Dieser Titel entspricht dem ungarischen Originaltitel und ist somit treffender als die verunglückte Uebersetzung "Von der Erhaltung der Materie". Das Buch beinhaltet zwei Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, bei näherem Hinsehen aber doch über einen Verwandlungsprozess verbunden sind. Auf der Suche nach alten Familiendokumenten kehrt Fabian Fabert in das Dorf zurück aus dem seine Vorfahren einst vertrieben wurden. Das Dorf der Träume in der Gegenwart zu erleben ist eine Gratwanderung, die K. Méhes hervorragend rausarbeitet, mit äussert feinem psychologischen Gespür, sehr spanned und lesenwert. Kern der Geschichte ist ebenfalls die Liebe von Fabian zu dem Postfräulein Gisela. Er erlebt sie als tugendhaftes junges Mädchen und zerbricht als er unverhofft ihre andere Seite erfahren muss, Gisela als Tänzerin in einer schmuddligen Bar.
Auch in der zweiten Geschichte "zwei Bärte" erlebt Méhes als Titelheld der Geschichte die Wandlung der burschikosen Jelena, eine Frau die keine Gefühle zu haben scheint zu einer Frau voller Gefühle. Jelena trägt ebenfalls unverhofft ein jüdisches Klagelied vor und verblüfft ihre Zuhörer.