Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird man feststellen, wie schwer es ist, sich seiner Wirkung zu entziehen. So wie der Held stellt man sich vor, wie es sein kann - das Leben um einen herum: Die Frau schräg gegenüber in der Bahn, was hat sie heute noch vor, wen wird sie treffen, weshalb trägt sie diese große Tasche bei sich, was ist drin in der Tasche ...? So geht es immer weiter. Ich habe selten ein Buch gelesen, das mich so beschäftigt hat wie dieses, selten habe ich mich so stark mit einem Helden identifiziert wie hier. Der traurige Träumer, den Markus Seidel beschreibt, steckt wohl in jedem von uns. Dabei ist das Buch sogar recht heiter, gleichzeitig durchzieht es aber eine Weise der Melancholie, die nicht so sehr ausdrücklich ist, sondern gewissermaßen zwischen den Zeilen steht.
Ein leises und ein lautes Buch gleichermaßen, ein trauriges und lustiges.