Auf dem Eselsrücken durch den sardischen Süden, ein Plot mit Potential, den das Autoren-Duo Speidel / Maccallini jedoch total vermasselt hat.
Da flüchtet eine Schwarzafrikanerin aus Mali, ist erst in Algerien, dann plötzlich in Marokko (Tanger) und sucht dort ein Schiff nach Österreich. Von Tanger nach Gibraltar wären es nur 40 Kilometer. Warum die Hochschwangere dann in Tanger ein Böötchen besteigt, mit dem sie mal eben 1.740 Kilometer quer durch das Mittelmeer Richtung Lampedusa tuckert, das weiß wohl nur Frau Speidel. Kein Wunder, dass unterwegs das Benzin ausgeht. Oder der Lektor einschläft.
Dieser und weitere handwerkliche Fehler sprechen schon für sich. Aber darüber hinaus ist das ja wohl ein so peinliches, selbstverliebtes, antiquiertes, klischeehaftes Geschreibsel, dass ich mir spontan eine Flasche Mirto zum Schönsaufen herbeiwünschte. Wenn's nicht um Sardinien gegangen wäre, hätte ich bei Seite 13 kapituliert. Beim Weiterlesen bin ich dann auf Seite 159 auf diese göttliche Zeile gestoßen: "Ein Fuchs oder ein Hase flitzte vor uns über die Straße." hat Bruno Maccallini messerscharf vom Eselsrücken aus beobachtet. Welch ein Niveau!!! - Glückwunsch jedem, der das Buch bis zum Ende aushält!