Als erstes muß man mal wieder sagen, das es sich hier um ein typisches Jugendbuch von Robert Heinlein handelt. Die Hauptdarsteller sind ausschließlich Jugendliche oder Heranwachsende. Aus diesem Grund werden die Bücher aus der sogenannten "Juvenile Novells Reihe" auch für dieses Zielpublikum aufgelegt. Nicht mehr und nicht weniger.
Über den Inhalt des Buches ist ja auch schon geschrieben worden. Es ist allerdings keine Verfolgungsjagd quer durch das Universum. Der jugendliche Held Donald Harvey (er mag so um die 15 sein) ist im Weltraum geboren. Sein Vater ist von der Erde, seine Mutter von der Venus. Zu Beginn des Abenteuers lebt er auf der Erde in einem Internat. Da es wohl zum Krieg der Venus-Kolonie mit der Erde kommen wird, schicken ihm seine Eltern ein Telegramm mit der Bitte, zu ihnen auf den Mars zu kommen. Zuvor soll er jedoch von einem Freund der Familie ein Päckchen abholen und mitbringen. Was Don aber nicht weiß ist, das er sich damit zum Kurier einer venusnahen Geheimorganisation macht. In diesem Päckchen befindet sich ein Ring mit wichtigen Forschungsergebnissen für die wissenschaftliche Organisation. Durch die Wirren des nun ausgebrochenen Krieges, landet Don aber nicht auf dem Mars, sondern auf der Venus. Er setzt nun alles dran, um irgendwie den Planeten zu verlassen und zu seinen Eltern zurückzukommen. Vorerst ist ihm das aber nicht möglich. So meldet er sich als guter Patriot zur Venusarmee und kämpft gegen die gelandeten Invasoren von der Erde. So nach und nach kommt er dem Geheimnis des Ringes auf die Spur und schafft es, Kontakt mit einem Teil der Geheimorganisation auf der Venus aufzunehmen. Dort erfährt er dann die ganze Wahrheit und landet schließlich doch noch auf dem Mars.
Also, als ganz so schlimm habe ich die Übersetzung nun doch nicht empfunden, da gibt es durchaus schlimmeres. Der Roman an sich macht auf mich einen guten Eindruck. Er ist zwar nicht sonderlich fesselnd, Heinlein würde seinen jugendlichen Held ja eh nicht sterben lassen, aber auch nicht langweilig. Sehr interessant ist die Einheimische Rasse der Venus beschrieben. Es handelt sich dabei um große Drachen, die mittels einer Pfeiflautsprache miteinander kommunizieren. Einer dieser Drachen wird ein guter Freund von Don, so das man im Laufe der Geschichte immer tiefer in das Geschehen hineingezogen wird. Ein großes Manko ist meiner Ansicht nach das recht abrupte Ende. Mit Hilfe des geheimnisvollen Ringes und der darin versteckten Botschaft gelingt es der Geheimorganisation in den Besitz einer Waffe, oder einer Technik, zu gelangen, die weit über jener der Erde steht und mit der man den Krieg beenden kann. Leider werden die restlichen Möglichkeiten dieser Wundertechnik" nicht weiter beschrieben. Wahrscheinlich wusste Heinlein auch nicht so genau was er damit anfangen wollte. Man erfährt zwar recht viel über das Leben des Don Harvey, die Figur selber bleibt aber ein wenig blaß. Zum Ende hin entwickelt sie geradezu eine Paranoia, da Don keine Ahnung hat wem er trauen kann und wem nicht. Überall wimmelt es von Personen, die nur an dem Ring interessiert sind und ihn hintergehen wollen. Für meinen Geschmack etwas zu paranoisch. Bei der Ringübergabe möchte man ihm zurufen: Nun rück dieses verdammte Teil endlich raus! Aber auch hier wieder ein Verwirrspiel um 10 Ecken rum, frei nach dem Motto: Von hinten durch die Brust ins Auge.
Trotz allem ein nettes Buch, leicht zu lesen und eine angenehme problemlose Unterhaltung. Vom Niveau her nicht besonders hoch aber auch nicht allzu anspruchslos. Oftmals wird der Venuskrieg, die Auflehnung gegen die Kolonialmacht Erde, mit dem Freiheitskrieg des jungen Amerika gegen die Briten verglichen.
© deval