine erhebliche Barriere für den europäischen Binnenmarkt dar. Hierdurch wird der freie und ungehinderte Austausch von Waren und Dienstleistungen beeinträchtigt. Um den Finanzbinnenmarkt endlich Realität werden zu lassen, erließen der Ministerrat und das Parlament der EU im Dezember 2001 eine Verordnung über grenzüberschreitende Zahlungen in Euro. Diese verpflichtet die europäischen Banken, bis Juli 2003 die Preise für Auslandsüberweisungen denen für Inlandsüberweisungen anzugleichen. Die Verordnung setzt die Banken unter starken Kostensenkungsdruck, da Auslandsüberweisungen sonst nicht mehr kostendeckend angeboten werden können. Auch im Großzahlungsverkehr, der heute vom gemeinsamen TARGET-System des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) dominiert wird und bei dem nur geringe Kostendifferenzen zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Zahlungen existieren, gibt es noch zahlreiche Ineffizienzen und damit erhebliches Reformpotential. So läßt der TARGET-Verbund aus heterogenen nationalen Systemen keinen einheitlichen Servicelevel zu. Außerdem können viele nationale Systeme aufgrund von geringen Abwicklungsstückzahlen nicht wirtschaftlich arbeiten. Eine Reform ist besonders im Hinblick auf die anstehende EU-Osterweiterung dringend vonnöten, da sonst bis zu zehn neue Systeme dem TARGET-Verbund angeschlossen werden müßten, was bestehende Ineffizienzen noch verstärken würde. Ein leistungsfähiges Großzahlungsverkehrssystem ist essentiell wichtig, da nur so die Integration des Euro-Geldmarkts und damit auch die Effizienz der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank gewährleistet werden kann. Da sowohl im grenzüberschreitenden Groß- als auch im Massenzahlungsverkehr Reformen unausweichlich sind, stellt sich die Frage nach alternativen Abwicklungsmodellen zur Lösung der Probleme im jeweiligen Bereich. Die vorliegende Diplomarbeit geht dieser Frage nach. Die Problemstellung umfaßt vier konkrete Fragenkomplexe: - Wie ist die derzeitige Situation im grenzüberschreitenden Groß- und Massenzahlungsverkehr, welche Probleme existieren und wo liegen deren Ursachen? - Welche alternativen Abwicklungsmodelle können implementiert werden, um die Defizite im Groß- und Massenzahlungsverkehr zu beseitigen, und wo liegen ihre spezifischen Stärken und Schwächen? - Welche Chancen und Risiken ergeben sich aus diesen Abwicklungsmodellen für die Beteiligten und wie sind die Implementierungschancen einzuschätzen? - Wo liegen die höchsten Kostensenkungspotentiale im grenzüberschreitenden Massenzahlungsverkehr und welchen Stellenwert haben in diesem Zusammenhang die diskutierten Abwicklungsmodelle? Da Verbesserungen auf allen Stufen des Zahlungsverkehrsprozesses möglich sind, analysiert diese Arbeit den gesamten Prozeß vom Auftragseingang bis zur endgültigen Gutschrift auf dem Konto des Empfängers. In die Analyse fließen neben der einschlägigen Fachliteratur und eigenen Gedanken auch Informationen aus Interviews ein, die der Autor mit den folgenden Experten durchführte: Andreas Goralczyk, Bundesverband deutscher Banken e. V. (BdB), Direktor im Geschäftsbereich Retail Banking, Zahlungssysteme und Informationstechnologie Axel Schindler, Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR), Referent Abt. Kartenstrategie / Zahlungsverkehr, Axel Weiß, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Abteilungsdirektor für den Zahlungsverkehr und für das Referat „Marktpolitik internationaler Zahlungsverkehr“, Christoph Stuhldreier, WGZ-Bank, Abteilungsdirektor Produktmanagement Bereich Zahlungsverkehr, Dr. Hans-Jürgen Friederich, Deutsche Bundesbank, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr, Kontenführung, Depot, Abwicklung Handelsgeschäfte, Henrik Parl, Eurogiro Network A/S, Managing Director. Gang der Untersuchung: Nach einer Klärung der Grundlagen wird zunächst die aktuelle Situation im grenzüberschreitenden Groß- und Massenzahlungsverkehr dargestellt, indem bestehende Systeme beschrieben werden sowie auf gegenwärtige Probleme und deren Ursachen eingegangen wird. Obwohl mit dem EURO1-System der Euro Banking Association (EBA) neben TARGET noch ein weiteres bedeutendes Großzahlungsverkehrssystem existiert, steht im Bereich Großzahlungsverkehr die Betrachtung von TARGET im Vordergrund, da bei EURO1 kein wesentlicher Reformbedarf auszumachen ist. Eine kurze Darstellung von EURO1 ist aber auf jeden Fall notwendig, denn dieses System ist ein wichtiges Beispiel für ein zeitdiskretes Nettozahlungsverkehrssystem und zugleich technische Plattform für die europäischen Massenzahlungsverkehrssysteme STEP1 und STEP2. Da im Bereich Massenzahlungsverkehr mehrere Ansätze zur Abwicklung von Auslandszahlungen im Euro-Raum existieren, werden nur die Systeme diskutiert, die sowohl von deutschen Banken genutzt werden als auch von europaweiter Bedeutung sind. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, daß Systeme aller drei Bankengruppen berücksichtigt werden. Im Hauptteil der Arbeit werden zunächst drei alternative Ansätze zur Modernisierung des TARGET-Verbundes (ein einheitliches europäisches System, äquivalente nationale Systeme sowie die Kombination aus nationalen Systemen und einer Gemeinschaftsplattform, der sich einzelne Länder anschließen können, die kein eigenes RTGS System betreiben wollen.) sowie sechs Ansätze zur Schaffung einer Single Euro Payment Area (SEPA) (Euro-ACH, PEACH, ACH-Verbund, Hybridlösung, Beibehaltung des Korrespondenzbankmodells unter konsequentem Einsatz von einheitlichen STP-Standards sowie die Nutzung der Kreditkartennetzwerke für den Massenzahlungsverkehr) vorgestellt. Anschließend werden die Stärken und Schwächen dieser alternativen Abwicklungsmodelle ausführlich betrachtet und anhand von neun Kriterien (Servicelevel, Liquiditätsmanagement, Betriebsrisiko, Betriebskosten, Investitions- und Zeitaufwand, Erweiterbarkeit, Offenheit, Akzeptanz und Wettbewerbssituation) bewertet. Weiterhin werden sie auf Chancen und Risiken für alle beteiligten Interessengruppen sowie auf ihre Implementierungschancen hin analysiert. Zum Abschluß findet eine detaillierte Kostenanalyse des Zahlungsverkehrsprozesses statt. Daraus werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie die Kostensituation im Massenzahlungsverkehr verbessert werden kann. Dabei wird u. a. analysiert, welche Rolle die Wahl eines alternativen Abwicklungsmodells für potentielle Kostensenkungen spielt.

Produktinformation


Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Bei dieser Studie handelt es sich um eine Diplomarbeit die am 21.02.2003 erfolgreich an einer Internationale Wirtschaftshochschule in DEUTSCHLAND eingereicht wurde.

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