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Zwischen Blau und Weiß liegt Grau: Der FC Schalke 04 in der Zeit des Nationalsozialismus [Gebundene Ausgabe]

Stefan Goch , Norbert Silberbach
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. April 2005
Die Erfolge des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 in der Zeit des "Dritten Reiches" waren beeindruckend: Die Schalker Fußballer wurden 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942 Deutscher Meister, in der Saison 1937 zugleich Pokalsieger. Zwischen 1934 und 1942 stand der Verein in jeder Saison mindestens in einem Pokal- oder Meisterschafts-Endspiel.<br>Wohl gerade wegen dieser Erfolge ist der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 immer wieder einer be-sonderen Nähe zum Nationalsozialismus verdächtigt worden. Sowohl der Verein als auch Teile der mffentlichkeit haben dagegen lange das Bild des unpolitischen Fussballclubs gepflegt, dessen Spieler auch im "Dritten Reich" eben nur und vor allem Sportler waren.<br>Das Buch analysiert mit dem erreichbaren q/4berlieferten Quellenmaterial die Verbindungen zwi-schen dem FC Gelsenkirchen-Schalke 04 und dem Nationalsozialismus. Die dargestellten Ereig-nisse, Entwicklungen, Strukturen und zahlreiche biografische Informationen ergeben ein differen-zierteres Bild als die bekannten pauschalen Zuordnungen. Das Verhalten von Verein und Ver-einsmitgliedern zeigt alle Formen von Mitwirkung, Anpassung, Unwissenheit und Unverständnis, Indifferenz, Inanspruchnahme persönlicher Vorteile bis zu teilweise widerständigem Verhalten ge-gen das nationalsozialistische Herrschaftssystem: zwischen Blau und Weiss liegt eben Grau.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 360 Seiten
  • Verlag: Klartext (1. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898614336
  • ISBN-13: 978-3898614337
  • Größe und/oder Gewicht: 15,6 x 3 x 21,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 603.859 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut fundiert 9. Juli 2005
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Ein untypisches Buch, und sicher nicht ganz leicht zu lesen (und zu verdauen) für jemanden, der die in den letzten Jahren in Mode gekommene Fussball-Literatur gewöhnt ist.
Dies hier ist das mit Abstand beste Buch über die Umstände, in denen sich Revier, Fußball, und Schalke04 im besonderen im Zeitraum von den späten 20igern bis kurz nach dem Krieg bewegten. Hier werden Quellen genannt und kommentiert - leider muss man wegen der Sammlung der Fussnoten am Buch-Ende sehr viel hin- und herblättern, um die wirklich lesenswerten Anmerkungen passend zum Text zu erfassen.
Wie zu erwarten war, gelingt es auch diesem mit 60 Jahren Abstand zusammengetragenen Werk nicht, für alles eine klare und eindeutige Bewertung abzugeben - aber allein das Zusammenstellen der verschiedenen Quellen (Gerichtsverfahren, Anträge, Entnazifizierung, Interviews, usw.) ist den Kauf des Buches wert, weil so etwas in dieser Qualität bisher nicht zu haben war.
Hier stimmt's wirklich mal: Muss man haben.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie NS-Vebrechen trivialisiert werden 1. Dezember 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Respekt an Schalke 04, sich seiner Vergangenheit zu stellen und ein derartiges Buch in Auftrag zu geben.
Das Autorenduo liefert zunächst eine überaus fundierte Einführung in Methode, Thematik und Forschungsstand. In der Folge entwickeln die Autoren sowohl einen chronologischen Zugriff auf die Geschichte von S04 im NS, wie auch einen Zugriff nach systematischen Fragestellungen, wie z.B. Einbindung des Vereins in die NS-Propaganda oder Mitgliedschaft von Vereinsmitgliedern in NS-Organisationen. Abgerundet wird diese detaillierte Darstellung durch einige biographische Skizzen von Spielern und Funktionären und ein kommentiertes Quellen- und Literaturverzeichnis.
Resümierend fassen die Autoren zusammen, dass "prinzipiell eine relativ unpolitische Haltung und die Instrumentalisierung der Schalker Akteure" bestätigt werden kann. Leider wird verkannt, dass Instrumentalisierungsthesen eben keinen Erkenntnisgewinn bringen, sondern vielmehr eine Trivialisierung der Beteiligung an NS-Verbrechen bedeuten; auch die tiefe soziale Verankerung des NS-Systems innerhalb der Gesellschaft wird nicht genügend von den Autoren beachtet. Zum Instrumentalisieren gehört eben immer auch das Sich-Instrumentalisieren-Lassen.
Das abschließende Urteil zu den Vorgänge um die Szepan-Bereicherung (der Grund für das Buch!) ist dann auch mehr als hanebüchen: Es wird suggeriert, dass diese Form der Vorteilsnahme auch heute jederzeit wieder geschehen könne, sie aber verwerflich sei, dass die aud Kosten von Dritten geschehen sei. Dass es sich bei den Opfern um Juden handelte und dass Szepan sich durch die Annahme dieses Geschenks der Machthaber explizit zum Nationalsozialismus bekannte und dies in einer sich radikalisierenden Phase des Nationalsozialismus abspielte, welche eine Vorstufe zur Ermordung der Juden in Europa war, wird den Lesern - bewusst oder unbewusst - verschwiegen.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schalke im Nationalsozialismus 23. April 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Erfolge des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 in der Zeit des »Dritten Reiches« waren beeindruckend: Die Schalker Fußballer wurden 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942 Deutscher Meister, in der Saison 1937 zugleich Pokalsieger. zwischen 1934 und 1942 stand der Verein in jeder Saison mindestens in einem Pokal- oder Meisterschafts-Endspiel.
Wohl gerade wegen dieser Erfolge ist der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 immer wieder einer besonderen Nähe zum Nationalsozialismus verdächtigt worden. Sowohl der Verein als auch Teile der Öffentlichkeit haben dagegen lange das Bild des unpolitischen Fußballclubs gepflegt, dessen Spieler auch im »Dritten Reich« eben nur und vor allem Sportler waren.
Das Buch analysiert mit dem erreichbaren überlieferten Quellenmaterial die Verbindung zwischen dem FC Gelsenkirchen-Schalke 04 und dem Nationalsozialismus. Die dargestellten Ereignisse, Entwicklungen, Strukturen und zahlreiche biografische Informationen ergeben ein differenzierteres Bild als die bekannten pauschalen Zuordnungen. Das Verhalten von Verein und Vereinsmitgliedern zeigt alle Formen von Mitwirkung, Anpassung, Unwissenheit und Unverständnis, Indifferenz, Inanspruchnahme persönlicher Vorteile bis zu teilweise widerständigem Verhalten gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem: zwischen Blau und Weiß liegt eben Grau.
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1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gottseidank Grau und nicht Braun 27. April 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Ein mit Fleiss, wissenschaftlicher Sorgfalt und zugleich allgemeinverständlich erstelltes Werk, das jeder Schalker kennen sollte. Positiv, dass der Verein selbst die Studie in Auftrag gab, schade, dass dies erst nach dem Tod von Szepan, Kuzorra und Co. geschah, denn es wäre interessant gewesen, deren Meinung z.B. zum nichtrealisierten Szepan-Weg zu hören. Nach Lage der von Dr. Goch/Silberbach ausgewerteten Quellen war diese Entscheidung unausweichlich, nur sollte dies Verein, Stadt und Leser nicht dazu verleiten, die sportliche Bedeutung dieses ersten Schalker Weltstars zukünftig herunterzuspielen. Das Buch ist auch eine willkommene Mahnung an Verein und Stadt, bei der sicher bald anstehenden Benennung weiterer Strassen nach Stars des Schalker Kreisels rechtzeitig zu prüfen, wer womöglich aus welchen Gründen auch immer nicht in Frage kommt. Vielleicht sollte man auf Nummer sicher gehen und lieber die Namen von Brauereien in Erwägung ziehen.
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