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53 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Dieses Buch unbedingt jetzt kaufen.., 21. Juni 2007
... bevor weitere Stellen geschwärzt werden (müssen).
Ich halte diese Buch für äußerst zweifelhaft, da ich selbst dort zitiert werden und diese Zitat so gekürzt wurde, dass es dem Leser einen völlig falschen Eindrück vermittelt.
Die komplette Textquelle:
Basistarif: Fakten ... SGB V neu legt fest:
1. Der Sicherstellungsauftrag für im Basistarif versicherte Personen geht an die KV über. d.h. Dein Vertragspartner ist die KV (nicht der Patient)
2. Dass die KBV mit dem Verband der Privatversicherer einen Gebührenordnung für den Basistarif festzulegen hat. d.h. bei dem cerebralen Fassungsvermögen der KBV wird einfach nach EBM-2000pfusch abgerechnet. Auch folgende Fakten lassen keine andere Gebührenordnung zu...
3. Der Leistungskatalog entspricht dem der GKV ( = SGB V = WANZ)
also: passt doch nur der EBM. Schlechter Trost: neue IGEL-Patienten
4. Die Vergütung ärztlicher Leistungen darf nicht gleich oder unter derer der ERSATZKASSEN liegen.
Also: Schau Dir Deinen Punktwert für die Ersatzkassen an und addiere 0,01 Euro - da weiste, wasde hast! Und? Haste 0,7xGOÄ? Also: Dann kann nach GOÄ sowieso nicht - weil unter 1xGOÄ ist nach Präambel-GOÄ nicht zulässig
Basistarif = ordinärer Kassenpatient - BASTA
Viel Spass bei Verrecken!
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Herr Prof. Lauterbach hat nur die letzten beiden Zeilen:
Basistarif = ordinärer Kassenpatient - BASTA, Viel Spass bei Verrecken!
zitiert, und damit suggeriert, dass sich 'Verrecken' auf Patienten bezieht.
Selbst bei einer oberflächlichen Analyse des Textes erkennt man, dass ich meinen Vorredener direkt in Du-Form anspreche:
Dein Vertragspartner ist die KV (nicht der Patient) ... Schau Dir Deinen Punktwert für die Ersatzkassen an ...da weiste, wasde hast!
Somit ist der gesamte Text und insbesondere der Satz 'Viel Spass bei Verrecken!' nur an den Vorredner gerichtet im Sinne einer drohenden Praxisinsolvenz (=Verrrecken der Praxis). Ein Patient wurde hier nie angesprochen.
Ich empfehle dieses Buch unter Berücksichtigung der Site
http://www.arztwiki.de/wiki/Zitate:_Vollst%C3%A4ndig_und_teilweise
zu lesen.
Damit weiss jeder Leser, wie die Quellen zu diesem Buch aussehen.
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18 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Zweiklassenstaat?, 30. September 2007
Eigentlich stand ich Lauterbachs Positionen eher skeptisch gegenüber. Für das Buch habe ich mich dennoch entschieden, weil ich den Eindruck habe, dass Lauterbach es sich herausnimmt ehrlich zu sein. Außerdem kann er in seinem Spezialgebiet viel Erfahrung vorweisen. Ich halte es zwar für übertrieben von Klassen und Privilegierten zu sprechen, das Buch macht aber dennoch auf gravierende Ungerechtigkeiten aufmerksam.
Wirklich fest verankerte Klassen gibt es in Deutschland natürlich nicht. Für Lauterbach zählt wie für viele Linke nicht die theoretische Chancengleichheit, sondern ob die deutschen Bürger unterschiedlicher sozialer Milieus de facto gleichermaßen in der sozialen Hierarchie aufsteigen, indem sie z.B. ein Studium abschließen. Berechtigterweise befürchtet man daher zuerst schwer finanzierbare staatliche Gleichschaltungsaktionen, die am Ende nur das Niveau aller herunterziehen. Diese Befürchtungen haben sich bei mir aber längst nicht so stark erfüllt wie zuerst erwartet. Viele von Lauterbachs Vorschlägen zielen nämlich darauf ab, organisatorische Mängel zu beheben, die zu viel Verschwendung führen oder die eine erhebliche qualitative Verbesserung bringen. Ich möchte nur ein paar Beispiele aus dem Buch bringen.
So ist es z.B. eine Schande, dass Daten über die Qualität der Pflegeheime mit Steuergeldern erhoben werden, der Bürger sie aber nicht zu Gesicht bekommt. In ähnlicher Weise gilt dies für die Krankenhäuser. Während in der Wirtschaft Benchmarking seit Jahren erfolgreich angewendet wird und erhebliche Potentiale freisetzen kann, verzichtet man im Gesundheitssystem darauf. Und das obwohl die Daten sogar verfügbar sind. Konkret kostet diese Zurückhaltung von Daten Menschenleben und viel Geld. Zu Recht werden auch die international überdurchschnittlich vielen und langen stationären Aufenthalte von Patienten in Deutschland bemängelt, obwohl Deutschland obendrein eine sehr hohe Facharztdichte hat. Auch die Spezialisierung in den Kliniken für besonders schwierige Operationen wird nur unzureichend genutzt. Auch wurde bisher nicht der Dokumentationswahn in Pflegeheimen beendet, der hochgerechnet ungefähr 80 000 Personen innerhalb dieses Bereiches von der Arbeit abhält. Zudem sollen die kassenärztlichen Vereinigungen als Blockierer abgeschafft und Anwendungsbeobachtungen verboten werden.
Den Vorschlägen Lauterbachs zum Bildungssystem kann man auch nur zustimmen, wenn man über die neurobiologischen Erkenntnisse der letzten Jahre auf dem Laufenden ist. Es gibt zu diesem Thema zwar bedeutend Besseres und Überzeugenderes als Lauterbachs Ausführungen, aber seine Vorschläge gehen, soweit ich das sehe, alle in die richtige Richtung (Auch wenn sie nicht hinreichend für ein sehr gutes Bildungssystem sind). Vor allem wird in der Öffentlichkeit immer noch der frühkindlichen Entwicklung zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl diese Phase einen erheblichen Einfluss auf die spätere Entwicklung des Kindes hat. Deshalb sind verpflichtende ganztägige Vorschulen ab dem dritten Lebensjahr, die von gut ausgebildeten Pädagogen geleitet werden, durchaus wünschenswert. Auch der Abschaffung der Hauptschulen kann man nur beipflichten. Und eine konsequente Ausrichtung des Bildungssystems nach neuen organisatorischen, neurobiologischen und pädagogischen Kenntnissen wäre mehr als wünschenswert. Hierauf hätte Lauterbach mehr eingehen können. Wenn man z.B. bedenkt, dass Kinder die in den sog. Mehlhornschulen in die Grundschule gehen einen höheren IQ in Tests erzielen und teilweise fast ein ganzer Jahrgang die Empfehlung für das Gymnasium erhält, dann ist es ein Skandal, dass solche neuen Bildungskonzepte nicht auf breiterer Basis eingeführt werden. Von dem Potential was in den ersten sechs Lebensjahren verschenkt wird, ganz zu schweigen. Gerade Kinder aus schwierigen sozialen Milieus verpassen in der Grundschule durch das Fehlen einer guten Vorschule später den Anschluss. Das Problem dürfte hier darin liegen, dass sich Investitionen im Bildungsbereich bestenfalls erst in 15 bis 20 Jahren spürbar auf die Wirtschaft auswirken (nach Sinn). Dies ist vermutlich kein Zeitrahmen, in dem ein Politiker denkt.
Bei Lauterbachs Vorschlägen zur Pflegereform hätte ich mehr erwartet, da ich hier die z.B. von Oswald Metzger oder Henning Scherf so gelobten Senioren WGs für menschenwürdiger und kostengünstiger halte. Hier sollte der Staat bessere Anreize schaffen. Dass es jetzt im Gesundheitssystem erhebliche qualitative Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten gibt, ist natürlich richtig. Lauterbach moniert, dass die gesetzlichen Krankenkassen auch die besonders schwierigen und teuren Fälle aufnehmen müssen, während die privaten Krankenkassen sich die gesunden Patienten herausgreifen können und nicht einen Pfennig für die sozial Schwachen zahlen müssen und dennoch auf die Infrastruktur der Krankenhäuser und Ärzte zurückgreifen können. Diese Infrastruktur wird aber vom Steuerzahler gezahlt, aber z.B. bei den Universitätskliniken teilweise zu 90% von privat Versicherten genutzt. Interessant finde ich hier auch den Einwurf, dass das System der privaten Krankenkassen wohl nicht selbstständig existieren könnte.
Alles in allem ist das Buch sehr flüssig und einfach geschrieben. Die Statistiken könnten ausführlicher sein und sind nur selektiv ausgewählt. Dafür gibt es von mir vier Sterne. Generell würde ich mir mehr Politiker wie Lauterbach wünschen, die zum einen durch die Forschung etwas von ihrer Sache verstehen, aber auch versuchen ihre Unabhängigkeit gegenüber den Lobbyisten zu bewahren und sachlich argumentieren. Als eher Liberaler unterstütze ich längst nicht alle Vorschläge Lauterbachs, finde aber, dass er unter den ganzen Juristen und Lehrern im Bundestag eine echte Bereicherung darstellt und dafür vom Wähler auch belohnt werden sollte.
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40 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Sorgen um Deutschland in der Nacht - haben sie ihm den Hass gebracht?, 28. Juni 2007
Karl Lauterbach spricht in seinem Buch zum Zweiklassenstaat wichtige Probleme an. So die mangelhafte sprachliche Frühförderung in Kinderkrippen und den Druck auf die Chefärzte, möglichst viele Privatpatienten zu behandeln. Das sind vorhandene Mißstände, und im Bereich der Frühförderung wird ja jetzt einiges gemacht.
Hoffentlich viel, ohne dass ich denke, dass eine gute Frühförderung all das kompensieren kann, was anderen Kindern ein liebevolles nicht reiches Elternhaus bieten würde. Eines mit zwei Eltern, die miteinander und mit ihren Kindern sprechen und ihnen ein Vorbild sind. Denn Kinder lernen durch Nachahmen und nicht durch Erziehung.
Beim Kampf um die Privatpatienten kann ich Lauterbachs polemischen Stil, der mich an den Ton in einer Zeit erinnert, die nur noch die älteren unter uns noch in trauriger Erinnerung haben, nicht nachempfinden. Er sagt ja einerseits selbst, Chefärzte sind die, die sich durchgesetzt haben. Das heißt doch nicht, dass sie besonders gute und erfahrene Ärzte sind.
Dass Chefärzte genau wie ihre Spezialkliniken in Statistiken, gemacht von ihren eigenen Doktoranden, natürlich immer am besten abschneiden, hat doch nichts mit deren tatsächlicher Qualität zu tun.
Das sind doch keine unabhänigen Untersuchung, sondern es ist so, als würde man im Gerichtsverfahren nur eine Seite hören.
Vor Jahren musste sich eine Bekannte wegen eines Rückenmarktumors operieren lassen. Es war klar, dass es mit einer Lähmung enden würde. Aber sie wollte es, um zu überleben. Sie hat für die schwierige Operation kein Spitzenkrankenhaus gefunden, wegen des zu erwartenden schlechten Ergebnisses, sondern musste in ein Vorortkrankenhaus gehen, ohne Statistiken. Der Orthopäde dort operierte alles und zwar sehr gut. Und auch die Fälle, die die besser ausgestatteten Krankenhäuser wegen ihres Rufes nicht annehmen wollten. Erst an dem Beispiel dieser Bekannten habe ich verstanden, wieso.
Auch wenn man wissenschaftliche Untersuchungen liest, muss man den wirtschaftlichen Zusammenhang in dem sie entstehen, begreifen. Lauterbach kehrt überall heraus, dass er in Harvard studiert hat. Aber das scheint er gar nicht verstanden zu haben. Vielleicht kam Harvard für ihn zu spät.
Er nimmt sogar an, dass seine Studenten besonders gut sind, weil sie ein Einser oder Zweier Abitur haben. Aber was dahinter steckt, sind doch die um ihr überleben kämpfenden Gymnasien, die mit Supernoten um Schüler kämpfen, die allenthalben fehlen. Und da ziehen Noten nun mal.
So wie dort merkt man allen Ecken und Enden dass Lauterbach das Zustandekommen von Bewertungen und Statistiken zuwenig hinterfragt. Vielleicht weil ihn ein früh erworbener Hass am Denken hindert? Ist ihm der Umgangston, in dem er seine Denkanstöße gibt, schon im Elternhaus vorgelebt worden, so dass er jetzt alle Säuglinge in eine Krippe stecken will? Man fragt sich, was Lauterbach als Kind mitgemacht hat, um so über andere Menschen zu schreiben. Besonders in einem Buch, das man ja mehrmals überarbeitet.
Als Menschen verachtend stößt mir der Ausdruck Mietmaul für Professoren auf, die Kontakte zur Pharmaindustrie pflegen. Die von uns gewählten Regierungen haben doch unsere früher unabhängigen Professoren gezwungen Gelder der Industrie einzuwerben. Ich halte das auch für ein trauriges Kapitel. Aber muss man deshalb die Menschen mit abwertenden Ausdrücken verunglimpfen, die sich jetzt in dieser Zwangslage befinden?
Lauterbach fängt damit an, dass in Amerika ein unversicherter Magenkrebspatient nur mit Stillung der Magenblutung behandelt wird.
Statt mit? Was meint er, was man bei Magenkrebs mit Symptomen noch machen kann? Klar kann man behandeln und wir Versicherten werden ja heute auf Deuvel komm raus untersucht und behandelt. Aber verlängert das das Leben?
Lauterbachs Kollege Hoelzel hat ja noch vor kurzem nachgewiesen, dass bei metastasierendem Organkrebs die Lebenserwartung seit Einführung der intensiven Chemotherapie gesunken ist. Bei Tieren wie Hunden und Katzen funktioniert sie auch nicht. Und das wissen die Onkologen auch. Aber sie leben davon und deshalb müssen sie es machen. Bei uns bei jedem. In Amerika bei jedem, der dafür bezahlt.
Ich verstehe ja, dass ganz unbedarfte Menschen meinen, mehr sei besser. Aber jemand der lange in Harvard studiert hat und das dauernd herauskehrt. Da frage ich mich doch, was hat er da gemacht und wie verunsichert ist er in seinen Wertmaßstäben, dass er das dauernd demonstrativ darstellen muss?
Genau wie die Worthülse qualitativ hochwertig, die sich durch seinen Text zieht, wie das Weltniveaus durch die DDR.
Sehr recht hat Lauterbach mit seiner Warnung vor neuen und deshalb teuren Medikamenten, mit denen bei uns hauptsächlich Privatpatienten beglückt werden. Denn dass sie besser sind, ist leider nicht so sicher, wie dass die Nebenwirkungen noch wenig bekannt sind. An Beispielen, die wirklich wichtig wären, bringt er da leider zuwenig. Da wäre ja einiges.
Zum Beispiel EPO, ein teueres Medikament, das nicht nur den Radfahren aufs Fahrrad hilft. Es macht auch gut betuchte Krebspatienten munter. Eine Spritze kostet ca. 500 Euro und die bösen gesetzlichen Krankenkassen zahlen es ungern, wenn es gegen Müdigkeit, heute gerne Fatigue genannt, verordnet wird, da man gegen Müdigkeit natürlich auch ein Nickerchen machen könnte.
Leider hat sich mittlerweile herausgestellt, dass es die Lebenserwartung mancher Krebspatienten glatt halbieren kann. Denn nicht nur die Roten Blutköperchen, auch die Krebszellen werden dadurch zur Teilung angeregt.
Aber EPO ist nicht das einzige Desaster, das bevorzugt Privatpatienten zu frühen Erblassern macht und dass im Moment gerade Brustkrebspatientinnen von angeblichen Selbsthilfegruppen untergejubelt wird. Garniert mit dem als Geheimtipp garnierten Hinweis, dass eingeschüchterte Ärzte aus Angst vor finsteren Krankenkassenfinanzvorständen vor der Verordnung zurückschrecken.
Auch die Mißbildungen durch Contergan waren eine Epidemie bei den Kindern von Privatpatientinnen, die gegen Einschlafstörungen, immerhin eine relativ harmlose Krankheit, das Tollste und Neueste bekamen, was sich gerade auf dem Markt tummelte. Eben Contergan.
Wer wurde zuerst Opfer der augenblicklichen Brustkrebsepidemie? Das waren die Töchter reicher Leute, oft von Ärzten, die mit der Flasche die künstliche Säuglingsernährung bekamen, verseucht mit einem Rinderleukämie Virus namens BLV, der in der Frau nicht Leukämien macht, sondern sich in ihren Brustkrebszellen wiederfindet.
Wer wurde voll von der letzten Brustkrebswelle getroffen? Die gut versicherten Frauen, die gegen Beschwerden der Wechseljahre mit Progestinen versetzte Hormonersatz Tabletten bekamen. Diese Hormone aktivieren das Rinderleukämie Virus nämlich noch. Seit sie weniger verordnet werden, geht die Rate zum ersten mal wieder leicht zurück.
Dann die teuren beschichteten Stents, die auch nur die Privatpatienten bekommen. Sie stehen mittlerweile in Verdacht, Herzattacken auszulösen.
In der Beziehung bestehen bei der Medikamentenverordung tatsächlich große Qualitätsunterschiede und es ist gut, dass Lauterbach darauf aufmerksam macht. Denn der Kassenpatient bekommt seit Jahren erprobte Generika und der Privatpatient als freiwilliges Versuchskarnickel der Pharmaindustrie, das Neueste, was auf dem Markt ist. Aber ich höre keine Wort des Mitgefühls für die Privatpatienten, als wären sie keine Menschen. Nur Neid und Hass.
Privatpatienten leben länger, aber nicht wegen der Behandlung, sondern weil die Sozialämter Drogensüchtige, Aidsinfzierte und Obdachlose alle in die gesetzlichen Krankenkassen stopfen. Dort senken sie die durchschnittliche Lebenserwartung, genau wie die Migranten. Lauterbach weiss das auch, wie er mir selbst gesagt hat, aber er schreibt etwas anderes.
Dabei haben Mensch und Menschin heute gar nicht die Angst zu wenig behandelt zu werden, sondern als Pflanze noch jahrelang an der Magensonde zu hängen; gefesselt, damit sie sich das Ding nicht rausreissen können. Aber was für den einen das Grauen, sind für den anderen Arbeitsplätze im Pflegebereich.
Pflegeheime, in denen auch die, die nicht mehr wollen und können mit Spritzen gegen Thrombose am Sterben gehindert werden.
Warum nehmen die Männer die Mittel gegen Bluthochdruck, die Lauterbach ihnen ans Herz legt, nicht?
Diese Mittel senken den Blutdruck nicht nur in den Herzkranzgefäßen. Auch die Gefäße anderer Organe sacken zusammen. Besonders die eines Organs, dessen gute Durchblutung manchem Mann wichtig ist. Vielleicht wichtiger als die Statistik der deutschen Lebenserwartung hochzutreiben.
Auch kinderlose Hausfrauen, die nie berufstätig waren, leben sehr viel länger als Mütter, die arbeiten. Sollen wir deshalb auf alles verzichten? Damit Deutschland an erster Stelle in der Lebenserwartung steht und ausstirbt?
Denn das ist, was an Lauterbachs Argumentation besonders unreflektiert wirkt. Dieser ständige Hinweis darauf, dass Deutschland bei irgendwas nicht an der Spitze steht. Warum sollen die Chinesen oder Inder nicht auch bei etwas besser sein? Meint er, wir sind besondere Menschen? Oder sollten es sein? Immer die Ersten?
Man lernt ja nicht viel aus der Geschichte. Aber vielleicht hätte Lauterbach gerade in dieser Hinsicht in Deutschland mehr mitbekommen können als anderswo. Insofern kann ich seine Fortbildung in Harvard leider nicht begrüßen. Auf mich wirken die ständigen Hinweise peinlich.
Aber der Ochse spricht ja auch immer von seiner Operation und wer hat das Herz, es ihm zu verübeln.
Es fällt mir schwer zu sagen, ob man das Buch lesen sollte. Denn ob Lauterbach von Sorge oder von Hass getrieben wird, ist die Frage, die hier...
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