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Zyklon B - Die Produktion in Dessau und der Missbrauch durch die deutschen Faschisten
 
 
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Zyklon B - Die Produktion in Dessau und der Missbrauch durch die deutschen Faschisten [Taschenbuch]

Hans Hunger , Antje Tietz
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 188 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833492198
  • ISBN-13: 978-3833492198
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 24,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 951.536 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In der Dessauer Zuckerraffinerie wurde im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) das Giftgas Zyklon B produziert.
Damit ermordeten die deutschen Faschisten in den Konzentrationslagern Auschwitz, Majdanek, Sachsenhausen, Ravensbrück, Stutthof, Mauthausen und Neuengamme in den Jahren 1941 bis 1945 ca. 1 Millionen Menschen aus ganz Europa: Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, politische und andere Verfolgte des Naziregimes.
Das Buch beschreibt die Entwicklung des Produktes Zyklon B, seine Herstellung in der Dessauer Zuckerraffinerie, den Vertrieb und den Weg zum Instrument des Massenmordes. An eine Darstellung des faschistischen Umfeldes im Dessau der 1930er Jahre schließt sich die Frage an: Was wusste die Dessauer Bevölkerung?

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Informatives Buch 23. Mai 2007
Ich habe das Buch mit Interesse gelesen. Es ist in folgende Kapitel gegliedert: Herstellung von Zyklon B in Dessau / Die maßgeblichen Anteilseigner und Finanziers / Die Dessauer Werke / Entwicklung nach 1945 in Dessau / Wußten die Dessauer Bürger es? / Die Anwendung in KZ / Fazit

Spannend fand ich vor allem den ersten Teil, der sehr detailliert den Aufbau der Produktion in Dessau schildert und auch darstellt, wie aus dem ursprünglichen Insektenvernichtungsmittel ein Instrument des Massenmords wurde. Es gibt zahlreiche Abbildungen mit Dokumenten aus Archiven, die ein weiterer Beweis gegen Holocaust-Leugner sind, insbesondere auch die Baupläne der Produktionsstätte für Zyklon B in Dessau. Neu war mir auch, dass Zyklon B nicht nur in Dessau (in Deutschland) sondern auch an anderen Produktionsorten in Tschechien und Frankreich hergestellt wurde.

Im zweiten, etwas kürzeren Teil des Buches wird noch einmal die Verwendung von Zyklon B für den Massenmord in den KZ dargestellt, wobei diese Informationen sicher auch in anderen Publikationen schon verfügbar sind. Allerdings ist es zur Einführung in das Thema, für Leute, die darüber wenig wissen ein sehr gutes Einstiegsmaterial, das unter dem spezifischen Gesichtspunkt hier zusammengestellt ist.

Die Bibliographischen Angaben sind sehr ausführlich und verweisen auf sehr viel Quellenmaterial.

Fazit: Wer sich für das Thema interessiert wird hier neue Details entdecken. Für Einsteiger (zum Beispiel im Schulunterricht) gibt es sehr viele Originaldokumente, die die Texte der Autoren unterstützen.
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'"Niemand, der als Erwachsener zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland lebte, kann sagen, er habe nichts von der nationalsozialistischen Verfolgungspraxis gewusst. Über die Gründung der Konzentrationslager war in den Zeitungen offen berichtet worden. Von Anfang an verfolgten die Nazis ihre politischen Gegner mit unerbitterlicher Härte. Niemand kann sagen, er habe nichts gemerkt, als die Synagogen brannten und später die Juden, Sinti und Roma durch die Straßen getrieben und deportiert wurden.' (Baumann/Heyl/Melzer 2000)"

Mit diesen Worten beginnt das Buch mit dem Titel 'Zyklon B - die Produktion in Dessau und der Missbrauch durch die deutschen Faschisten', das im Frühjahr 2007 erschienen ist. Das Werk ist Ergebnis zeithistorischer Recherchen der Dessauer "Forschungsgruppe Zyklon B'" Seit 1996 arbeiten ihre MitstreiterInnen ehrenamtlich an der Erforschung des Themas. Sie suchten nach Quellen und befragten ZeitzeugInnen, sichteten umfangreiche Literatur und ließen sich auch von Widerständen seitens der Stadt Dessau nicht ihren Tatendrang nehmen.

Obwohl die Mitglieder der Forschungsgruppe des Buches keine HistorikerInnen im eigentlichen Sinne sind, entstand eine detaillierte Forschungsarbeit, die mit zahlreichen Abbildungen, Tabellen und Dokumenten aus Archiven unterlegt ist. Die Bauzeichnung auf dem Buchcover macht das Anliegen deutlich, Konkretes vermitteln zu wollen. Die aussagekräftigen Schaubilder unterstreichen das ebenfalls. Umfangreiche Quellen und Literatur-Nachweise zeigen den Faktenreichtum der Forschungsergebnisse, der den wissenschaftlich-historischen Wert des Buches überhaupt möglicht machte. Detailliert wird die chemische Zusammensetzung und Wirkung von Zyklon B verständlich beschrieben. Den LeserInnen soll damit bewusst gemacht werden, wie enorm die Wirkung dieses von den Nazis zum industriellen Massenmord eingesetzten Gases war. Auf dem Gelände der Zuckerraffinerie der sachsen-anhaltischen Stadt wurde seit 1924 das eigentlich zur lnsektenbekämpfung entwickelte Zyklon B im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) produziert.

Die Nationalsozialisten ermordeten damit von 1941 bis 1945 in den Konzentrationslagern Auschwitz, Majdanek, Sachsenhausen, Ravensbrück, Stutthof, Mauthausen und Neuengamme ca. eine Millionen Menschen aus ganz Europa ' vorwiegend Jüdinnen und Juden, aber auch Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene, politische Gegner und andere Opfergruppen. Hans Hunger schildert im ersten Teil detailliert den Aufbau der Produktion in Dessau und stellt dar, wie aus dem ursprünglichen Insektenvernichtungsmittel ein Instrument des Massenmords werden konnte.

Im Anschluss berichtet er über den Beginn der Produktion von Zyklon B zur Schädlingsbekämpfung in der Dessauer Zuckerraffinerie, er benennt die beteiligten Firmen und Personen. Dabei wird offensichtlich, dass bereits während der Weimarer Republik die Forschung für Kampfgase zur militärischen Nutzung vorangetrieben wurde. In vielen Einzelheiten und mit Dokumenten wird die Produktion von Zyklon B während des Zweiten Weltkrieges und ihre Lieferung für die Massenvernichtung von Menschen analysiert.

Im zweiten Teil des Buches informiert Antje Tietz über die Anwendung des Zyklon B zur industriemäßigen Menschenvernichtung in den faschistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern, immer auch bezogen auf die Produktion in Dessau. Sie erörtert zudem, in welchen Lagern der Nazis Zyklon B nicht zum Einsatz kam, wie z.B. in Theresienstadt. In einem Schlusswort wird hervorgehoben, welchen verschwindenden Anteil die Nazizeit und die eigentliche Rolle der Stadt als Rüstungszentrum in der bisherigen Geschichtsschreibung Dessaus hat.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unausgewogen 12. Februar 2008
Gut die Hälfte der Seiten bringt Informationen zum Herstellerwerk, Besitzverhältnissen und Vertriebsfirmen. Dabei werden diverse Details und Dokumente aneinandergereiht, deren Relevanz fraglich ist. Ein aufgeblähtes Literaturverzeichnis mit Quellenverweisen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier wohl keine professionellen Historiker am Werk waren. Wichtige Einzelheiten wie zu Gerstein sind zwar belegt (S. 38 Anm. 91), aber in diesem Bwispiel durch Verweis auf fünf verschiedene Werke (teils ohne Seitenangabe) kaum nachvollziehbar. Es fehlt eine vernünftige Beschränkung auf das Wesentliche.

Der Teil, der sich mit dem Massenmord in Konzentrationslagern durch Zyklon B befasst, ist fragwürdig und greift teilweise auf (inzwischen dort verbesserte) ältere Versionen von Wikipedia zurück.

Sofern man nicht speziell zu Dessau, sondern zu Zyklon B zuverlässige Informationen sucht, ist man besser beraten, zum Werk zu greifen von Jürgen Kalthoff, Martin Werner: Die Händler des Zyklon B. Tesch & Stabenow. Eine Firmengeschichte zwischen Hamburg und Auschwitz. Hamburg 1998, ISBN 3-87975-713-5
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