Für unseren Zypernurlaub wollten wir einen Reiseführer für die ganze Insel. Nach einer Vorauswahl blieben wir beim „Rough Guide to Cyprus" und dem Zypernführer aus dem Michael Müller Verlag hängen. Vorneweg: Beide Werke sind empfehlenswert, weisen aber doch unterschiedliche Stärken und Schwächen auf.
Hintergrundinfos: Davon gibt es in beiden Führern reichlich. Der Rough Guide geht mitunter etwas mehr ins Detail, ohne dass die Beschreibungen dadurch langatmig werden (z.B. zum Annan-Plan der UN zur Wiedervereinigung Zyperns). In Sachen Geschichte pinkelt der MM-Führer den Zyperngriechen unterm Strich etwas mehr ans Bein als der Rough Guide, aber insgesamt sind die Darstellungen durchaus ausgewogen und erscheinen wirklich gut recherchiert. Auch interessante Anekdoten am Rande findet man in beiden Büchern, ebenso wie ausführliche Angaben zu Flora und Fauna (im Rough Guide sind's dazu sogar ein paar Seiten mehr).
Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten: Im MM-Führer etwas besser, was auch daran liegt, dass mehr Karten/Lagepläne abgebildet sind als im Rough Guide. Andererseits fanden wir im Rough Guide brauchbarere Angaben zu Öffnungszeiten. Die essentiellen Infos findet man in beiden Reiseführern, und interessanterweise überschneiden sich die sonstigen Angaben gar nicht mal besonders, d.h. es bringt durchaus Gewinn, beide parallel zu lesen.
Stadtpläne/Landkarten: Hier hat der Rough Guide die Nase vorn. Die Pläne sind detaillierter, insbesondere die Innenstadtpläne, was die Orientierung um einiges erleichtert.
Hotels: Der MM-Führer gibt in Sachen Hotels mehr her, da er auch für kleine Orte Übernachtungsmöglichkeiten auflistet; etwas mehr Detailgenauigkeit könnte hier und da aber nicht schaden (das Hotel Altun Tabya im Zentrum von Famagusta etwa . Die Preisangaben waren bei unserer Reise im April 2006 schon wieder überholt (so im Schnitt + 5 EUR), aber das liegt in der Natur der Sache. Der Rough Guide gibt hier nur Spannen an, was mit einem Weniger an Genauigkeit einhergeht.
Restaurants: Hier findet man im Rough Guide die treffenderen Ausführungen. Auch was die Öffnungszeiten anbetrifft.
Übersichtlichkeit: Hier kann man bei beiden Büchern nicht meckern, man findet sich in beiden gut zurecht. Kleiner Vorteil beim Rough Guide: Es werden vorab für jedes Gebiet die Hauptsehenswürdigkeiten aufgelistet. Das erleichtert den Überblick.
Praktische Tipps: Kleines Plus für den Rough Guide. Angaben zu Trinkgeld suchten wir im MM-Führer etwa vergeblich. Der Rough Guide beinhaltet auch bessere Angaben zu den Grenzübergängen.
Sprachführer: Unentschieden. Im Rough Guide mehr Wörter, dafür im MM-Führer noch ein kleines bisschen Grammatik. Lautsprache und Angaben zur Silbenbetonung fehlen leider in beiden Büchern. Ein Glossar zu Architektur-Begriffen haben dagegen beide Reiseführer im Programm.
Fazit: Ein eindeutiges Votum zu Gunsten des einen oder anderen Reiseführers lässt sich nicht treffen. Letztlich kommt es darauf an, welche Angaben dem einzelnen besonders wichtig sind. Wer gut ausgerüstet sein will, kauft einfach beide. Wir haben das jedenfalls nicht bereut. Wer des Englischen nicht mächtig ist, tut mit dem MM-Führer einen sicherlich einen guten Griff.