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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zwischen allen Wolken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zwischen allen Wolken (Gebundene Ausgabe)
Das neue Buch von Michael Gantenberg "Zwischen allen Wolken" hat zu einem für mich sehr untypischen Leseverhalten geführt. Eher dazu neigend, als Genußleser mich dazu zu zwingen, einen Roman - sofern er mir gefällt - nicht in einem "Rutsch" zu lesen, damit ich möglichst lange etwas davon habe, rieb ich mir verwundert die Augen, als ich plötzlich -einen Tag nach dem Kauf des Buches - bereits die letzte Seite umblätterte. Und das, obwohl ich momentan eigentlich kaum Zeit fürs Lesen habe (Familie mit zwei kleinen Kindern, Beruf ... viele kennen das ja).Jetzt frage ich mich gerade: Wie kann das sein? Was hat das Buch, dass es mich derart von meiner Lesegewohnheit weggeführt hat? Ich versuche mich einmal von meiner Ausgagangsituation anzunähern: Nachdem mich Gantenbergs Erstlingswerk "Neuerscheinung" bereits glänzend unterhalten hatte (übrigens auch die Lesung zusammen mit Bastian Pastewka war unglaublich komisch) war mir klar, dass ich seinen nächsten Roman ebenfalls lesen werde. Mit der Erwartung, abermals eine unterhaltsame, heitere - vielleicht mit einigen, augenzwinkernden Seitenhieben auf die Gesellschaft versehene - Lektüre in Händen zu halten, tauchte ich die Romanwelt ein. Mit dem, was sich mir dann bot, hatte ich aber nicht gerechnet. Mit einer sprachlichen Gewandtheit, die meiner Meinung nach wirklich bemerkenswert ist und ihresgleichen sucht, erzeugte Gantenberg bei mir emotionale Zustände, die mich förmlich zum permanenten Weiterlesen mitrissen. Der Sog bestand u.a. darin, dass z.B. in einem Moment der Leser herzlich lachen muss, wenn manche Touristenmarotten beschrieben werden, im nächsten Abschnitt aber bereits unheilvoll ein Unglück vorbereitet wird, dass dann auch eintritt. Abgelöst wird dieses Gefühl der Betroffenheit dann wiederum von einem Moment der Spannung, dessen Auflösung jedoch auf sich warten lässt, da die Liebe und die damit verbundenen Irrungen und Wirrungen dazwischen kommt .... Diese emotionalen Wallungen sind derat abwechslungsreich und ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch durch, dass ein Weglegen für mich kaum möglich war. Garniert wird der postive Eindruck noch dadurch, das sämtliche Handlungsstränge, von denen es einige aber nicht zu viele gibt, zu einem logischen, einsichtigen, verständlichen und vor allem z.T. sehr lehrreichen Ende geführt werden, was leider nicht immer in Romanen anzutreffen ist. Bemerkenswert ist auch der Umstand, das ich ich mich als Leser in der Gedankenwelt der Hauptperson häufig wieder gefunden habe, dass ich ihre Sicht der Dinge nachvollziehen konnte und mich somit irgendwie am Ort des Geschehens fühlte. Die Grundstimmung des Romans empfand ich die ganze Zeit als heiter, melancholisch - tröstlich, weshalb ich - so traurig, schrecklich oder dunkel das Schicksal und die behandelten Themen wie Todesfälle, enttäuschte Erwartungen, falsche Annahmen auch sein mochten - immer ein Grundvertrauen hatte, dass letztlich alles dann doch nicht auswegslos endet. Zu den thematischen Inhalten möchte ich, außer den bereits erwähnten Andeutungen, nichts weiter hinzufügen, denn ich wüsche dem Autor wirklich viele, viele Leserinnen und Leser. Und wenn zu viel vom Inhalt verraten wird ... Ich hoffe, mit meiner persönlichen Schilderung zum Erfolg des Buches ein klein wenig beitragen zu können, denn diesen Erfolg hat es - und mit ihm Michael Gantenberg - mehr als verdient! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleinod,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zwischen allen Wolken (Gebundene Ausgabe)
Michael Gantenbergs zweiter Romanist ist ein Kleinod. Er schafft es den Leser, trotz der Kürze der Kapitel, oder eben genau deswegen, in ein Meer der unkitschigen Emotionen eintauchen zu lassen. So tragisch die Erlebnisse der Protagonistin auch sein mögen, provoziert er im Leser paradoxer Weise die Lust bei dem Beschriebenen dabei sein zu wollen. So genau und liebevoll ist die Zeichnung seiner Charakter, der Atmosphäre, dem Leben auf dieser Insel. Eine Insel der Einsamkeit trotz Familie. Insel der Trauer trotz Humor. Insel der Jugend trotz der Weisheit der Unerfahrenen. Gantenberg verfängt sich nicht in der Tragik der Thematik. Es bleibt von Kapitel zu Kapitel frisch, spannend und intelligent unterhaltend. Ein durchweg gelungener, zweiter Roman.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein letzter Sommer,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zwischen allen Wolken (Gebundene Ausgabe)
Es sind schon viele Romane geschrieben worden über den Verlust der Unbeschwertheit, über die erste Liebe, das Erwachsen werden, über das Meer, die Familie und über die Frage nach dem Morgen. Das Buch der Bücher, das alle diese Themen wundervoll vereint, ist "Ein letzter Sommer" von Steve Tesich; unangefochten mein Lieblingsbuch seit vielen Jahren. Jetzt kommt ein Autor aus einer kleinen Stadt in der Nähe des Sauerlandes daher, verlegt das Industrieviertel von East Chicago auf eine fiktive Nordseeinsel und macht aus dem Protagonisten Daniel die 18jährige Gesa (großartig, wie ein Endvierziger über 300 Seiten die Facetten eines weiblichen Teenagers so punktgenau beschreiben kann; da hat seine Tochter wohl indirekt mithelfen müssen), die es versteht, den Leser ab der ersten Seite in ihren Bann zu ziehen; wir trauern mit ihr, wir teilen die euphorischen Momente mit ihr, wir genießen den übermütigen Witz und erleben die herzzerreißende Melancholie und an vielen Stellen möchten wir einfach nur Teil dieser herrlich verrückten Familie sein.Michael Gantenberg hat einen tollen, kleinen Roman geschrieben, der in seiner Leichtigkeit einer typischen Nordseebrise ähnelt und ich wünsche ihm und uns noch viele weitere Schätzchen dieser Art, mehr jedenfalls als Steve Tesich zu Papier bringen konnte, denn er starb 1996 nach nur zwei geschriebenen Romanen. Schwierigkeiten hatte ich - und das kommt im Buch auch kurz zur Sprache - auf jeder neuen Seite mit der Schreibweise des Namens von Gesas mit dem Fallschirm abgestürzten Bruders als Fan von Jeff Tweedys Band "Wilco", aber, und das ist das i-tüpfelchen beim Lesen: Wilcos "Jesus etc." im i-pod einscrollen und dann fünfzigmal repeaten. Danke, Michael Gantenberg, für einige wunderbare Stunden ! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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