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Zwischen den Gezeiten [Gebundene Ausgabe]

Michael Wallner
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

11. Juni 2007
Alles oder nichts: Das Leben ist ein Spiel. Genau wie die Liebe.

In einem britischen Camp lernt Inga, eine junge Deutsche, 1948 den charismatischen Offizier Alec Hayden kennen. Inga begreift rasch, dass Hayden nur eine Leidenschaft kennt: Er ist ein Spieler, besessen von den Karten. Doch diese Entdeckung schreckt sie keineswegs ab. Denn die lebenshungrige Inga träumt davon, selbst einmal das richtige Blatt in Händen zu halten und den großen Coup zu landen. Ohne nachzudenken, setzt sie alles auf eine Karte – und droht alles zu verlieren. Da entdeckt der sonst so unnahbare Hayden, dass es für ihn im Leben noch Wichtigeres gibt als das Spiel.

Norddeutschland 1948: In einem Lazarett der britischen Truppen lernt Inga, eine junge Deutsche, Alec Hayden kennen – einen Offizier, der zerbrechlich wirkt, aber eine geheimnisvolle Aura besitzt. Inga, von dem unnahbaren Mann mit dem fahlen Gesicht merkwürdig angezogen, begreift rasch, dass Hayden nur eine Leidenschaft kennt: Er ist ein Spieler, besessen von den Karten. Doch diese Entdeckung schreckt sie keineswegs ab. Denn in der Tristesse der Nachkriegszeit träumt die lebenshungrige Inga von Abwechslung, Abenteuer und dem großen Glück. Was wäre, stellt sie sich vor, wenn sie selbst einmal das richtige Blatt in Händen halten und den großen Coup landen würde? Ohne lange nachzudenken, setzt Inga alles auf eine Karte – und droht alles zu verspielen: das Wenige, was ihre Eltern noch besitzen, ebenso wie ihre Ehre und ihr Glück. Und in diesem Moment erkennt Hayden, dass Inga ihm mehr bedeutet, als er sich eingestehen wollte. Und dass es für ihn im Leben noch Wichtigeres gibt als das Spiel...

Nach dem internationalen Bestseller »April in Paris« hat Michael Wallner mit »Zwischen den Gezeiten« ein bestechendes Porträt der deutschen Nachkriegszeit geschrieben – und einen großen Roman über die unmögliche Liebe zwischen einer lebenshungrigen jungen deutschen Frau und einem enigmatischen englischen Offizier. Zugleich aber zeichnet er die eindrücklichen Psychogramme eines Spielers, dem die Karten längst zur Sucht geworden sind, und einer Frau voller Mut und Entschlusskraft, die alles wagt und die auch in den verzweifeltsten Situationen festhält an sich und an ihren Träumen.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag HC (11. Juni 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630872557
  • ISBN-13: 978-3630872551
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.059.383 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mit wenigen Federstrichen zeichnet Wallner das Bild einer Gesellschaft im Umbruch, deren Atmosphäre er genau einzufangen versteht. In Hayden ist Wallner zudem das Psychogramm eines Süchtigen gelungen, der das Kartenglück über alles andere in seinem Leben zu setzen scheint. Ein bißchen erinnert der Roman an Michael Ondaatjes "Englischen Patienten", ein wenig auch an Fjodor Dostojewskis "Spieler", Wallner setzt Zitate und Motive aber völlig neu so zusammen, wie man es bisher noch nie gelesen hat." (dpa )

"Wallner, eigentlich Schauspieler und Regisseur, dessen Roman "April in Paris" ein Bestseller geworden ist, hat seine literarischen Ambitionen damit klar bewiesen." (Wiesbadener Kurier )

"Eine atemberaubend authentisch geschriebene Liebesgeschichte." (dpa über "April in Paris" )

Klappentext

"Mit wenigen Federstrichen zeichnet Wallner das Bild einer Gesellschaft im Umbruch, deren Atmosphäre er genau einzufangen versteht. In Hayden ist Wallner zudem das Psychogramm eines Süchtigen gelungen, der das Kartenglück über alles andere in seinem Leben zu setzen scheint. Ein bißchen erinnert der Roman an Michael Ondaatjes "Englischen Patienten", ein wenig auch an Fjodor Dostojewskis "Spieler", Wallner setzt Zitate und Motive aber völlig neu so zusammen, wie man es bisher noch nie gelesen hat."
dpa

"Wallner, eigentlich Schauspieler und Regisseur, dessen Roman "April in Paris" ein Bestseller geworden ist, hat seine literarischen Ambitionen damit klar bewiesen."
Wiesbadener Kurier

"Eine atemberaubend authentisch geschriebene Liebesgeschichte."
dpa über "April in Paris"


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gewinn und Verlust 19. Januar 2010
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ein deutscher Soldat und eine französische Resistance-Kämpferin - so die Konstellation im dem erfolgreichen Roman "April und Paris" des Österreichers Michael Wallner. In seinem Roman "Zwischen den Gezeiten" spielen ein britischer Soldat und ein deutsches Mädchen die Hauptrollen. In einem britischen Camp lernt Inga 1948 den charismatischen Officer Alec kennen. Die Zeit ist im Umbruch. Nach dem schrecklichen Krieg mit seine Folgen beginnt eine Zeit der - wenn man so will - Konsolidierung. Irgendwann verlassen die Briten das Camp Richtung Heimat, und mit der Währungsreform erscheinen die ersten Silberstreifen am Horizont.

Was dazwischen liegt, ist die Geschichte vom "Frollein" und dem Soldaten. Für die lebenslustige Inge ist die Arbeit im Camp eine willkommenen Ablenkung von der Tristesse daheim mit der nervösen Mutter, dem nazi-belasteten Vater und einem verheirateten Verehrer. Um so stärker fühlt sie sich vom geheimnisvollen Alec Hayden angezogen. Sie verliebt sich in ihn - den Spieler und Hassadeur, der sie in die Welt der Karten und Jetons einführt. Hohe Gewinne wechseln sich mit verlustreichen Partien ab. Ein Spiel ohne Limit - nicht nur am Kartentisch. Sie teilt seine Sucht, spielt mit und wird aus Liebe zu ihm aus der Lust am Spiel zur Diebin - an der eigenen Familie und am Arbeitgeber.

Liebe und Sucht in den Zeiten das Nachkrieges? Ein gefährliches Spiel. Alec gerät in die Fänge einer Schiebermafia. Reiche Generalswitwen, korrupte Gauner und Kriegsgewinnler zocken in verrauchten Hinterzimmern - immer in der Gefahr, nicht nur Geld zu verlieren, sondern auch das Leben. Und mittendrin: Inga. Aber das ist der Preis, der zu zahlen ist.

Parallel zu dieser Nachkriegswirklichkeit, wie Wallner sie uns beschreibt, gibt es die andere Wirklichkeit. Für einen großen Teil der Gesellschaft steht stellvertretend Ingas Familie. Da ist vor allem der Vater, der als ehemaliger "Goldfasan" jetzt um seine Entnazifizierung bangt und um seine Rente. Da sind die Überlebensstrategien und die Forderungen des Alltags. Und "manchmal ist die Gegenwart unwirklicher als die Zukunft".

Wallners Figuren agieren oft wie "Darsteller in einer Klamotte". Darunter leidet die literarische Qualität des Roman. Die politischen bzw. gesellschafts-politischen Implikationen der Geschichte wirken etwas naiv und blauäugig. Klischees gibt es zuhauf, und vieles ist einfach nur ärgerlich. Und das Ende? Ingas Diebstahl fliegt auf, Alec erweist sich als romantischer Held, der alle Schuld auf sich nimmt. So muss "nur dieses Spiel noch zu Ende gespielt werden". Er wird unter Arrest nach England verfrachtet, sie kann nicht mit ihm, "weil...das hellrosa Formular, gestempelt von deiner Dienststelle" fehlt. "Sie sahen sich an, er berührte ihren Mund." Good luck!
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4.0 von 5 Sternen Gut recherchierte Nachkriegsgeschichte 19. Juni 2011
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Roman spielt im Frühjahr 1948 in einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein, in der englischen Besatzungszone. Im Mittelpunkt steht die 18-jährige Inga, die als Zivilangestellte im Büro eines britischen Camps arbeitet. Sie lernt einen englischen Leutnant kennen, Alec Hayden, durch den sie in Spieler- und Schieberkreise gerät. Die Dinge nehmen eine Entwicklung, die Inga immer tiefer in Verrat und Betrug verstricken.

Man kann sich die Atmosphäre nach dem Krieg unter der englischen Besatzungsmacht gut vorstellen. Inga ist begünstigt durch ihre Stellung bei den Engländern. Durch ihr Einkommen trägt sie maßgeblich zum Erhalt ihrer Familie bei. Gleichzeitig ist sie eine junge Frau mit den für ihr Alter typischen Träumen und Wünschen nach Liebe, Sicherheit, aber auch nach Abenteuer, Spannung, dem Kick. Sie pflegt eine Beziehung zu einem verheirateten Mann im Alter ihres Vaters, einem Freund der Familie. Die Tolerierung dieses Verhältnisses durch ihre Eltern kommt mir allerdings unglaubwürdig vor. 1948 hätte sie sich damit gesellschaftlich unmöglich gemacht. Gleichaltrige Freunde kommen nicht vor. Die jungen Männer sind im Krieg geblieben, und Freundinnen hat sie nicht, der Grund wird nicht thematisiert. Alec Hayden, der kühle Engländer, fasziniert sie, mehr aber noch die Aura, die den Spieler umgibt. Ob sie in ihn verliebt ist? Ich glaube das nicht.

Der Roman entwirft auf interessante Weise ein Gesellschaftsbild, das den Leser eintauchen lässt in die Zeit der Schieber, Schwarzmarkthändler, Kriegsgewinnler und -verlierer. Die Folgen und Verluste des Krieges sind stets und überall spürbar. Die merkwürdige Spannung wenige Monate vor der Einführung der neuen Währung ist fast greifbar. Man lebt "zwischen den Gezeiten", es ist nicht mehr Krieg, aber normale Verhältnisse sind auch noch nicht eingekehrt.

Auf mich wirkt der Roman wie eine Novelle, die von einem unerhörten Ereignis berichtet. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen. Es ist nicht immer gefällig, aber umso mehr Gedanken kann sich der Leser machen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der neue Roman von Michael Wallner führt den Leser in die bundesrepublikanische Vergangenheit zurück, in eine Zeit kurz nach dem Krieg, als die alliierten Militärmächte, die gemeinsam das faschistische Deutschland besiegt hatten, langsam beginnen, sich zurückzuziehen, der Parlamentarische Rat in Frankfurt versucht, die parlamentarische Demokratie in Westdeutschland wieder einzuführen und entsprechend vorzubereiten, im Hintergrund die Währungsreform ausgebrütet wird und schon längst ein neuer Kalter Krieg begonnen hat zwischen den USA und der UdSSR.

Der Roman spielt in Norddeutschland in der britischen Besatzungszone. Inga, die etwa 25-jährige Tochter eines gerade nach erfolgreicher Entnazifizierung in Pension gegangenen ehemaligen kleinen Bahnhofvorstehers, von dem sich später im Buch herausstellt, daß er Judentransporte in die Vernichtungslager wissentlich weitergeleitet hat, arbeitet als Krankenschwester in einem Lazarett der Briten. Sie lernt dort Alec Hayden kennen, einen aus Schottland stammenden Offizier mit einer großen und leidenschaftlichen Vorliebe für das Kartenspiel. Inga verliebt sich in diesen Mann, der aber zunächst zurückhaltend reagiert, sie aber gerne in die illustre Gesellschaft seiner Spielerkollegen einführt.

Schnell ist Inga vom Spielen so begeistert, daß sie regelrecht süchtig danach wird, und wie alle Spieler anfängt, vom großen Coup zu träumen, der alle Probleme auf einen Schlag löst. Zu dem kleinen Kreis der Spieler, die sich immer wieder treffen, gehört auch die "Generalin", eine reiche Witwe eines in den letzten Kriegswochen noch hingerichteten Wehrmachtsgenerals.

Alec Hayden hat Spielschulden. Inga spürt das und versucht nun, ihr eigenes Leben auf das Spiel setzend, ihm aus der Patsche zu helfen. Sie träumt wie jeder süchtige Spieler von idealen Blatt und der idealen Spielsituation. Alec Hayden ist berührt angesichts der Leidenschaft Ingas, mit der sie ihn zu gewinnen sucht und er erkennt phasenweise, daß es noch mehr gibt als nur das Spiel.

Michael Wallners Roman bietet einen eindrucksvollen Bildausschnitt der deutschen Nachkriegsgesellschaft, schildert die Ökonomie des Schwarzmarkts, der sensibel Monate im Voraus auf die Gerüchte über die Einführung des neuen Geldes reagiert, er thematisiert in der Figur von Ingas Vater die Schuldverstrickung und die Kollaboration der kleinen Leute, ohne die die Vernichtung der Juden Europas nicht möglich gewesen wäre und er zeichnet, quasi nebenbei, aber das ganze Buch wie ein roter Faden durchziehend, das Psychogramm eines Spielers, der außer seinen Karten sonst nichts mehr wahrnehmen kann.

Wallners Buch ist die großartige Geschichte einer jungen Frau, die mutig und voller Entschlußkraft ihr Leben in die Hand nimmt, alles auf eine Karte setzt und so zu einem unfreiwilligen Symbol wird für die Energieleistung , mit der in unserem Land in jenen Jahren, zugegebenermaßen mit äußerer Hilfe, innerhalb kürzester Zeit eine in der Geschichte beispielslose Wiederaufbauarbeit geleistet wurde.
Im Subtext allerdings verschweigt Wallner nicht, um welchen Preis, mit welcher unglaublichen Verdrängungsenergie all dies geschehen ist, und was es für die einzelnen Menschen bedeutete.

Ich habe diese Buch mit Freude gelesen und konnte es bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen. Wallner ist ein großer Erzähler und er bestätigt mit seinem neuen Buch die guten Kritiken, die sein "April in Paris" erhalten hat. Auf seinen nächsten Roman bin ich sehr gespannt.
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