Zuerst einmal: Dekkers traf mit seinem Buch, was mich persönlich angeht, voll und ganz ins Schwarze. Auch ich hatte mich mit vielen seiner Fragen schon beschäftigt, und ich hatte beim Lesen das Gefühl, eine verwandte Seele getroffen zu haben. So viel zu meiner persönlichen Meinung. Dieses Buch zählt zu meinen Lieblingsbüchern.
Vergänglichkeit übt einen (morbiden) Reiz auf uns Menschen aus, auch wenn so mancher das weit von sich weisen würde. Warum sonst lieben so viele Menschen Antiquitäten oder Souvenirs, sammeln alte Dinge oder finden das romantisch Angegammelte an älteren französischen Häusern toll? Was sonst ist es, was uns an Ruinen und in Museen reizt?
Unterhaltsam und interessant beschreibt Midas Dekkers das Thema Vergänglichkeit und wie wir Menschen dazu stehen und mit ihr umgehen. Er beleuchtet es auf vielfältige Art und Weise, und nicht immer ist das, was er schildert, angenehm zu lesen - weil wir den Gedanken an bestimmte Dinge wie beispielsweise den Tod und den Zerfall gern zerstreuen. Und weil wir uns mit bestimmten Themen wie beispielsweise dem Alter ziemlich schwer tun können.
Aber neben den vielen philosophischen Fragen, die das Buch aufwirft, erzählt Dekkers auch eine Fülle interessanter Fakten rund um sein Kernthema. Das mag an sich schon nicht jedermanns Sache sein, und dazukommend mag wohl auch sein sarkastisch-schwarzhumoriger Erzählstil nicht die Gunst eines jeden gewinnen - aber wer sich darauf einlassen kann, der wird es nicht bereuen.
"Nichts auf dieser Welt bleibt, wie es war." Die Bestätigung hat man schon beim Lesen des Buchs: es sieht nicht mehr so frisch und unverbraucht aus wie am Anfang, als es noch ungelesen war. Die Kanten stoßen sich ab, Seiten knicken vielleicht, es sieht gelesen aus - da ist es: die Vergänglichkeit des Buches hat nun sichtbar begonnen...
Unbedingt empfehlenswert - ein Buch, das bereichert.