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' Als wäre alles das letzte Mal': Erich Maria Remarque. Eine Biographie
 
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' Als wäre alles das letzte Mal': Erich Maria Remarque. Eine Biographie (Taschenbuch)

von Wilhelm von Sternburg (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch (April 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462029177
  • ISBN-13: 978-3462029178
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 128.250 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Tatsächlich wählte er für seine Bücher mit erstaunlicher Konsequenz Stoffe, die als unpopulär und gänzlich ungeeignet galten", schrieb Marcel Reich-Ranicki 1970 in seinem Nachruf auf Remarque (Die Zeit). Der Zeitungsredakteur, Hörfunk- und Fernsehjournalist und freier Autor Wilhelm von Sternburg legt jetzt zu Remarques hundertstem Geburtstag die erste umfassende Biographie dieses Schriftstellers vor: Als wäre alles das letzte Mal. Die Sternstunde für jeden Remarque-Leser! Ich habe mir den 512 Seiten dicken Schinken in zwei Tagen zum Gemüt geführt.

Remarque konnte nicht nur schreiben -- das hätte man ihm irgendwann verzeihen können --, er war außerdem noch ein Nestbeschmutzer. Von Sternburg hat in die Biographie eine entzückende Sammlung an Zeitungszitaten eingebaut -- fünfzig Jahre eines Schriftstellerlebens. Gleich Remarques erster großer Roman Im Westen nichts Neues (1929) katapultierte den Schriftsteller an den Pranger der Nation. "Im Westen nichts Neues", schrieb die offizielle Zeitschrift für Heer und Flotte, "ist eine einzige ungeheuerliche Beleidigung des deutschen Heeres." Freilich wußte auch die moskautreue Linke der Weimarer Republik, wo der Feind stand: "Remarque ist mit allem Recht Lieblingsdichter der imperialistischen Bourgeoisie und ihrer kleinbürgerlichen Mitläufer geworden." Die amerikanische Verfilmung von Im Westen nichts Neues hatte in Deutschland so hohe Wellen geschlagen, daß der Film verboten wurde. Dazu schrieb Carl von Ossietzky in der Weltbühne prophetisch: "Heute hat der Faschismus einen Film erlegt, morgen wird's etwas andres sein." Bis jetzt haben sich auf der ganzen Welt 15-20 Millionen Exemplare von Im Westen nichts Neues verkauft, und immer noch gehen allein in Deutschland jährlich 40 000 Exemplare über die Theke. Der Roman wurde in 49 Sprachen übersetzt.

Wenn man aber meint, nach dem Ende des dritten Reiches hätte hier jemand wie Remarque zum Held werden müssen, irrt man. Auch die Nachkriegsrepublik spuckte auf ihn: In der Passauer Neuen Presse war 1951 zu lesen: "Selbst die Franzosen finden es erstaunlich, daß Remarque ähnlich wie Thomas Mann es heute noch für nötig hält, seine Erklärungen im Ausland durch antideutsche Bemerkungen zu würzen. (Und da will er wieder zurückkommen? -- Er würde besser fortbleiben, denn auch er ändert sich offenkundig nicht.)"

Gleich nach Im Westen nichts Neues kam Der Weg zurück heraus -- ein Roman über die Anfänge der Weimarer Republik, der noch direkter den Krieg und die Kriegstreiber anklagte. Doch Remarque schwenkte nie eine ideologische Fahne. In allen seinen elf großen Romanen stellte er das Individum in den Vordergrund. "Seine zentralen Themen waren Liebe und Tod" (von Sternburg). Randfiguren der Gesellschaft faszinierten ihn. In seinen Drei Kameraden philosophiert das Straßenmädchen Rosa: "Das menschliche Leben ist zu lang für die Liebe. Einfach zu lang. Das hat mir mein Arthur erklärt, als er abgehauen ist."

Nach dem Krieg veröffentlichte Remarque Der Funke Leben, seinen KZ-Roman, und wieder heizte er die Gemüter an. Man wußte ja nichts von den Lagern, und man wollte im Unwissen belassen werden. 1956 erschien dann Der schwarze Obelisk, den ich wegen seiner Leichtigkeit und Humors besonders schätze.

So wie Remarques Romane Anstoß erregten, empörte sich der Spießer auch über sein Leben: Hollywood, Paris, Frauen -- mit Vorliebe berühmte Schauspielerinnen, Alkohol. Sogar von der lebenslustigen Marlene Dietrich, von dem Puma, wie Remarque sie nannte, ließ er sich einige Zeit lang verrückt machen: "Es ist eine sanfte Hölle jetzt. Ich werde wirklich von allen Seiten gebraten ... Muß weg."

Im Jahre 1938, als Erich Maria Remarque schon seit langem im Schweizer Exil gelebt hatte, wurde er von den Nazis aus Deutschland ausgebürgert. Vier Jahre später ließ der Blutrichter Freisler Remarques Schwester hinrichten. "Selbstredend", schreibt von Sternburg, "daß in der Bundesrepublik niemand auf die Idee kommt, dem Schriftsteller in einem Akt des Respekts und der Wiedergutmachung die deutsche Staatsbürgerschaft zurückzugeben."

Von Sternburg setzte die Entstehungsgeschichte Remarques einzelner Romane klug in einen zeitgeschichtlichen Rahmen und ließ auch das Private nicht zu kurz kommen. Remarques Streben nach Glück und von Sternburgs psychologische Ausflüge verleihen dabei dieser Biographie einen Romancharakter. Die scharfe Chronologie läßt Spannung aufkommen. Leider ist jede gute Biographie ein trauriger Roman -- an seinem Ende steht immer der Tod.

Da sich Remarque in der Öffentlichkeit nicht gern zu politischen Themen äußerte, wurde die politische Brisanz seiner Romane von vielen nicht wahrgenommen. Von Sternburg verfaßte mit Als wäre alles das letzte Mal nicht nur die erste ausführliche Biographie des Erich Maria Remarque, sondern auch ein Plädoyer für Remarque als anspruchsvollen politischen Schriftsteller. Als Remarque noch lebte, ließ man ihm diese Anerkennung nicht zukommen. Billigen wir sie ihm doch jetzt zu! --Jaromir Konecny -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.



Pressestimmen

"Diese Biographie macht Lust, Remarque zu lesen, alles, was vorliegt, die Romane, Theaterstücke, Essays und Gedichte, die Tagebücher und Briefe."
Lutz Hagestedt, Der Tagesspiegel

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5.0 von 5 Sternen Hintergündige, erhellende Biographie, 10. Oktober 2003
Von Christian Busch "chribusch" (Tenerife) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Erich Maria Remarque, den meisten als Autor des Weltbestsellers „Im Westen nichts Neues" bekannt, von der Germanistik vielfach links liegen gelassen, hatte wohl längst eine gründliche Biographie verdient. Nun hat er sie bekommen.

Wilhelm von Sternburgs sehr ansprechende Darstellung konzentriert sich auf wesentliche Aspekte und arbeitet kenntnisreich die Grundzüge des Wesens eines der wohl wichtigsten deutschen Exil- und „Entre-deux-guerres"-Schriftsteller heraus. Besonders interessant erscheint mir, dass immer wieder der Bezug zu seinen Werken, die autobiographischen Hintergründe, die Beziehung zwischen realen und fiktiven Personen hergestellt wird. So gelingt Sternburg das, was leider nur wenigen Biographen gelingt: das vielschichtige Bild eines erfolgreichen, aber doch von Selbstzweifeln und seiner verheerenden Epoche geprägten Schriftstellers, der seinen inneren Frieden vergeblich gesucht hat. Einmal mehr wird deutlich, dass Remarque in den oft dem Alkohol ergebenen, desillusionierten, aber dem Leben die Stirn bietenden Helden seiner Romane seine eigene Welt und ihre innere Verfassung gezeichnet hat. Dadurch erst werden die Beziehungen zu den Frauen (beispielsweise Remarques Verhältnis mit Marlene Dietrich, dem ‚Puma') für den Biographen interessant. Einsamkeit, das Grundmotiv von Remarques Leben, der darin an Paul Bäumler erinnert, seinen ersten großen Romanhelden und fiktiven Erzähler von „Im Westen nichts Neues".
Parallel dazu entsteht die Welt der entwurzelten deutschen Exilliteraten, die versuchen in den USA Fuß zu fassen. Eine Generation, die - wie die jungen für den I. Weltkrieg verheizten Soldaten - „vom Kriege zerstört wurde, auch wenn sie seinen Granaten entkam." (Prolog „Im Westen nichts Neues"); die auch nach dem Krieg keine Ruhe, keine neue Heimat findet, befremdlich die Beziehung Remarques zu seiner Heimatstadt Osnabrück.

Schließlich sei dem Biograph auch gedankt, dass er trotz genauester Recherche vorsichtig, ja in respektvoller Distanz bleibt, wenn es um ein - leicht endgültig erscheinendes - Urteil (sprich: Verurteilung) von Remarque geht. Wohl tut der ehrfüchtige Respekt, wenn er von der schlichten, weitgehend unbeachteten Trauerfeier und dem Grab des Schriftstellers in Ronco (italienisches Tessin) berichtet, und dabei die Absicht, Remarque - abseits des politischen Geschreis - gerecht zu werden, erkennbar wird. Der aufmerksame Leser hat es längst gespürt: Es ist an der Zeit, vom öffentlichen Dialog weg und zur inneren Auseinandersetzung mit dem Werk Remarques zu gelangen.
Eine daher sehr verdienstvolle, längst überfällige Biographie!

Mag Remarques Gesamtwerk künstlerisch angreifbar oder weniger bedeutsam sein (viele Romane haben die gleiche Grundstimmung und sehr „ähnliches Personal"), so bleibt er doch unbestritten einer der wichtigsten Chronisten seiner Zeit, dessen Werke in atmosphärischer Dichte der nachfolgenden Generation wenigstens im Ansatz die gnadenlose, verheerende Wirkung der Weltkriege begreiflich machen können.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Standardwerk, 30. Januar 2004
Von Dieter Winkler (Freilassing, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Wilhelm von Sternburg ist es gelungen, die erste wirkliche Biografie über Erich Maria Remarque zu schreiben und dabei zugleich auch ein Standardwerk zu schaffen. In erster Linie richtet sich sein Buch an jenen Leser, der sich bereits mit den Romanen Remarques vertraut gemacht hat und nun etwas mehr über den Autor und seine Zeit erfahren möchte.

Gerade auch dadurch, dass Wilhelm von Sternburg sehr genau auf den jeweils bestehenden zeitgeschichtlichen Hintergrund eingeht und dazu sowohl Remarques Leben als auch jedes seiner Werke in Bezug stellt, entsteht ein sehr lebendiges Bild über einen Schriftsteller, dessen Bücher auch heute noch - über drei Jahrzehnte nach seinem Tod - Bestseller sind.

Mein Fazit: An dieser spannenden, äußerst informativen Biografie wird niemand, der sich näher mit Leben und Werk Remarques auseinander setzen möchte, vorbeigehen können.

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