Die Zwischenstadt, das ist die Weder-Stadt-noch-Land-Zone in der heutzutage immer mehr Menschen leben und leben wollen. Trotzdem ist diese Zone schlecht angesehen, vorallem bei Architekten und Planern. Die Verstellung des Blicks durch den Mythos der alten Stadt: Das Fehlen einer eigenständigen Identität, bei ihren Bewohnern sowie auf dem Feld der Politik, macht einen 'neuen Blick' auf die Zwischenstadt nötig. Das ist Sieverts Motivation zu diesem Buch. Er beschreibt die Sehnsüchte der Zeitgenossen wie die Veränderungen der Landschaften unserer Zeit. Eine Umkehrung: Die offene Landschaft ist zur Binnenfigur innerhalb des 'Hintergrunds' einer Siedlungsfläche geworden. Wer hätte gedacht, dass heute besonders beliebte Landschaften das Ergebnis grosser und gewaltsamer Eingriffe sind. Eine Vorstellung, noch ohne Bild: ein neuer Typ von Kulturlandschaft als bewohnte Landschaft - gegen die Trennung von Natur und Kultur. Gleichzeitiges Leben in der (globalisierten) Welt der Technik und Wirtschaft und der (ortsbezogenen) Welt der kulturellen Identität und Nachbarschaft - Die Simultanität des heutigen Alltags. Die Autoabhängigkeit der Zwischenstadt schliesst Kinder, Alte und Behinderte weitgehend aus, jedoch scheint der heute übliche ÖPNV keine Alternative zum Auto sein zu können. Sieverts sucht eine mögliche Veränderung in der Zwischenstadt aufzuzeigen, über unzählige kleine Schritte, verstanden als kulturelle Aufgabe und er versucht eine Beschreibung und Benennung des Ortes, um den es hier geht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)