die idee eines ungleichen, aber unzertrennlichen duos ist so alt wie die literatur selbst. Hermann Hesse z.b. hat mit "Narziß und Goldmund" ein stück literaturgeschichte geschrieben. Andrea de Carlo ist es gelungen, ein nicht minder anspruchsvolles und spannendes buch zu schreiben, das durchaus autobiographische züge aufweist. der eher zurückhaltende Mario, in der rolle des erzählers, hängt sich an den charismatischen Guido, der nicht nur als wortführer und "agitator" auftritt, sondern dem freund auch mal nebenbei ein mädchen ausspannt. erst als Mario ohne dessen erdrückende präsenz ein mädchen kennenlernt, vermag er sich abzunabeln und seinem leben einen akzeptablen sinn zu geben. gemeinsam mit ihr kauft er ein kleines stück land mit zwei baufälligen hütten, die er in liebevoller aufbauarbeit zu einem lebenswerten ort gestaltet. Mario bekommt sein leben in den griff und erlangt eine lange vermißte ruhe und zufriedenheit. mit Guido indes stand er immer in brieflichen kontakt, sodaß sie sich nach vielen jahren endlich wieder treffen. und sofort ist es wieder da, das alte feuer, die alte verbundenheit, diese jugendliche euphorie. doch hinter der energiegeladenen fassade von Guido verbirgt sich nur rastlosigkeit und unruhe. De Carlo's temporeiche sprache nimmt den leser bis zur letzten seite gefangen. die schilderungen der gefühlswelt der beiden protagonisten verfällt nie in ein schablonenhaftes muster. nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt. es ist, als hätte de Carlo die geschichte selbst erlebt.
"Zwei von Zwei" endet in einer wunderschönen und zugleich tragischen metapher, die dem leser schier den atem nimmt und über die lektüre hinaus innehalten läßt.
"Zwei von Zwei" ist große literatur !