2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kindheit in Deutschland 1914-1933, 20. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Zwischen Kaiser und Hitler: Kindheit in Deutschland 1914 - 1933. 47 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen (Gebundene Ausgabe)
Genauso wie im Untertitel angeführt erstreckt sich das Buch seitenweise -und ist entzückend bebildert - bis fast an die 350 Seiten hin. Und es sind die Berichte von "naiven" Menschen. Aha, werden manche nun denken, hier kritelt einer herum, mäkelt auch und das ist nicht gut so!
Aber gemach. Es ist alles so sauber, so entzückend weißgewaschen, Persil erscheint auch einmal als Reklame und tatsächlich, wie im Haupttitel erwähnt endlich der, um den es geht: DER KAISER.
Fehlt nur noch der Kanzler des Reiches - Entschuldigung, des großen- deutschen Reiches, doch der ist vorerst nicht zu sehen. Muß vielleicht noch mal blättern.
Was können wir erfahren, was lesen wir alles?
Wir erfahren entwas über die Kindheit in Deutschland während des ersten Weltkrieges und danach. Und es sind, wie gesagt,
ganz saubere Geschichten, etwa von Landverschickung und wie es beim Bauern war damals. Einige ganz schüchtern anheimelnden Liebesgeschichten, Großvater und Großmutter oft, sehr liebevoll beschrieben usw..
Das sind Geschichten, wie mehrmals gesäuberte und gescheuerte Tischplatten. Einzelgeschichten von Frauen und Männern: "und ich entsinne mich noch..." so geht es dahin. -
Was sagt uns das?
Soviel sei angemerkt, daß hier, genau wie im richtigen Leben, wo Heino und der Musikstadel ihren Platz finden, auch derartige Bücher ihre Liebhaber finden werden, denn die Geschichten sind nicht erfunden, sie spiegeln Erinnerungen wider.
Realität, wie sie ist, so deutsch und so entzückend naiv, daß es auch gelegentlich wieder erfreut. Das Herz und das Gemüt und auch manchmal den Geist und somit ist fast alles gesagt.
Diese Zeit aber, als der Kaiser noch regierte, diese Zeit war mehr.
Das ist die Zeit gewesen, die uns aufschreckte und hinführte zu dem, was heute ist.
Deutschland wurde damals, so erkennt man, langsam zu einem Industriegiganten. Hoffentlich zeigen sich diejenigen, die heute noch davon profitieren, Familien, Macher, Inhaber usw. etwas dankbar und wir erkennen somit ihren Patriotismus. Die einfachen Menschen haben ihren Patriotismus damals z.B. bei Langemarck bewiesen, nach dem Krieg mit der Überwindung ihrer Not.
So gesehen ist dieses Buch ein Beispiel dafür, daß die Menschen, die sogenannten einfachen, es immer wieder geschafft haben, übrigens auch nach dem zweiten Weltkrieg, sich wieder aufzurappeln. Das nenne ich die Kraft, die Deutschland groß macht, sie heißt auch Energie und Solidarität, Freude, Gesang, Sauberkeit und Lebensfrische.
Welch eine Leistung und was für ein Beispiel für Politiker und Wirtschaftsbosse!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein