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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sensationeller Historienkrimi nach wahrer Begebenheit, 23. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: alias Grace. (Taschenbuch)
Margaret Atwood ist einfach großartig. Mir hat noch jedes Buch von ihr gefallen, und ganz besonders gelungen finde ich "alias Grace". Dieser Roman ist alles zugleich: spannender Krimi, Historienroman, Biografie ... Die Geschichte der Grace Marks, die 1843 zusammen mit ihrem angeblichen Liebhaber ihre Arbeitgeber ermordet haben soll, ist seit langem ein Mythos in der Geschichte Kanadas. Erst 16jährig wird Grace zuerst zum Tode verurteilt, dann begnadigt und muß die nächsten 30 Jahren hinter Gittern und in Nervenanstalten verbringen. 16 Jahre nach dem Doppelmord untersucht sie ein junger ambitionierter Nervenarzt und kommt zu dem Schluß, daß Grace unschuldig ist. Aus wenigen Fakten und widersprüchlichen Zeugenaussagen hat Atwood der historischen Figur Leben eingehaucht. Hervorragend recherchiert ist der zeitgeschlichtliche Hinergrund, das Quilten, die Rolle der Frau, und die Anfänge einer Psychologie wie wir sie heute kennen. Wie Atwood diese Informationen in einen spannenden Roman einbaut ist meisterlich. Hier wird das Kanada Mitte des vorigen Jahrhunderts lebendig. Und die Charakterzeichung ist einmalig. Mit wenigen Eigenschaften versteht es die Autorin, komplexe und glaubhafte Figuren zu schaffen. Trotz seiner 632 Seiten wagte ich mich an das Buch heran und wurde reich belohnt! Ich habe es an einem Wochenende durchgelesen! 200% empfehlenswert! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterhaftes psychologisches Tiefenportrait einer Epoche, 6. August 2006
Rezension bezieht sich auf: alias Grace. (Taschenbuch)
Margret Atwoods Buch "alias Grace" bezieht sich die Kinnock-Montgommery Morde in einem Vorort von Toronto des jahres 1843, die damals internationales Aufsehen erregten, weil in diesem Verbrechen soziale Gegensätze, Schönheit und Sexualität eine Mischung eingingen, die das Publikum faszinierte. Am Schicksal der blutjungen und bildschönen Grace Marks, die als Mörderin zum Tode verurteilt und erst im letzten Augenblick zur lebenslanger Haftstraffe begnadigt wurde, schieden sich in Kanada jahrzehntelang die Geister, ehe Grade Marks nach 28jähriger Gefängnisstrafe 1872 begnadigt wurde und ihren Lebensabend in den vereinigten Staaten verleben konnte. Sie ist die Hauptfigur des Buches, und wie es der der Autorin gelingt, ihre Persönlichkeit, ihre Herkunft und ihre ganze Epoche zum Leben zu erwecken, ist ein Leseerlebnis. Im Zuge einer raffiniert komponierten Erzählstruktur werden immer neuen Teile des Mordfalles zusammengefügt, ohne dass bis zum Ende ersichtlich würde, ob Grace Marks nun eine Mörderin war oder nicht. Der weiblichen Hauptperson steht der ehrgeizige, aber recht wirre Wissenschaftlers Dr. Jordan gegenüber, der die inzwischen einsitzende Grace untersuchen und beurteilen soll, wobei er sich in sie verliebt und die Behandlung abbricht. In seiner Figur, der unverkennbar Züge des jungen Freud beigemischt sind, wird die ganze Unschärfe und Vagheit der psychologischen Diagnostik bis auf den heutigen Tag deutlich, deren einzige Basis und Leitlinie nur das ist, was man ohnehin glaubt. Doch ganz gleich, ob die Autorin Grace Marks oder Dr. Jordan, einen gutgläubigen Geistlichen, dem trinksüchtigen Vater der Verdächtigen, einem Jahrmarktgaukler, der alle zum Narren hält, die böse Nancy Montgomery, den libertären Kinnock oder wen auch immer porträtiert, immer halten sich Anschaulichkeit und Präzision in der Beschreibung der Figuren mit einer vornehmen Zurückhaltung in der Bewertung die Waage. Alles in allem ein packendes Leseerlebnis von der ersten bis zur letzten Seite. Meine Lieblingsstelle: Die Stellungnahme des Gefängnisdirektors Dr. Bannerling zu Charakter und Person der Tatverdächtigen, die man allen allzugutgläubigen Gutachtern in das Stammbuch schreiben sollte ( S. 576-578 )
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schön geschrieben, aber nicht das faszinierendste Margaret Atwood Buch, 13. September 2008
Rezension bezieht sich auf: alias Grace. (Taschenbuch)
Das Buch handelt von Grace Marks, einer jungen Frau die im Jahr 1843 mit 16jahren wegen Mordes zum Tode verurteilt wird. Das Urteil wurde in letzter Minute auf lebenslängliche Haft abgeändert, da Ihre Schuld nicht 100% nachgewiesen werden konnte. Nach 29 Jahren wird Grace Marks begnadigt. Das Buch befaßt sich mit der Frage nach Graces Schuld. Die Authorin wählt dabei verschiedene Erzählperspektiven, die wichtigsten sind die Erinnerungen der Grace Marks, die Aufzeichnungen und Briefe des jungen Psychologen Simon Jorden sowie Auszüge aus den historischen Beobachtungen der Journalistin Susanna Moodie. Deutlich wird, daß Grace Marks ein faszinierender Character gewesen sein muß, der die Menschen in jeder Lebenssituation in ihren Bann zog. Ganz typisch für Margaret Atwood lauert dabei überall ein starker sexueller Hintergrund, der die Personen in ihrer Beziehung zueinander charakterisiert. Was mir in diesem Buch leider fehlt sind Überraschungsmomente, die in den anderen Atwood Büchern sehr gekonnt eingesetzt werden. Die Geschichte ist von Anfang an sehr gradlinig und vorhersehbar. Die Episode mit der Hypnose, in der der Leser Erkenntnisse erwartet, ist zwar sehr spannend geschrieben, im weiteren aber unglaubwürdig. Auch wenn es nicht überraschend ist bekommt der Leser zum Schluß keine Antwort auf die Schuldfrage von Grace Marks; es gibt aber auch keinen anderen literarischen Höhepunkt, der das wettmachen würde. Das Buch ist eine schön geschrieben Lektüre, die Sprache macht Spaß. Der Inhalt fesselt leider kaum. Wer Margaret Atwood noch nicht kennt und ihre faszinierenden Beobachtungen von Frauen, die in ihren Freundschaften zwischen Liebe und Boshaftigkeit alles verkörpern, kennenlernen möchte, dem empfehle ich "Cat's Eye" oder "Robber Bride". Anmerkung: ich habe das Buch im englischen Original gelesen, aber die Kritiken der anderen Leser sprechen dafür, daß die Übersetzung die Geschichte sehr gut transportiert.
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