Inhalt:
Jay ist gerade erst zu seinem Onkel nach New York gezogen und schon verliebt er sich in der Schule in die zurückhaltende Madision, die plötzlich an ihm Interesse zu haben scheint. Langsam aber sicher findet er Halt in der Fremde, da er eigentlich aus Deutschland stammt. Doch immer wieder holen ihn die Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater ein, den er kaum zu Gesicht bekommen hat. Gerade als es scheint, dass sein Leben in New York endlich richtig verläuft, beginnt er dieses merkwürdige Mädchen, Ivy, zusehen, die ihn immer wieder dazu drängt die Augen aufzumachen und die Wirklichkeit zu realisieren. Auch wenn Jay Ivy zu Beginn für eine Verrückte hält, spürt er unaufhaltsam, dass etwas nicht stimmen kann. Plötzlich bröckelt Jays Welt und er ist völlig unsicher, ob es nicht besser gewesen wäre die Augen geschlossen zuhalten, denn in der anderen Welt lauern lauter merkwürdiger Gefahren '
Meinung:
Lange habe ich schon den neuen Roman 'Zweilicht' von Nina Blazon erwartet und ich muss sagen, dass ich überrascht bin, dummerweise positiv wie auch negativ.
Bei 'Zweilicht' handelt es sich um einen Jugendroman, der dieses Mal eine Mischung aus Fantasy- wie auch Dystopieelementen ist, wozu sich eine Liebesgeschichte gesellt.
Die Hauptrolle spielt hier Jay, also ein Junge, aus dessen Perspektive der Roman auch weites gehend erzählt wird. Dazwischen wechseln sich ab und an die Perspektiven von den beiden Mädchen, Madision und Ivy ab, sodass man auch aus ihren Augen die Geschichte mit verfolgen kann, was wirklich wichtig ist, um dem Plot überhaupt irgendwie folgen zu können.
Bei der Geschichte geht es um Jay, der aus Deutschland zu seinem Onkel nach New York gezogen ist. Sein amerikanischer Vater ist tot, dennoch will Jay von Zuhause weg und sucht in New York Zuflucht und ein neues Leben. In seiner neuen High School lernt er Madision kennen und verliebt sich irgendwie prompt in sie. Zum ersten Mal fühlt er sich richtig angekommen und beginnt langsam, aber stetig sein neues Leben zu genießen. Dies wehrt aber nicht lange an, denn Jay sieht immer öfters ein seltsames Mädchen, dass sich Ivy nennt und ihn zu verfolgen scheint. Komischerweise scheint nur er das Mädchen wahrzunehmen, sodass er sich schnell fürchtet, verrückt zu werden. Allerdings beschwichtigt ihn das Mädchen immer wieder aufzuwachen, ihr zu folgen und als Jay es notgedrungen tut, weil er merkt, dass etwas nicht stimmen kann, gerät er in eine völlig neue Welt.
An dieser Stelle möchte ich nun auch nicht zu viel verraten, aber mich hat das ganze unglaublich an Matrix erinnert, denn es gibt eine zerstörte Welt, in der es Menschen gibt, die in einen endlosen Schlaf gefallen sind. Jay ist einer von ihnen und öffnet dank Ivy wieder die Augen. Er nimmt zum ersten Mal das richtige, verkommene und zerstörte New York und seine neuen Gefahren wahr, denn über all ist Magie im Spiel und Madision schien nie die zu sein, für die Jay sie gehalten hatte '
Dieser ziemlich heftige Sprung im Plot wird zu Beginn und im Laufe der Geschichte schon durch die anderen Perspektiven angedeutet, aber dennoch war es einfach nur komisch beim Lesen. Die Handlungen überlappen sich förmlich und plötzlich passiert dies und zwei Seiten weiter dies. Dazu kommt ein alles überschattender Feind, Wendigo, der so seltsam in der realen Welt scheint, dass ich es schon wieder zu dick aufgetragen fand.
Im Grunde mischt sich in 'Zweilicht' vieles und ich hatte nie den 'Ach, das kenne ich aus dem Buch' Effekt, aber das lag ganz einfach auch nur daran, dass der ganze Plot sehr skurril ist. Immer wieder musste ich an Matrix mit Keanu Reaves denken, nur dass dieser Plot hier abgewandelt und mit einer Menge Fantasie aufgeputscht wurde. Dazu kommen nämlich auch unbekanntere Fantasywesen wie die Kitsune oder andere Tiergestalten und Mythologien, da Ivy beispielsweise weiß wie man die Magie abwehren kann.
Der Dystopie Effekt ging durch die ganze Ladung Fantasy völlig unter und klang auch immer wieder äußert dick aufgetragen, als wenn man unbedingt dem momentanen Trend folgen müsste. Die Erklärungen dazu waren in Ordnung, aber dennoch irgendwie wirr und ich hätte mir ruhig etwas schlichteres gewünscht und dafür mehr ausgearbeitet Charaktere, denn natürlich erhalten diese, wie Jay, bei Nina Blazon einen schönen Tiefgang, aber dennoch nicht in dem Maße, wie ich es aus 'Faunblut' oder 'Ascheherz' gewohnt bin.
Es geht einfach viel zu viel darum, dass Jay wach bleibt, in seiner Realität. Obwohl er dies am Ende auch ist, kann er als Schläfer dann doch noch die Geister von New York sehen, da er ja immerhin ein Schläfer war, was mir auch einfach nur noch zu viel wurde.
Das Ende hat mich dann auch nicht von sich überzeugend können, denn obwohl der, zuvor unbesiegbare Todfeind, auftaucht, läuft die Geschichte recht reibungslos ab, denn Jay ist natürlich der Held, für den er sich nie gehalten hat. Das hat mich wirklich gestört, da hätte man das böse Etwas auch anders darstellen können. Auch wenn der Rest sicherlich lesenswert war und mir der Rest bis zur letzten Seite gefallen hat, war das ganze in sich nicht stimmig sondern zu viel.
Der Schreibstil ist wie ich es von Nina Blazon gewöhnt bin gut, flüssig, bildlich und irgendwie auch romantisch. Genau dieser Schreibstil hat über diesen merkwürdigen Plot hinweggeholfen und das Buch gleichzeitig wieder aufgebessert, denn mir hat 'Zweilicht' eigentlich nur wegen der schönen Sprache Spaß gemacht zu lesen.
Das Cover ist hübsch, das Mädchen darauf passt zu der Geschichte, ebenso wie der Efeu. Schön finde ich hier auch die goldene Prägung der Titelschrift 'Zweilicht'. Außerdem gefällt es mir immer wieder, dass die Romane von Nina Blazon bei cbt immer wieder in der gleichen Schriftart gedruckt werden und so eine unmittelbare Verbindung entsteht, sehr gutes Corporate Design an dieser Stelle ;-)
Fazit:
'Zweilicht' ist aus meiner Sicht ein schwieriger Roman, der seine Fans haben wird, aber für manche auch einfach nur enttäuschend sein mag. Das liegt ausschließlich an dem skurrilen Plot, der etwas verwirrend wirkt und irgendwie von dem einem Thema zum nächsten springt. Dazu scheint das ganze einfach zu viel, zu dick aufgetragen zu sein. Letztendlich haben mir die Vorgänger von Nina Blazon besser gefallen, nur der Schreibstil hat 'Zweilicht' wieder aufgewertet.
Nina Blazon Fans werden sicherlich dennoch nicht die Finger von dem Roman lassen können!