Ich hatte mir "Zweilicht" damals wegen des Covers im Plattenladen angehört und sofort gekauft. Ich war erleichtert, eine Band gefunden hatte, die es schaffte ohne Pathos so opulente und eindringliche Musik zu machen und holte mir kurz darauf auch "Zwischen den Orten" - diesmal ohne Probehören. Ich weiß es noch genau: Abends legte ich die CD bei Freunden auf und es wurde sofort als "langweilig" abgetan. Zuhause habe ich mir dann zum Glück in Ruhe mein eigenes Bild von der Musik gemacht und das Album tagelang auf "repeat" laufen lassen. Für mich waren die Stücke ständig am wachsen. Natürlich gibts, wenn man die Lieder einzeln betrachtet auch stärkere ("paradizer", "highway") und schwächere ("california") aber das bleiben 1. sehr feine differenzen und 2. ist das album einfach als album schlüssig und super wie es ist. Ich hatte mal in irgendeiner Rezension später gelesen, dass Kante versuchen würden Strukturen elektronischer Musik in einer analogen Art und Weise umzusetzen oder so ähnlich. Das ist durchaus zutreffend und auf "Zwischen den Orten" durch die totale Reduziertheit der Instrumentierung und oft fast hypnotische Wiederholung von Melodien und Rythmen noch stärker der Fall als beim fast orchestralen "Zweilicht", wo der Text eine viel zentralere Rolle einnimmt und eher Geschichten erzählt werden und Kante auch wieder den üblichen Verdächtigen des deutsch-sprachigen Indie näher kommt. Auf "Zwischen den Orten" bleiben die Texte kryptisch und vermitteln eher Stimmung als Befindlichkeiten. Näher an Tortoise als an Tocotronic, bleibt dieses grandiose Debüt dadurch für mich ein einmaliges Ausnahmealbum einer Band, die es mit ihren auf "Zweilicht" folgenden Albem leider nicht mehr geschafft hat bei mir einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen...