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Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch.
 
 
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Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch. [Taschenbuch]

Hans J. Chr. v Grimmelshausen , Harro Gehse
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 78 Seiten
  • Verlag: Bange; Auflage: 3. A. (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3804403840
  • ISBN-13: 978-3804403840
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 11,4 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.355.008 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Abenteurliche Simplicissimus
OA 1668 (1669) Form Roman Epoche Barock
Unter dem Pseudonym German Schleifheim von Sulsfort erschien 1668 (vordatiert auf 1669) der wohl bedeutendste Roman des Barock und einer der ersten Schelmenromane seiner Zeit: Der Abenteurliche Simplicissimus – ein Buch vom und über den Dreißigjährigen Krieg. Sein Untertitel enthält zugleich auch Hinweise auf den Stoff: »Das ist: Die Beschreibung deß Lebens eines seltzamen Vaganten/genannt Melchior Sternfels von Fuchshaim/wo und welcher gestalt Er nemlich in diese Welt kommen/was er darinn gesehen/gelernet/erfahren und außgestanden/auch warumb er solche wieder freywillig quittiert. Überauß lustig/und männiglich nutzlich zu lesen.«
Inhalt: Grimmelshausen schildert das Leben des Romanhelden Simplicius Simplicissimus. Am Beginn steht der tragische Überfall auf den Bauernhof seines angeblichen Vaters im Spessart. Anschließend erfährt er in der Einsiedelei eines Eremiten, der sich später als sein wirklicher Vater herausstellt, eine christliche Erziehung. In die Welt entlassen, wird er in Hanau zum Narren, bevor man ihn entführt. Wenig später schließt er sich den kaiserlichen Truppen an, bis ihn der kommandierende Obrist zu einem Hofmeister gibt, der sich seiner annimmt. Im Kriegsgetümmel wird Simplicius zum »Jäger von Soest«; als Soldat und Kaufmann zieht er durch die Welt, von einem Abenteuer ins nächste gestoßen.
Der beschriebenen Wirklichkeit stehen verschiedene Utopien gegenüber, die sich jedoch alle als untauglich erweisen. »Jupiter« etwa predigt den ewigen Frieden und erscheint als wahnsinnig. Zuletzt formuliert Simplicius sein berühmt gewordenes »Adieu Welt« und zieht sich als Eremit in den Schwarzwald zurück. Dort hält er Rückschau und erzählt sein früheres Leben.
Aufbau: Wie alle Barockromane (Stichwort R S. 440), die vom spanischen Schelmenroman geprägt sind, besteht auch der Simplicissimus aus zahlreichen Episoden, an deren Beginn der Erzähler jeweils eine kurze Inhaltsübersicht über das sich anschließende Kapitel gibt. Allerdings kommt der Autor über das bloße Prinzip der Reihung hinaus, indem er den Erzähler in das Geschehen einbindet und dadurch der Prozess der Selbsterkenntnis bzw. der inneren Umkehr an Aussagekraft gewinnt. Das ständige Auf und Ab seiner Erfahrungen steht für das Schicksals-Prinzip (Fortuna), in dem sich das Lebensgefühl dieser Epoche widerspiegelt. Um dieses Kompendium an Ideen in eine passende Form bringen zu können, wählte Grimmelshausen eine satirische Darstellung, in der sich allegorischer und realistischer, hoher und niederer Stil adäquat miteinander verbinden.
Wirkung: Bereits im Frühjahr 1669 erschien eine zweite Ausgabe, vermehrt um die Continuatio. Der anhaltende Erfolg bewirkte eine recht komplizierte Folge von insgesamt sechs, zum Teil unautorisierten Fassungen. Auch in den folgenden Jahrhunderten zählte das Werk zu den wenigen Barockromanen, die auch außerhalb der Wissenschaft auf ein reges Interesse stießen. Seit der Romantik haben sich zahlreiche Dichter von dem Buch inspirieren lassen. Im 20. Jahrhundert adaptierten u. a. Bertolt Brecht in seinem Drama Mutter Courage und ihre Kinder (UA 1941) sowie Günter Grass in der Erzählung Das Treffen in Telgte (1979) den Stoff. Mehrere Künstler, darunter A. Paul Weber (1893–1980), fertigten Illustrationen an, Karl Amadeus Hartmann (1905–63) komponierte die Oper Simplicius Simplicissimus (entst.1936; UA 1948). C. V. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

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159 Bände umfasst die Reihe Königs Erläuterungen und Materialien, von antiken über klassische bis hin zu zeitgenössischen modernen Werken, allesamt wichtige Schullektüren und Schlüsselwerke. Königs Erläuterungen bieten Band für Band verlässliche Lernhilfen für Schüler und weiterführende Informationsquellen für Lehrer und andere Interessierte, sie sind verständlich und prägnant geschrieben. Mit Königs Erläuterungen und Materialien bieten wir von Allende bis Zweig die umfangreichste Sammlung von Interpretationen in deutscher Sprache.
Was steckt in diesem Heft?
Autor: Leben und Werk. Text: Entstehungshintergrund, Quellen, Inhaltsangabe, Personengefüge, Aufbau/Struktur, Erläuterungen, Aspekte zur Diskussion
Stimmen der Kritik
Literaturauswahl
Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622 - 1676) gilt als der bedeutendste deutsche Erzähler des 17. Jahrhunderts. Nach einem gefahrvollen Leben als Soldat begann er erst 1665 mit dem Schreiben und hat in kurzer Zeit ein eindrucksvolles Opus geschaffen. REASON: review already exists

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die Verwendung der 'veralteten' Sprache führt zu Lesehemmungen und macht es dem Leser oft schwer, den Sinn der Sätze zu erfassen. Nach einem kurzen 'Einlesen', bei dem man versucht, sich mit der Sprache zurecht zu finden, sind die meisten der Schwierigkeiten beseitigt. Man sollte sich daher einstimmen, wenn man zu lesen beginnt. Oft reicht es bereits, wenn man ein paar Sätze des vorigen Kapitels liest, um den Zusammenhang der Geschichte zu verstehen.
Die Leseschwierigkeit nimmt mit Ende des Buches ab. So sind gerade die ersten Seiten, bei denen man wirklich blanko zu lesen beginnt, höllisch. Ich hatte das Gefühl, dass der Sinngehalt der Seiten nicht zu hundert Prozent greifbar war und musste meistens fünf Mal nachlesen, bis ich zufrieden war. Je länger ich jedoch las, desto schneller konnte ich mich auch in der Welt Grimmelshausen einfinden und hatte weniger Probleme mit der Lektüre. Das Lesen eines derartigen Sprachstils erfordert wohl auch Übung, die ich (ich als Schüler) zu dieser Zeit, als ich zu lesen begann, noch nicht hatte. Aber irgendwann ist in diesem Sinne auch das erste Mal. Sonst gäbe es ja keine Versuche.
Das Buch zu empfehlen leuchtet ein, da es sich hierbei um eine Lektüre aus dem Barock handelt. Wenn man sich in das Zeitalter einstimmen will, kommt man um den Simplicius Simplicissimus wohl nicht herum. Da es allgemein nur sehr wenige Texte aus dem Barock gibt, die vor allem brauchbar sind, ist der Simplicius auch noch das geringere Übel. Menschen mit Sinn für neuzeitliche Romanwunder sind hier sicher fehl am Platz. Das Aufeinanderprallen der beiden Schreibstile ('veraltet' + 'neuzeitlich') kann einen Menschen schon grundlegend verwirren. Deswegen würde ich den abenteuerlichen Simplicissimus auch nur als alleinige Lektüre empfehlen, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden.
Die Aussage des Buches, trifft teils noch heute zu. Wie findet ein Mensch in der Welt, in der er immer sündigen kann, ein seliges Ende? Wenn man dies mit unserer heutigen Weltanschauung vergleicht, kommt man wohl oder übel zu dem Entschluss, dass sich Ähnlichkeiten feststellen lassen. Heute steht der Glaube gegenüber dem Rationalen. Denn auch wir suchen nach Frieden und Erlösung, aber Wissenschaft und Wissen stehen im krassen Gegensatz zu Himmel und Paradies. Wenn wir schon dabei sind, die ganze Welt zu überprüfen, zu forschen und dabei sind, alles nur Erdenkliche zu wissen, können wir dann eine Erlösung in Form von etwas, das wir nicht erklären können, in Erwägung ziehen?
Die Aussage, dass man immer sündigen kann, existiert heute weiterhin. Der Glaube soll uns den Weg weisen, doch da steht wieder das Rationale im Weg. Aber wie findet man in einer verruchten Welt ein seliges Ende? In Wahrheit prägt uns das Umfeld ebenso wie der Glaube. Und Gedanken über Jenseits und Tod haben sich in tausend Jahren Menschheitsgeschichte stetig verändert. Je weiter wir mit unserem Wissen gehen, desto weiter wird die Frage nach dem Jenseits zurückfallen.
Durch die Lektüre soll der Leser über die Unzulänglichkeit und Gefährdung des Menschen aufgeklärt werden. Wir sehen, wie jemand vom Weg abkommen kann und sehen daneben unser eigenes Leben. Welche Ähnlichkeiten stellen wir schlussendlich fest? Die Frage nach dem Nutzen des Lebens gibt es heute weiterhin. Sie existiert nicht in derselben Form wie im Barock, wo sie in jeder Art von Kunst und Literatur auftritt, aber sie ist erkennbar. Warum leben wir, wenn wir doch nur sterben'?
Auf diese und weitere Fragen, die uns von damals weitergeleitet wurden, muss jeder seine eigene Antwort finden. Ob er sich schlussendlich für ein Leben in Bitterkeit oder Freundlichkeit entscheidet, muss jeder selbst wissen. Heutzutage ist es vielleicht noch schwerer, sich darüber im Klaren zu werden. Mit jedem Schritt zum Wissen entfernen wir uns vom Glauben. Im Barock, wo noch relativ viel dem Glauben überlassen war, betrachtete man die Frage noch unter einem Stück anderen Winkel. Gedanken an Erlösung beim Verzicht waren eher denkbar. Beim heutigen Erklärungsstand, wo selbst der Tod in Frage gestellt wird, könnte die schwieriger werden.
Aber wie gesagt, jeder muss und kann nur für sich selbst eine Antwort finden. Unsere Individualität macht es uns eben nicht einfach, auf ethische Fragen Antworten zu finden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszinierend 14. September 2011
Von Peter Wax
Format:Kindle Edition
Der 'Simplizissimus' ist eines der ganz großen Werke der deutschen Literatur, das immer wieder fasziniert, und zwar um so mehr, je öfter man sich mit ihm beschäftigt. Gewiss, das barocke, oft ausufernde Deutsch des 17. Jahrhunderts ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, und es braucht viel Geduld und viel Zeit, bis man sich in dieser Sprache zurechtfindet. Aber wer das geschafft hat, wird reichlich belohnt mit der Entdeckung eines Meisterwerks in all seinen vielen Facetten menschlicher Existenz, von größter Brutalität bis zu feinsten menschlichen Regung, dies alles geschildert mit distanziertem Humor und doch oder gerade deshalb unmittelbar erschütternd und anrührend. Dazu die vielen prallen Bilder aus dem damaligen Leben der Menschen des 17.Jahrhunderts - der kleinen Leute, Männer und Frauen, der Bauern, der Landsknechte, der Städter, der Gaukler, der Betrüger, der Pfaffen, der Marketenderinnen und leichten Dirnen und so weiter und so fort - inmitten der Dauerkatastrophe des Dreißigjährigen Krieges, anschaulicher kann kein Geschichtsbuch vermitteln, was damals wirklich los war in Deutschland ' Teutschland, würde Grimmelshausen sagen. Und dann natürlich der Erzähler selbst, der 'Held' des Romans, der inmitten dieses Geschehens seine Menschlichkeit verliert und wiederentdeckt - das ist modern im modernsten Sinn und in der deutschen Literatur wohl kaum einmal so eindrucksvoll geschildert worden wie von Grimmelshausen in seinem 'Simplizissimus'. Dass er gelegentlich ganze Passagen bei anderen Autoren abschreibt, ohne das kenntlich zu machen, mag uns als Schönheitsfehler erscheinen, war aber damals allgemein üblich und nicht ehrenrührig und macht das Ganze noch lebendiger, als es ohnehin schon ist. Nochmals: Viel Geduld ist notwendig, bis man sich eingelesen hat in der 'vergangenen' Sprachwelt, aber dann kann man süchtig werden und tut sich schwer, das Buch beiseite zu legen, selbst wenn man es schon ein paarmal gelesen hat. ' Fazit: Der erste fulminante Höhepunkt der deutschen Romanliteratur.
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Format:Kindle Edition
Er stand schon lange auf meiner Liste der Simplicissimus. Was lag also naeher, meinen neuen Kindle gleich mit der kostenlosen Kindle Edition zu bestuecken.

Wie vielfach schon angedeutet ist der Sprachstil schwierig. Nach einer Weile ist man des Teutschen aber maechtig.
Hier auch gleich ein Tipp zum lesen des Buches: Man muss am Ball bleiben. Es liest sich am Besten, wenn man es ohne laengere Pause durcharbeitet. Denn nach jeder Pause dauert es immer wieder eine Weile, bis man sich an das Teutsche gewoehnt hat.

Ist man einmal in den Simplicissimus versunken, wird man belohnt mit absolut authentischen Geschichten einer finsteren Zeit. Kaum zu Glauben was damals die Werte und Normen der Gesellschaft gewesen sind.

Fuer den Roman gibt es volle Punkte. Abschlaege gibt es fuer den Sprachstil, der sicherlich bei manchem Leser zum Weglegen des Buches fuehren wird.
Wie bereits erwaehnt, hat man einmal den Punkt des "Nichtverstehens" ueberwunden, kann man eintauchen in die Welt des 17 Jahrhunderts.
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