Christiane Dreher hat ein berührend, ehrliches, persönliches, lustiges, herzerwärmendes Buch geschrieben,(das ursprünglich als Kolumne erschien) dass es einen einfach anzurühren vermag, umso trauriger ist es zu erfahren, dass in Ihrem Blog unter www.brigitte.de,(french connection) zu erfahren ist, dass bei Drucklegung ihres neuen Buches ihr Mann Patrick Mitte Mai diesen Jahres verstorben ist.
Zum Inhalt: Frisch von der Leber schreibt Christiane Dreher in unverblümter Sprache wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Ehrlich, offen, direkt, neugierig, herzbegeistert, natürlich. Man geniesst förmlich über das einfache Leben in den französischen Seealpen zu erfahren, lernt Land und Leute dort kennen, über Verhaltensweisen, Umgangsformen, Gepflogenheiten, Vorlieben, Christiane Dreher beschreibt das Leben dieser einfachen Bergleute, wie sie leben, aber auch wie sie miteinander auf ihre Art umgehen und Austausch pflegen, dass eine Deutsche sich dort erst zurecht finden muss und sich in Vergleichen zu Deutschem straucheln sieht, liegt auf der Hand und hat so manches Lachen/Schmunzeln in mir hervorgerufen. Auch die kleinen Foto's waren für eine echte Überraschung, die mich bei jeder Abbildung gefreut haben, man merkt dem Buch gar keine inhaltlichen Foto's an...
Ursprünglich vom Job in Deutschland überlastet, mit ihrem Leben unzufrieden, eine Beziehung die in ihr nur noch in der Erinnerung existiert, wollte sie eigentlich nur für 1 Jahr eine Auszeit nehmen, findet aufgrund eines Inserats die Möglichkeit dort für ein Jahr auf einem Hof zu helfen, und so nehmen die Dinge ihren Lauf,sie lernt die franz. Sprache, lernt ihren Mann Patrick kennen, mit dem sie eine Auberge führt, zwei Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die sich lieben und an ihren verschieden Herkunftsländern sich gegenseitig bereichern, reiben, austauschen und einen Weg miteinander machen.
Fast mit einer Art "unschuldiger Augen" schildert uns hier eine Autorin, was das Leben für einen bereit hält, wenn wir neue Pfade wagen, uns auf Neues einlassen. Was es bedeutet, in einem anderen Land ein neues Leben mit all seinen Schwierigkeiten neu aufzubauen, und die Freude zu Leben (am einfachen Leben) im dortigen Bergdorf wieder neu entdeckt wird. Wie gerade ein einfaches Leben, uns Werte zu vermitteln vermag, die wir oft in den Grossstädten und unseren stressigen Arbeitsalltagen nicht mehr erleben. Als Leser ist man ganz dabei und kommt sich vor wie ein Familienmitglied, sodass einem so manches dort an Herz wächst,z.B. Pepita! (eine kleine Katze)
Sehr berührend und überaus persönlich schildert sie in Ihrem Blog die Krankheit ihres Mannes Patrick und dessen Tod. Es klingt fast wie ein Märchen, wo wir uns alle freuen, dass die Liebe obsiegt hat und ein Mensch sein Glück erreichen kann wenn er Mut hat, zumindest ich empfand das so. Umso tragischer, dass dieser Traum nun doch durch den Tod von Patrick ein Ende gefunden hat. Ich persönlich wünsche dieser Autorin, die ich mehr als gerne gelesen habe, gaaaaaaaaaaaaaanz viele Leser, und viel viel Kraft um auch nach dem Tod ihres Mannes, offen zu sein, was das Leben für sie als Neues bereit hält. Ich kann, will und muss dieses auf eine Art einfache Buch uneingeschränkt weiterempfehlen, denn man spürt darin seine unschuldige Kostbarkeit.