william blake lebte von 1757 bis 1827, er soll über das "zweite gesicht" verfügt haben und wurde offenbar von engeln und dämonen gleichermassen heimgesucht.
der damals noch verbreiteten sklaverei stand er ablehnend gegenüber und trat für eine gleichheit aller rassen, ja generell aller menschen ein, gegenüber den etablierten kirchen hegte er eine große skepsis, obwohl er die bibel oft als inspirationsquelle nannte.
für seine zeit vertrat er nicht nur erstaunlich moderne ansichten, auch seine gedichte besassen eine wucht und einen psychedelischen tiefgang, der seiner zeit weit voraus war. es konnte ja beinahe gar nicht ausbleiben, dass er von der pop-kultur wiederentdeckt wurde. die "doors" bezogen ihren gruppennamen von einem seiner titel "the doors of perception" (die pforten der wahrnehmung). jim morrison berief sich mehrmals auf blake als inspirationsquelle.
blakes gedichte und geschichten sind in einer klaren, gar nicht schwer verständlichen sprache verfasst und die wortgewalt und der sprachfluss ziehen einen geneigten leser sehr schnell in den bann. trotzdem ist das kein buch, das in einem zug durchgelesen werden kann, zu fordernd sind die bilder die herr blake in unsere köpfe malt, zu aufreibend die erweckten emotionen, zu schade alles, um einfach drüber hinwegzulesen.
somit wird man eine zeitlang mit diesem werk beschäftigt sein und das schicke ich voraus: es zahlt sich aus!
die wesentlichen werke blakes sind hier enthalten und die jeweils auf der gegenüberliegenden seite stehende übersetzung ist auch für erprobte englischleser mitunter hilfreich.
ach ja: der geniale österreichische pianist hannes loeschel hat mit einer grandiosen band und dem vokalkünstler phil minton einige der "songs of innocence" in passende klanggewänder gekleidet - auch ein guter weg, sich blake's werk zu nähern, sogar einer, den ich ebenso wie dieses buch nachhaltig empfehle!
http://www.amazon.de/Songs-Innocence-Exit-Eden/dp/B003MPHID2/ref=sr_1_3?s=music&ie=UTF8&qid=1336568559&sr=1-3