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Zwischen Gottesstaat und Demokratie: Handbuch des politischen Islam
 
 
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Zwischen Gottesstaat und Demokratie: Handbuch des politischen Islam [Taschenbuch]

Dunja Larise , Thomas Schmidinger
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Deuticke Verlag; Auflage: 1 (20. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552060839
  • ISBN-13: 978-3552060838
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 452.853 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Spannende Lektüre jedenfalls, die ein differenziertes Bild der vielfältigen islamischen Bewegungen in Österreich zeichnet. Und definitiv ein Beitrag, der dabei helfen kann, die 400.000 Muslime in Österreich nicht als homogene Gruppe - und pauschal als 'Dschihadisten', 'Terroristen' oder was auch immer - zu sehen." Erich Kocina, Die Presse, 19.08.2008 "'Zwischen Gottesstaat und Demokratie' bietet nicht nur eine profunde Darstellung politisch-islamischer Ideologien, sondern gibt auch erstmals umfassenden Einblick in zahlreiche islamistische Gruppierungen Österreichs." Stefan Beig, Wiener Zeitung, 02.09.2008 "Das Buch ist gleichsam ein Novum und Unikum: Erstmals werden darin Strukturen, Methoden und Verlinkungen einflussreicher und mutmaßlich gefährlicher islamischer Organisationen weitreichend dargestellt. In erster Linie ist der Band, eine Mischung aus Wissenschaft und Journalismus, ein Handbuch eben für Journalisten, Wissenschaftler und Interessierte. Die Autoren ergänzen die großteils bekannten Fakten über den politisierten Islam mit spannenden Details und verorten die einzelnen Gruppen anhand hilfreicher Analysen in ihren jeweiligen Bewegungen." Stefan Apfl, Falter, 22.08.2008 "Mit 'Zwischen Gottesstaat und Demokratie' haben die beiden Herausgeber Thomas Schmidinger und Dunja Larise eine inhaltlich brillante Studie über den politischen Islam in Österreich geliefert. Dem Autorenteam ist mit diesem Buch wirklich die bis heute umfassendste Recherche über das System des 'politischen Islam' in Österreich gelungen." Max Emanuel, Europe News, 21.08.2008

Kurzbeschreibung

Fundamentalismus, Selbstmordattentäter, Hassprediger, Dschihad - Begriffe wie diese beherrschen die Reden wahlkämpfender Politiker wie die alltäglichen Diskussionen in den Medien. Zwischen religiösen Überzeugungen, politischen Absichten und politisch motivierter Gewalt wird oft nicht differenziert. Dieses Buch schafft Klarheit und liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen: Wie weit ist der Islam als Religion zu verstehen, und wo beginnt er sich als Politik zu begreifen? Welche Bewegungen und Gruppierung brechen mit dem überkonfessionellen Staat? Basierend auf einer ausführlichen Darstellung historischer Entwicklungen bietet dieses Handbuch einen fundierten Überblick über die Strömungen und Vernetzungen des politischen Islam und benennt in einem zweiten praktischen Teil die verschiedenen Parteien und Organisationen, die auch in Österreich und Deutschland aktiv sind, ihre Protagonisten, Strukturen und Ziele.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Brilliante Studie!!! 6. Oktober 2008
Es ist kein Buch das sich mit dem Islam im Allgemeinen auseinandersetzt. Grundsätzliche theologische Prämissen oder Positionen des Islam als Religion werden weder hinterfragt, kritisiert noch verteidigt. Das Ziel des Buches war auch ein ganz anderes ' nämlich das bis dato umfassendste Buch über den politischen Islam in Österreich zu schreiben: über die Ideologien die die unterschiedlichen Gruppen des politischen Islam propagieren, ihre Organisationen, ihre Akteure und Strukturen. Dies ist ihnen ' gleich vorweggenommen ' auch gelungen.

Ein weiteres Hauptanliegen ihres Werkes ist es, die Vielfalt und Widersprüchlichkeit aufzuzeigen, welche die innerislamischen Auseinandersetzungen prägen und sich auch in der islamischen Geschichte zeigen. 'Der Islam' sei kein Monolith und 'die Muslime' keine 'homogene Gruppe', wie sie im gesellschaftlich-politischen Diskurs gern sowohl von verschiedenen rechten Gruppierungen, als auch von Verfechtern des Multikulturalismus gesehen werden.

Einleitend versuchen die Autoren, Klarheit und Struktur in gewisse Begrifflichkeiten zu bringen, die seit 9/11 die Debatte um den Islam prägen, so z.B.: 'fundamentalistisch', 'islamistisch' oder 'dschihadistisch'. Schmidinger verwendet, wie auch schon am Titel seines Buches zu erkennen, durchwegs den Begriff 'politischer Islam' für alle ideologischen Ausprägungen, welche den Islam als Richtschnur ihres politischen Handelns verstehen und eine Islamisierung von Gesellschaft und Politik anstreben. Zur Differenzierung verwendet er dabei noch die Unterkategorien 'fundamentalistisch', 'integralistisch', 'reformistisch', 'revolutionär', 'dschihadistisch', oder 'terroristisch'.

Auch die Ideologemen des politischen Islam werden thematisiert, welche Schmidinger vor allem in Ablehnung bzw. Feindlichkeit gegenüber bestimmten politischen oder kulturellen Konzepten ortet: Antisäkularismus, Antisemitismus, Antiliberalismus, Antikommunismus, Antiamerikanismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie, wobei dem Antisemitismus der größte Teil dieses Kapitels gewidmet ist.

Die Geschichte des Islams in Österreich ' von der Okkupation Bosnien-Herzegowinas im Jahre 1908 bis zum Entstehen der heutigen 'Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich' ' bietet schließlich den historischen Hintergrund für die aktuelle Diskussion. Dem gegenübergestellt ist ein kurzes Kapitel über die Begrifflichkeit und die Bedeutung des 'Säkularismus' für den modernen Staat.

Organisierter Islam in Österreich

Der Hauptteil des Buches liefert einen detaillierten Überblick über die Strukturen des 'politischen Islam' und seine Vernetzungen in Österreich. Gegliedert ist er nach dem jeweiligen Migrationshintergrund der Organisationen und Akteure. Dabei spielt arabischer, türkischer, bosnischer, indischer, pakistanischer, afghanischer, schiitischer und mehrheits- österreichischer Migrationshintergrund eine Rolle. Zuerst wird jeweils die Entwicklung des politischen Islam in den Herkunftsländern beschrieben, was zu einem besseren Verständnis der politischen Situationen in den islamischen Ländern allgemein, wie auch dem Entstehen der einzelnen Gruppen und Organisationen in Österreich beiträgt, welche im Anschluss daran porträtiert werden.

Abgerundet wird dieser Band noch durch einen gemeinsamen Beitrag mehrerer junger, überwiegend muslimischer AutorInnen über die Problematik des 'politischen Islam' innerhalb der offiziellen 'Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich' (IGGiÖ). Hierbei werden die, der interessierten Öffentlichkeit seit längerem bekannten Kritikpunkte an der IGGiÖ analysiert, wobei sich das Autorenteam um höchste Objektivität bemüht und auch Vertreter der IGGiÖ zu Wort kommen lässt. Neben der politischen Struktur und der Frage der Repräsentation werden besonders auch der islamische Religionsunterricht, die 'Muslimische Jugend Österreichs' und die Biographien einiger umstrittener IGGiÖ-Protagonisten beleuchtet.

Ein klares Bild der Verhältnisse

Dem Autorenteam ist mit diesem Buch wirklich die bis heute umfassendste Recherche über das System des 'politischen Islam' in Österreich gelungen, in welches bis dato nur eine Handvoll aktiver Journalisten oder der Verfassungsschutz Einblick hatten. Es ist ihnen zu verdanken, dass dieses Wissen nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wird, obwohl natürlich klar ist, dass sie damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben bzw. dies gar nicht können, da sich diese Netzwerke ständig im Umbau und Veränderung befinden.

Ohne bewusst verschönern oder diabolisieren zu wollen, zeigen sie eine Bestandsaufnahme, welche hoffentlich jene Politiker, Journalisten oder Bürger Lügen strafen wird, welche noch immer behaupten, dass es in Österreich kein Problem mit dem (politischen) Islam gäbe. Auch das Bild der IGGiÖ, als fern jeder Strömung des 'politischen Islam', wird zurechtgerückt. In diese Richtung gab es großen Bedarf, da nicht nur unkritische Journalisten und Politiker, in der IGGiÖ ein Vorzeigemodell eines 'gemäßigten, liberalen oder säkularen Islam' sehen, welches man auch ins europäische Ausland 'exportieren' solle.

Zu aufgesetzte Objektivität führt zu zu wenig Kritik

Neben all diesem höchstverdienten Lob für ihr Werk müssen einige Prämissen, Positionen bzw. Schlussfolgerungen des Autorenteams aber auch einer gewissen Kritik unterzogen werden - deswegen auch "nur" 4 Sterne! Denn bisweilen wirkt ' angesichts der Faktenlage dieses Buches ' die Objektivität manchmal 'aufgesetzt' und einige wichtige Schlussfolgerungen lassen eine gewisse Klarheit vermissen oder sind schwammig in ihrer Diktion.

Angesichts der massiven Mißstände die in diesem Buch ja deutlich aufgezeigt wurden, hätte man auch klarere und kritischere Worte finden müssen. Auch Forderungen in Richtung der Politik wären sehr begrüßenswert gewesen, zumal ja den Autoren noch weit mehr Fakten bekannt sind, als jene auf die im Buch explizit eingegangen wurde.

Was für den Leser vielleicht auch nicht ins Detail nachzuvollziehen ist, ist die an einigen Stellen des Buches wiederkehrende Behauptung, dass lediglich eine geringe Zahl von Muslimen Anhänger des 'politischen Islam' wären. Ohne hier das Gegenteil beweisen zu können oder zu wollen, muss man sich dennoch fragen, wie die Autoren zu diesem Schluss kommen, wenn man die geschätzten Mitgliederzahlen aller im Buch angeführten Organisationen und Gruppen zusammenzählt und sich vor Augen führt, dass einige grosse islamische Vereine trotz klarer politischer Ausrichtung in NICHT zum "politischen Islam" gerechnet wurden. Trägt man diesen Fakten Rechnung dann kommt man gesamt wohl auf einige zigtausend Anhänger eines 'politischen Islam' in Österreich. Und das sollte nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum HANDELN bewegen!

In diesem Sinne, kann man nur hoffen, dass besonders viele Politiker und Journalisten, sowie auch kritische Bürger dieses Buch lesen, sich damit auseinandersetzen und dem 'politischen Islam' im Sinne der Demokratie, der Menschlichkeit und im Sinne aller wirklich säkularen und aufgeklärten Muslime entgegentreten werden.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch "Zwischen Gottesstaat und Demokratie" bietet einen differenzierten Blick auf ein sehr komplexes Thema. Für wütende "Islamkritiker" zu "islamfreundlich", für die reaktionären Funktionäre der Islamischen Glaubensgemeinschaft ein "antiislamisches Machwerk" ist das Buch in der Realität weder das eine noch das andere. Vielmehr wird hier ein Teil der muslimischen Organisationen Österreichs kritisch, aber differnziert, unter die Lupe genommen.
Auf jeder Seite merkt man dem Buch an, dass die jungen AutorInnen durchaus auch mit der Frage gerungen haben, wie sie Kritik am politischen Islam üben können, ohne dabei der antiislamischen Hetze einer FPÖ das Wort zu reden. Dies scheint ihnen auch gelungen zu sein. Von Seiten der FPÖ wurde das Buch nicht zur Kenntnis genommen. Trotzdem hagelte es äußerst widersprüchliche Rezensionen. Von vielen gelobt, von anderen gescholten, wurde es im Herbst 2008 von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert.
Wie auch immer man im Detail zum bemühten Versuch stehen mag, die verschiedenen Vereine des politischen Islam von der Mehrheit der Muslime zu unterscheiden und einem demokratischen Islam das Wort zu reden, so stellt das Buch mit Sicherheit des bislang umfassendsten Überblick über die verschiedenen Vereine des politischen Islam in Österreich dar und nimmt dabei auch die offizielle Islamische Glaubensgemeinschaft kritisch unter die Lupe. Auch wer das Buch nicht mag, sollte es damit zumindest gelesen haben!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Pamphlet 1. Klasse 23. März 2009
Schmidinger hat eine Gruppe zumeist junger und engagierter Politikwissenschaftler um sich geschart, um den politischen Islam ausführlich zu analysierten und für oberflächliche Leser auch eine Orientierungshilfe zu geben.

Wenn man von jenen zum Teil durchaus interessanten und für Laien brauchbaren kurzen Kapiteln über die wichtigsten Strömungen im Islam absieht, so stellt sich das Werk mehr als Verschwörungstheorien verpflichtete Streitschrift gegen die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich denn als wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Islamismus dar.

Manche Kapitel erinnern in ihren Herangehensweisen und im Stil eher staatspolizeilichen Dossiers als an politik-, geschweige den islamwissenschaftliche Analysen.

Die zudem immer wieder zitierten Quellen und >>Autoritäten<< kommen daher auch kaum aus dem einschlägigen wissenschaftlichen Milieu, sondern aus politisch eindeutig positionierten islamkritischen bis islamfeindlichen Organisationen und Medien.

Das dieses Buch teilweise auch zur Fortsetzung von persönlichen und politischen Auseinandersetzungen der Herausgeber und mancher der Autoren benutzt wird, und z. B. über Seiten hinweg >>Rechnungen<< mit Funktionären der Islamischen Glaubensgemeinschaft beglichen werden, untermauert ebenfalls die Einschätzung, dass es sich weniger um den Versuch einer wissenschaftlichen Aufarbeitung als um eine aktuelle tagespolitische Auseinandersetzung geht. Ersteres wäre wichtig und wünschenswert, Letzteres hätte man sich sparen können.

Das vorliegende Buch erfüllt daher kaum jenen Anspruch, der im Klapptext formuliert wird, nämlich >>Klarheit zu schaffen und Antworten auf die wichtigsten Fragen zu geben<<.

Es stellt vielmehr eine engagierte Streitschrift dar, Verschwörungstheorien verbreitet und mehr oder minder pauschal Personen und Organisationen unter Islamismusverdacht bringt.
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