Ich bin selbst Dichter und stimme Leonard zu, dass dies eines der besten Werke von all den begeisternden der Virginia Woolf ist.
Immer wieder Kreise und Ringe, Vögel und Menschen und Licht im Schatten, Kühle eines sehnsüchtigen Herzens und blitzende Reflexion. Es geht natürlich nicht um irgendeinen roten Faden für Romanleser, sondern um das Kaleidoskop
das ein Ich in einem Du findet und das er oder sie in Ermangelung ausreichender Worte Wort nennt oder Welt. Wie sehr doch diese fernen Szenen aus dem Innersten an einen viel früheren Jean Paul erinnern, und in ihrem schweren Ernst, der so leicht heranweht, an einen in die vom Fühlen heilende Psychiatrie geflüchteten Robert Walser.
Virginias Kreise
*
Sieh die Kreise des Klangs, der Wellen und der Menschen,
von Vogelschrei, von Flügelflattern, Enten-, Menschenschnattern
erfüllt, durchflogen, in aufmerksamem Blick verwoben,
Herz und Landschaft,
Freiheit, Hoffnung, Schmerz
und Welt von Freundschaft, die die Liebe hält. Sieh wie das Leben
seinen Traum erzählt.
Sie warf eine ganze Welt in den Kreis.
Und als das Wort die Seele Freundschaft nicht mehr fand, stieg sie
hinab in das Kreisen des Flusses. Und die Wasser fielen überfließend,
sich ergießend in ein unerschöpfliches Herz.
Und ihr Puls wurde Wort in Kreisen des Klangs, der Wellen und der
Menschen, durchflogen von Vogelstimmen. Ein Flügelflattern,
Möwenschrei, gespiegelt und gefangen in einem Murmeln zwischen Wellen
und Sonnenstrahlen. So sinke es in Dich ein.
Klaus Wachowski 27.11.06