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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr Informativ, 6. Mai 2002
Das Buch ist sehr gelungen. Es beschreibt erstmal die Entstehung der Zahl, warum sie entstanden ist, wozu sie benötigt wurde und wie die Menschen ohne diese Zahl leben konnten. Es folgen interesante Berichte über Gottesbeweise, Weltvorstellungen (Ptolemäus und Kopernikus) und die Zahl 0 in der Mathematik, nämlich Differential und Integralrechnung (=Infinitesimalrechnung). Es werden kurz die komplexen Zahlen dargestellt (mit ihnen kann man die Gleichung x²=-1 lösen), die allgemeine und spezielle Relativitätstheorie erläutert, die Quantentheorie -> was Licht überhaupt ist (Welle oder Teilchen?) und zum Schluß noch die wohl spannenste Theorie der derzeitigen Physik: die Superstring-Theorie.Das beste jedoch ist, dass es dem Autor gelingt, diese ganzen Theorien und Sachverhalte dem Leser einfach und verständlich nahezubringen. Dass er dabei nicht zu tief ins Detail geht versteht sich von selbst, jedoch gibt er ein großes Literaturverzeichnis für Literatur an, die tiefer ins Detail geht. Dieses Buch kann ich nur jedem empfehlen auch wenn er sich nicht für Mathematik oder Physik interessiert.
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37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Fakten in Ordnung, Aufbereitung fragwürdig bis lachhaft, 17. Januar 2008
Das Buch ist in Ordnung, wenn es um pure geschichtliche Fakten geht, wird aber zur Katastrophe, wann immer Herr Seife sich ein persönliches Urteil dazu erlaubt. Ja, die Menschen des Altertums kannten die Null als Ziffer nicht, aus pragmatischen (man fängt logischerweise bei 1 an zu zählen) oder aus philosophischen (die Null hat in Geometrie und Natur keine Repräsentation) Gründen. Und nein, das hat absolut nichts mit Dummheit, Furcht oder gar Hass gegenüber der Zahl 0 zu tun. Wann immer Seife solches postuliert (wahrscheinlich in dem vergeblichen Bestreben, in einem Sachbuch so etwas wie Dramatik zu entwickeln), verliert er jede Glaubwürdigkeit.
Seine Bemerkungen zu unserer "falschen" Zeitrechnung sind erst recht völlig albern. Seine Argumentation ist, da Kilometerzähler, Stoppuhren etc, bei 0 anfangen, sollte man auch bei der Jahreszählung bei 0 beginnen, und auch wenn man Äpfel und Birnen zählt soll der erste Apfel nicht mehr der erste, sondern der nullte sein. Wie bitte, was? Herrn Seife ist wohl noch gar nicht aufgefallen, dass auch Kilometerzähler und Stoppuhr nicht bei 0 zu zählen beginnen. Wenn sie eine 0 zeigen, stehen sie noch. Wenn sie das Zählen beginnen, starten sie, wie jeder normale Mensch auch, bei 1. Oh ja, Programmierer sind da eine Ausnahme, denn in den meisten Programmiersprachen beginnt die Indizierung bei 0. Das hat aber rein gar nichts mit dem völlig falschen Grund zu tun, den Seife dafür angibt (Anmerkung 8 in Kapitel 2). Wer programmiert eine Schleife mit Zähler 1 bis 9 und meint, 10 Schritte ausgeführt zu haben? Das Problem dabei wäre nicht die fehlende 0, sondern die fehlende 10. Das heißt, der eigentliche Grund wäre einfach nur Inkompetenz.
Und nur weil der Durchschnittsmensch es faszinierend findet, wenn gleich alle vier Ziffern auf einmal beim Jahreswechsel kippen, heißt das noch lange nicht, dass das neue Jahrtausend damit beginnt. Herr Seife mag es gefallen oder nicht: Ein Kind wird erst nach ABLAUF seines ersten Jahres ein Jahr alt (bis dahin ist es, tatsächlich, Null), und so wird auch ein Jahrtausend erst nach ABLAUF des 1000sten Jahres wirklich 1000 Jahre alt.
Wo da ein "Kalenderfehler" steckt, weiß Seife nur allein. Die Begründung dafür hat er sich mit dem Holzhammer zusammengestrickt.
Und so geht das in einem fort. Im nächsten Kapitel über die Entwicklung des modernen Dezimalsystems in Indien sieht Seife plötzlich bezüglich der Bedeutung der Null als Platzhalter riesige Fortschritte... obwohl das, seiner eigenen Aussage nach, bereits bei den Babyloniern üblich war. Die hatten zwar ein auf 60 basierendes System, doch ist das im Hinblick auf die Geschichte der Zahl 0 und ihre Funktion als Platzhalter beim Rechnen total belanglos.
Mit al-Chwarismis Algebra und deren Verbreitung in Europa ist die Geschichte der Null als Zahl eigentlich (nach nicht einmal der Hälfte des Buches) zuende.
Seife setzt seine "Biographie" fort, indem er im Folgenden weitere Einflüsse der Null auf die Kultur beschreibt. So erklärt er zum Beispiel, dass die Null die Kunst revolutioniert habe, indem er auf geradezu haarsträubende Art einen Zusammenhang zwischen der Null, der Undenlichkeit und der Fluchtpunktperspektive (!) konstruiert.
Es folgt ein Abriß europäischer Kulturgeschichte und sich das weiter entwickelnde Weltbild sowie die Fortschritte in der Mathematik und Physik bis in unsere Zeit. Natürlich kommt auch da die Null hin und wieder vor (schließlich ist sie ja aus der heutigen Wissenschaft gar nicht mehr wegzudenken), allerdings hat das nur noch ganz am Rande mit der Geschichte dieser Zahl zu tun und verfehlt somit klar das Thema.
Seife tut zwar so, als wäre es anders - indem er die Null in jeder einzelnen überschrift und in ungefähr jedem zweiten Satz mal mehr, meist weniger sinnvoll (in etwa so wie bei dem Beispiel mit dem Fluchtpunkt) unterbringt - das ändert an den Tatsachen aber nichts.
Das heißt nicht, dass der zweite Teil des Buches schlecht ist... eigentlich ist er sogar besser als der erste, immerhin erzählt Seife hier nicht gar so viele fadenscheinige Halbwahrheiten. Nur mit dem Titel des Buches hat das alles nichts mehr zu tun.
Von all dem abgesehen atmet der Stil dieses Buches eine ungeheure Arroganz. Etwa wenn Seife großzügig herablassend erklärt, man dürfe den mittelalterlichen Mönchen ihre Dummheit nicht zum Vorwurf machen, sie hätten es ja nicht besser gewusst. Oder wenn er dem mathematisch unbedarften Leser meint erklären zu müssen, dass Minus mal Minus tatsächlich (sogar heute noch!) Plus ergibt.
Fazit: Es gibt Bücher, die Wissenschaft und Mathematik erklären können, ohne dass im Bestreben, Spannung und Unterhaltsamkeit hineinzubringen, die Fakten verzerrt oder gar ganz falsch dargestellt werden. Zu diesen Büchern gehört "Zwilling der Unendlichkeit" leider nicht.
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34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Noch so ein herrliches Mathebuch..., 19. Dezember 2005
... anschaulich und einleuchtend präsentiert Charles Seife die Geschichte der Null und ihrer Zwillingsschwester, der Unendlichkeit. Diese beiden Extremistinnen des Zahlensystems sind nicht nur schwer vorstellbar, sie zerschmettern zudem fröhlich die schönsten geometrischen Leitsätze, wenn sie mit ihnen in Berührung kommen. Auf einmal ist es möglich zu beweisen, daß Winston Churchill eine Mohrrübe war. Charles Seife tut das tatsächlich im Anhang seines Buches. Es ist sehr amüsant und lehrreich.Insbesondere die Null und die mit ihr verbundenen Vorstellung der Leere war bei den alten Griechen dermaßen unbeliebt, daß sie in ihrer auf Geometrie begründeten Mathematik sogar verboten wurde. Jahrhundertelang trat die Mathematik des Abendlandes darum auf der Stelle, bis sich von Osten kommend die Null endlich durchsetzen konnte. Dabei kommt sie uns heute so selbstverständlich vor, daß wir uns ein Leben ohne Null gar nicht mehr vorstellen können. Dieses Buch zu einem als schwierig verschrieenen Thema ist äußerst unterhaltsam geschrieben. Es werden interessante Geschichten zu den berühmten Mathematikern früherer Zeiten erzählt, die sich mit der Null beschäftigten. Der alte Aristoteles kriegt ordentlich Fett weg und wir lernen den einen oder anderen Namen aus dem Physikunterricht in völlig neuem Zusammenhang kennen. Doch auch die Moderne kommt nicht zu kurz. Wurde doch noch im Jahr 1997 ein kompletter Flugzeugträger tagelang durch eine kleine Null lahmgelegt. Besonders ist Charles Seife für seine wunderbaren Herleitungen und anschaulichen Beispiele zu loben. Die großartigen Abbildungen erklären alles was man wissen muß mit den einfachen Mitteln der Schwarz-Weiß Graphik. Das Buch kann richtig Freude an der Mathematik erwecken. Zum ersten Mal habe ich meinen schulischen Abscheu vor Algebra überwunden und mich freiwillig mit den Grundlagen der Infinitesimalrechnung beschäftigt, ja sogar Vergnügen an ihr gefunden. Doch das ist noch längst nicht alles! Mit Leichtigkeit werden die drei Hauptsätze der Thermodynamik erklärt in die Geschichten um Null und Unendlich einbezogen und dazu ein spannender Ausflug in den Weltraum zu den schwarzen Löchern unternommen. Hier werden alle Querdenker glücklich gemacht. Autor Charles Seife wagt sich von Kapitel zu Kapitel weiter vor und unversehens nimmt er den Leser mit in die Bereiche der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik. Genau am Grenzbereich zwischen Relativitätstheorie und Quantenmechanik treffen wir wieder auf die Null. Sie wohnt im Innersten der Schwarzen Löcher, wo sie allerhand Merkwürdigkeiten erzeugt, die uns wieder vor ähnliche Probleme stellt, wie bei der Entwicklung der Infinitesimalrechnung. Als Lösungsansatz gibt uns der Autor sogar noch eine Einführung in die String-Theorie und der Leser ist wissenschaftlich auf dem neuesten Stand angekommen. Jeder der gern naturwissenschaftliche Bücher liest oder schon Robert Kaplans "Geschichte der Null" gerne gelesen hat, wird an diesem Buch Vergnügen finden. Die Taschenbuchausgabe macht es zu einem preiswerten Buchgeschenk.
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