Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Kind jeden Adventsabend bettelte, noch etwas länger aufbleiben zu dürfen. Meistens durfte ich. Denn der Adventsvierteiler im ZDF war eine Institution. Der Seewolf, Der Kurier des Zaren, Die Schatzinsel, Tom Sawyer und Huckleberry Finn und eben Zwei Jahre Ferien wuurden zu Meilensteinen der Fernsehunterhaltung. Leider ist die Tradition des Adventsvierterilers inzwischen zugunsten von Spielshows, Volksmusik und anderem Verdummungs-TV abgeschafft worden.
Nun gut, aus heutiger Sicht kommt auch mir der Stil der ziemlich freien Jules-Verne-Verfilmung teilweise ein wenig altbacken vor, aber gerade das ist das Schöne. Bei der heutigen Reizüberfluteng, alles ist bunter, schnelelr, lauter und hektischer, tut so ein schnörkelloser Abenteuerschinken richtig gut. Überrascht hat mich die für den Preis doch recht hübsche Aufmachenung der Doppel-DVD. Da haben oftmals viel teurere Ausgaben mit ihren billigen Plastikhüllen wesentlich weniger zu bieten. Das kleine Booklet enthält kurze Intervies mit Franz Seidenschwan und Marc di Napoli sowie eine kurze aber sehr interessante Abhandlung über die Produktion der Miniserie, die größtenteils in Rumänien gedreht wurde. Kann sein, dass Dolby-Surround- und HDTV-Junkies wieder was zu meckern haben. Aber insgesamt sind die Filme gut überarbeitet worden, ohne den Charme der 70er-Jahre-Technik zu verlieren. Auf meinem guten alten Röhrenfernseher sind Bild und Ton jedenfalls absolut in Ordnung. Auch das Bonusmaterial ist natürlich nach heutigen Maßstäben etwas dürftig. Aber im Mittelpunkt sollte auch der Film stehen. Das scheint heute manchmal vergessen zu werden.
Fazit: Auch wenn Zwei Jahre Ferien im Erwachsenenalter nicht mehr ganz so spannend und aufregend wirkt, wie als Kind - frisch gebadet in Pyjama und Bademantel vor dem Fernseher - und Dick Sand nicht mehr mein großer Held ist, so ist es doch eine schöne Zeitreise, die viele Erinnerungen wachruft.