Eine gute Monographie über Zwerghamster, das fehlte Nagerhaltern bisher. Das gelungene Buch der Biologin Sandra Honigs füllt damit eine Lücke und wird nicht zuletzt den vielen Hamstern zu Gute kommen, die auf dieser Grundlage verbesserte Haltungsbedingungen erwarten können. Das ansprechend aufgemachte Buch ist teurer als andere Ratgeber für Kleintierhalter. Doch die Anschaffung lohnt sich.
Zunächst einmal räumt das Buch mit Unklarheiten bezüglich der Systematik von Zwerghamstern auf: sehr oft werden diese Tiere unter falschem Namen angeboten und Haltungsberichte gehen auf unterschiedliche Arten zurück. Um die Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten, ist es wichtig, sich sicher zu sein, um welche Art es sich tatsächlich handelt. In der Folge werden vor allem der Dshungarische Zwerghamster, der Campbell-Zwerghamster und der Roborowski-Zwerghamster behandelt. Immer wieder wird auch auf Haltungsbedingungen für Chinesische Streifenhamster und Maushamster hingewiesen. (Dagegen sind Goldhamster nicht Gegenstand dieses Buches, da sie nicht zu den Zwerghamstern gehören).
Anschaffung, artgerechte Haltung, Unterbringung, Fütterung und Pflege werden von der Biologie der Tiere her entwickelt und damit begründet. Insbesondere der richtigen Zusammensetzung des Futters werden mehrere Seiten gewidmet. Es folgt ein Kapitel über die Erkennung häufiger Krankheiten.
Ein umfangreiches Kapitel befasst sich mit der Zucht und Aufzucht der Jungen. Grundlagen der Vererbungslehre werden erläutert, um bei den sich in schnellem Rhythmus fortpflanzenden Tieren angemessen planen zu können. Verschiedene Farb- und Fellvarianten des Campbell-Zwerghamsters und des Dshungarischen Zwerghamsters werden erläutert und mit Bildern illustriert. Ein viel zu kurzes Kapitel über das Verhalten, insbesondere das Markierungsverhalten der Zwerghamster lädt zu eigener Beobachtung ein.
Das Buch wird mit Ausführungen zum Mietrecht in Bezug auf die Hamsterhaltung, einer Liste mit Kontaktadressen und einem Literaturverzeichnis abgeschlossen.
Das Buch ist ansprechend aufgemacht, mit vielen, gut beschrifteten schönen Fotos sowie einer erläuternden Abbildung zur Genetik. Ich empfehle dieses Buch, das obwohl es inhaltlich überhaupt nicht anspruchslos ist, auch von jungen Teenies mit Nutzen gelesen werden kann, die ja ebenfalls und in nicht unerheblichem Masse zur Gemeinschaft der Kleintiere haltenden Menschen gehören.
14.Januar 2004, Hagen Berndt