"Zwischen den Träumen" ist 448 Seiten lang bzw. kurz wie ich schnell feststellen musste. Die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen hatte. Während dem Lesen fühlte ich mich teilweise in eine wunderschöne, surreale und fantastische Welt versetzt. In dieser Welt gibt es eine Droge mit dem wundervollen Namen "Basstaub" und eine Pflanze namens "Klingende Minze", die wunderschöne Töne von sich gibt wenn man eine zerdrückt. Diese Eindrücke ließen bei mir ein sehr surreales Bild dieser Welt entstehen: Es kam mir teilweise vor, als wäre ich in einem Bild von Salvador Dalí gelandet, dem großen Surrealisten. Weite Horizonte, bunte Farben, verstörende aber zugleich wunderschöne Motive in einem (Traum-) Mix aus Freude, Furcht, Verlangen, Musik, Sex und Spiritualität.
Das besondere an der Geschichte ist zudem, dass die Träume teilweise ganz eigenständige Geschichten in der Geschichte sind. Wer wie ich begeistert ist von Selim Özdogans Kurzgeschichten Bändern, dem wird dieses Buch mit Sicherheit ebenso gut, wenn nicht besser gefallen. Großartig finde ich, wie sich die Geschichte entwickelt und von einem zunächst seicht fließenden, unterhaltsamen Bächlein zu einem mitreissenden Fluß voller aufregender Gefühle und inspirierender Spannung wird. Bevor ich abends ins Bett gegangen bin habe ich mir teilweise gewünscht, dass sich die Geschichte in meinen Träumen weiterentwickeln würde.
Was mir an Selim Özdogans Büchern schon immer gefallen hat, ist, wie er einen auch zum Nachdenken bringt indem er wunderschöne, wahre, inspiriernde, motivierende, weise und/oder philosophische Sätze schreibt. Hier meine Lieblingszitate aus "Zwischen zwei Träumen":
# Die Wirklichkeit gehört allen, jeder betrachtet sie anders, und jeder glaubt, er würde etwas verstehen. (S. 13)
# Der Tanz ist der Funke der Lust. (S. 38)
# Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist. (S. 53)
# Die Wort fehlen eigentlich überall, und wir reden in die Lücken hinein, in der Hoffnung, dass uns jemand versteht. (S. 61)
# Wenn du nachts nicht rausgehst, wie sollst du dann wissen, dass es Sterne gibt? (S. 144)
# Der Tod ist Gottes Befehl, wenn nur die Trennung nicht wäre. (S. 148)
# Die Träume, die wir weinen, verdunsten vielleicht, aber sie verschwinden nicht. (S. 162)
# Es ist leicht an etwas zu glauben, das mit dem übereinstimmt, was man ohnehin schon weiß. (S. 202)
# Liebe das Leben, das du lebst, und lebe das Leben, das du liebst. (S. 215)
# Aus Langsamkeit entsteht Vertrauen. (S. 313)
# Die Regeln sind für den Menschen, nicht der Mensch für die Regeln. (S. 425)
Meine Empfehlung: Kaufen, lesen, genießen, träumen!