Mir fällt die Sterne-Vergabe nicht leicht. Als der Film im Kino kam, hätte ich ihm erfrischt volle Punktzahl gegeben: Ich hatte mich köstlich amüsiert und wirklich eine schöne Kinozeit erlebt. - Man weiß es doch vorher, wenn man in einen Otto-Film geht, daß es sich um Nonsense-Comedy handelt. Daß man da vermutlich intellektuell nicht total überfordert wird und vermutlich wohl auch keine feinsinnige Satire angestrebt wurde, sondern fröhlicher Unterhaltungs-Ulk.
Und das bieten uns diese bekannten Comedians und sogar auch Schauspieler: Heinz Hoenig als Zwergenboß ist schon ein Genuß, und was der sauertöpfische Zwerg Boris Aljinovic mit seinem gutgelaunten Pendant-Zwerg Ralf Schmitz so treibt, ist für mich Komik hoch drei. Da haben es die Comedian-Kollegen schon schwerer, deren schauspielerische Mittel eher begrenzt sind auf ihre jeweilige Komik-Linie.
Aber es funktioniert, ob nun Mirko Nontschew oder Otto oder Martin Schneider - diese Zwergen-Selbsthilfegruppe von Frauen gedemütigter Männer unterhielt mich glänzend!
Überrascht war ich von Cosma Shiva Hagen, die nicht nur blendend aussieht, sondern ein umwerfend naiv-komisches Talent hat. Mutter Nina als böse Stiefmutter (assistiert von Hans Werner Olm als schmieriger Berater) kann endlich mal ihr nervig-schrilles Auftreten lustig einbringen.
Christian Tramitz, gestandener Bully-Begleiter, ist sowieso sehr lustig, ob mit oder ohne Bart.
Bekannte Gags? Klar doch, aber was solls - mit viel Spielfreude dargeboten! Und zumindest für mich gabs auch genügend überraschende Momente. Nicht ALLE Gags und Pointen sind gelungen? Na, bei gefühlten 30 Gags pro Minute dürfen auch mal ein paar daneben gehen. ("Man hole den Jäger!" - "Nein, nicht den NEGER! Jäger!!!")
Nun sah ich den Film aber auch im TV... einige Zeit später... Und da rauschten eben doch zwei Sterne weg. MEINE TV-Generation mag sich beömmeln bei den Auftritten von Harald Schmidt ("Ich KANN einfach keine Witze erzählen!"), bei dem Weisen Helge (Schneider) als Herr-der-Ringe-Parodie ("Ach, werft den Ring doch einfach ins Feuer!") oder Rüdiger Hoffmann als "Hallo erstmal..."-Spiegel:
die Komik lebt eben sehr davon, daß man die handelnden Comedians auch (er)kennt und Verbindungen zu ihren TV-Auftritten herstellt. Da ist die Halbwertzeit eines solchen Filmes für diese schnellebige Gesellschaft relativ kurz.
Oder wer freut sich heute noch von den jüngeren Zuschauern darüber, daß Helmut Zerlett im Mittelalterkostüm die Burgspitzen-Combo gibt, wenn diese Harald-Schmidt-Zeit schon lange vorbei ist?
Somit bleibt der wahre Genuß dieses Blödel-Streifens der Generations-Zielgruppe vorbehalten, die sich die einzelnden Personen auch aktuell im TV ansahen. "Zeitlos" sind da nur einzelne Protagonisten... die Schauspieler eben.
Aber die Idee, Schneewittchen, die böse Stiefmutter und den Chefzwerg in die Pointen-Beziehung zu bringen, fand ich schon recht spaßig. Und eben die Spielfreude aller Teilnehmenden, die mich mitriß.
Ansonsten muß ich nun so werten, wie ein Berliner Stadtmagazin streitbare Events auf den Punkt bringt: Fanveranstaltung. (Was ja auch okay ist!)