"die allertraurigste geschichte" ist eine wunderbare tour de force. erzählt wird die geschichte des "guten soldaten" (so der originaltitel) edward ashburnham, der seinen besten freund mit dessen frau betrügt. der ich-erzähler ist eben dieser hintergangene ehemann, ein wohlhabender und müssiggängerischer amerikaner, der nach dem tod seiner frau und seines freundes auf ein leben voller illusion und selbstbetrug zurückschaut. eine tour de force ist der roman deshalb, weil ford die geschichte einem mann in den mund legt, der ganz ungeeignet erscheint, von leidenschaft und betrug rechenschaft abzulegen - die geschichte wirkt deshalb umso pathetischer und absurder zugleich. ford war als romancier ein brillianter techniker und artist, was die lektüre (auch in übersetzung) zu einem wahren fest macht. thomas mann? ford maddox ford! der roman hat fünf sterne verdient; ärgerlich ist aber die preispolitik des verlags. da der roman ursprünglich schon 1961 (in derselben übersetzung) bei walter (und danach als diogenes taschenbuch) erschienen ist, hätte das buch auch preiswerter verlegt werden können.