Unter den elf "Geschichten von Krieg und Frieden" überzeugen besonders die Beiträge der Autorinen Aygen-Sibel Celik und Juli Zeh. Obwohl der Stil der beiden Autorinen unterschiedlicher nicht sein könnte, kommt ihr Schreiben in einem wesentlichen Punkt überein. Beiden merkt man an, dass sie mit dem worüber sie geschrieben haben auf einer tiefen Ebene in Berührung gekommen sind. Nichts wirkt konstruiert, alles authentisch, in Wortwahl und Aussage. Während Aygen-Sibel Celik als Zugang zu der Thematik eher an die erschütternde Sachlichkeit der dokumentarischen Literaturtradition anknüpft, wählt Juli Zeh eine sehr subjektive Perspektive, die von schlichter aber ergreifender Poesie getragen ist. Das Hohe an diesem gelungenen Beispiel für eine engagierte Literatur besteht in der Klarheit der Sprache, die Fühlen lässt, was sich nicht sagen lässt. Dadurch werden beide Texte sowohl für jugendliche, als auch erwachsene Leser zu einer literarischen Erfahrung von Krieg und Frieden.
von Arno Nühm