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Zwischen Hitler und Himalaya: Die Gedächtnislücken des Heinrich Harrer
 
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Zwischen Hitler und Himalaya: Die Gedächtnislücken des Heinrich Harrer [Gebundene Ausgabe]

Gerald Lehner
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
  • Verlag: Czernin; Auflage: 1 (5. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3707602168
  • ISBN-13: 978-3707602166
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 209.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Gerald Lehner
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Produktbeschreibungen

Tageszeitung "Die Presse", Wien, 7. Dezember 2006

Seine Reaktionen nach Aufdeckung seiner NS-Verstrickungen hat Harrers Bild mehr beschädigt als seine frühen Sympathien für den Nationalsozialismus. Seit 1933 war er, wie seine Unterschrift unter einem späteren Dokument bestätigt, SA-Mitglied (er habe damals wohl nur "angeben" wollen und deswegen die Unwahrheit geschrieben, sagte Harrer dazu); 1938 wurde er SS-Mitglied, lange vor dem Eiger-Abenteuer. Die "Mordwand" im Berner Oberland (Schweiz) soll er im Sommer 1938 als Einziger in der Gruppe, wie einer der Gefährten später erzählte, mit einem Hakenkreuz-Wimpel im Rucksack bestiegen haben. In einem NS-Propagandawerk "Um die Eiger-Nordwand" heißt es im Beitrag Harrers: "Wir haben die Eiger-Nordwand durchklettert über den Gipfel hinaus bis zu unserem Führer!" Das sei von einem Ghostwriter, sagte Harrer; Indizien stützen seine Version.

Nach der Nordwand-Besteigung heiratete der Nationalheld "auf ausdrücklichen Wunsch des Reichsführers SS" Himmler (Telegramm eines SS-Offiziers) die Tochter des Polarforschers Alfred Wegener, Schwägerin des steirischen Gauleiters Siegfried Uiberreither. 1939 nahm er an der Expedition der nationalsozialistischen Himalaja-Stiftung auf den indischen Nanga Parbat teil; nach britischer Gefangenschaft und Flucht nach Tibet kehrte er erst 1952 nach Europa zurück. Die Tochter eines Mitgefangenen im indischen Lager Deolali gab an, ihr Vater habe Harrer "als einen der überzeugtesten Nationalsozialisten geschildert, der auch nach der Wende von Hitlers Kriegsglück 1941/1942 nie die Seiten wechselte".

Bekannt hat er sich nie dazu. In seinem Buch über die Eiger-Besteigung "Die weiße Spinne" (2003) kommt der Name Hitler nicht vor, über seine Kontakte zu Himmler, der ihn bei der Aufnahme in die SS unterstützt haben soll, verweigerte er bis zuletzt jede Auskunft. Auch seine Freundschaft mit "Rassenforscher" Bruno Beger, der 1970 wegen Mitwisserschaft bei einem Massenmord an jüdischen Auschwitz-Häftlingen verurteilt wurde, leugnete er. Stattdessen gelang es ihm, seine Lebensdarstellungen als objektive Geschichte zu verkaufen, das zeigt sich bis in die Wortwahl; etwa, wenn in Nachrufen von der "deutsch-österreichischen" Nanga-Parbat-Expedition die Rede war, obwohl es damals gar kein Österreich gab. Dahinter hört man den geschickten (Aus-)Blender, in seiner Autobiografie wurde auch die Gauleitung der Steiermark zur "steirischen Landesregierung".

Fachmagazin "berg & steigen" für sportlich-alpinistisches Fachpersonal in Deutschland, Österreich und Schweiz, Dezember 2006

"Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Artikel im "Stern", der, anlässlich des Hypes um die Hollywoodverfilmung von "Sieben Jahre in Tibet", Heinrich Harrers Vergangenheit in ein etwas anderes Licht gerückt hat als er selbst sie sah bzw. sehen wollte.

Gerald Lehner, damals Verfasser dieses Artikels, beschäftigte sich intensiv nicht nur mit der Person Harrers, sondern darüber hinaus allgemein mit dem gesellschaftlichen Umgang mit (alpinen) Heroen, mit Halbwahrheiten, mit der kritiklosen Annahme von appetitlich Dargebotenem. Mit letzterem spiele ich auch auf die kritische Auseinandersetzung dieses Buches mit dem Buddhismus an, welcher bei uns nicht zuletzt durch die Kultfigur des Dalai Lama entsprechend Anklang findet. Und hier schließt sich der Kreis zu Harrer.

Natürlich beschäftigt sich das Buch vor allem mit ihm, dem berühmten Erstbesteiger der Eiger-Nordwand, beschreibt das Verhältnis des Autors zu diesem und zeichnet die Chronik der Recherche und das "Ans-Licht-Kommen" von ungeliebten Fakten auf. Was daraus entsteht, ist ein Sittenbild, das zeigt, wie schwierig es zu sein scheint, mit historischen Tatsachen umzugehen. Dass es sich aber um keine "Abrechnung" mit Harrer handelt, wird auch dem kritischsten Leser bald klar. Was bleibt, ist ein Buch, das berührt, das einen - immer noch - blanken Nerv unserer Zeit trifft. Endlich ein lesbares Buch aus österreichischer Hand zu einem sensiblen Kapitel der alpinen Geschichte. Ein Buch, das für Diskussionen sorgen wird."


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor bemüht sich, dem österreichischen Nationalidol posthum noch etwas anzuhängen, wogegen dieser sich nicht mehr verteidigen kann. Die Beweise aber sind stichhaltig, dass Harrer zumindest Opportunist und Nutznießer des damaligen Gewaltregimes war.

Die Frage aber ist, wie wichtig das alles angesichts der Leistungen dieses Autors ist. Dass viele Menschen erst durch Harrers Bestseller

"7 Jahre in Tibet" etwas über dieses Land erfahren haben und Interesse für eine fremde Kultur erweckt wurde, ist ganz sicher ein Verdienst Harrers.

Der heutige Tibetboom, der mit der Realtität einer abergläubischen Religion nichts zu tun hat, ist sicher nur zu einem geringen Teil Harrer anzulasten, auch Messners Vorwurf, Tibet könne heute anders ausschauen, wenn der Dalai Lama damals einen weiseren Lehrer als Harrer gehabt hätte,

ist bei den Haaren herbeigezogen: als ob sich die chinesische Regierung einen Deut darum geschert hätte, wer der Lehrer des Dalai Lama war.

Alles in allem muss auch dieses Buch kritisch gelesen werden, denn wenn man gräbt, wird man immer Scherben finden, wenn man nur lang genug danach sucht.Trotzdem ist es ein wichtiges Werk, weil es daruf aufmerksam macht, dass Idole immer eine Schattenseite haben und man nur allzu schnell bereit ist, diese nicht zu sehen.

Harrer sind keine Verbrechen nachgewiesen worden, aber sicher ein Verschweigen von für ihn unangenehmen Wahrheiten, wie wir es schon bei Waldheim gesehen haben.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
objektiv betrachtet ? 15. März 2009
Format:Gebundene Ausgabe
ja, der harrer war mitglied der nsdap, auch der ss, das waren die herren von braun und porsche auch und sie gelten noch immer als volkshelden (als deren entschuldigung wird vorgetragen, sie wären bloße technokraten gewesen). in gegensatz zu den aktivitäten der genannten herren, hat der heinrich harrer keinen größeren schaden angerichtet, weder waffen gebaut, noch zwangsarbeiter verwaltet. dass er als folge seiner hochzeit mit der tochter von alfred wegener auch noch schwager des reichsstatthalters der steiermark wurde hat er hingegen live nicht mehr erleben können, da war er schon in indien interniert. auch das nicht ablegen der ideologischen prägungen seiner jugendzeit, welche ihn den abschluss seines studiums, wie auch die teilnahme an der nanga-barbat expedition ermöglichten, können zwar hinterfragt werden, ob dies jedoch einen ausreichenden grund zum schreiben dieses buches darstellt sei selbst zu hinterfragen, wobei mögliche andere kritikpunkte zu harrer , wie auch zum autor des buches g. lehner von den weiteren rezensionen eingehendst beleuchtet werden, somit darauf an dieser stelle nicht mehr eingegangen werden muss. wertfrei betrachtet gibt das buch keine weiteren einblicke auf harrers lebenswerk als bergsteiger und forscher, bei welchem das ergebnis zu zählen hat und nicht unbedingt die initialen beweggründe dazu, wobei ihm zugebilligt werden muss, dass der siebenjährige aufenthalt in tibet ein näheres, direktes empfinden der geschehnisse in europa verhindert hat, diese bestenfalls virtuell wahrgenommen wurden, daher kein ergebnis im sinne des autors zustande kommen konnte. diese psychologische facette bleibt jedoch im buch unberücksichtigt.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Soll es bei dem Buch um Heinrich Harrer, oder um Gerald Lehner gehen?
Leider haber ich mir einen spannenden Bericht über Heinrich Harrer`s Vergangenheit erwartet. Stattdessen wiederholt der selbstverliebte Autor viel, damit wird das Buch sehr schnell langweilig. Hätte mir genauere Informationen über Harrer`s nataionalsozialistische Vergangenheit gewünscht und einige Hintergründe dazu. Wie kam er dazu? Warum ging er dazu? Was machte er dort? Und warum verschwieg Harrer bis zu seinem Tod die Wahrheit? Zum Schluss wird es etwas lesenswerter.
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