Hinweis:
Das Original dieser Rezension stammt vom 30.01.2008, eine Ergänzung vom 06.02.2008 findet sich am Ende.
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Seit ca. einer Woche bin ich, da ich mich aus beruflichen Gründen näher mit dem Thema auseinandersetzen will, mehr oder - mittlerweile minder - stolzer Besitzer dieses nicht gerade preiswerten Titels.
Durch Empfehlung in (m)einem themenbezogenen Internetforum wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Die Praxis des Zwangsversteigerungsverfahrens - klingt genau nach dem, was ich wollte:
Praktische Tips, klare Arbeitsanweisungen - so wenig Theorie wie möglich, aber soviel wie nötig.
Genau dieses Ziel, so mein Eindruck nach den ersten 60 der ca. 760 Inhaltsseiten, verfehlt der Autor grundlegend.
Von Anbeginn des Buches an werden bereits sehr hohe Anforderungen an die theoretischen Vorkenntnisse an den Leser gestellt; mein Eindruck ist, daß es fast keinen Satz gibt, der nicht ohne Gesetzbuch gelesen werden kann. Schlüssige Erklärungen der seeehr vielfach zitierten §§ an der Stelle, an der sie erwähnt werden, fehlen praktisch gänzlich.
Unverständlich sind größtenteils auch die als "Thesenseiten" bezeichneten Inhalte, deren Sinn sich mir auch beim zweiten Lesen nicht erschließt. Immer wieder, fast schon gebetsmühlenartig, erwähnt der Autor eine "hohe Flexibilität des Zwangsversteigerungsverfahrens", ohne dem Leser verständlich klarzumachen, wieso dem so sein soll.
Ein klares Konzept bzw. eine nachvollziehbare Struktur vermisse ich jedenfalls ebenso wie wirklich sofort umsetzbare Tips oder Grundlagenbeschreibungen, die auch nachvollziehbar wären.
Viel schwerer noch wiegt für mich das Manko, daß dieses Buch - jedenfalls zu Anfang - keine Grundlagen vermittelt:
Der Autor verliert zumindest in dem Teil, den ich bislang gelesen habe, scheinbar völlig aus den Augen, daß es auch Menschen gibt, die nicht über seine Berufspraxis im Zwangsversteigerungsverfahren verfügen. Nach seinen Angaben war er selbst mehr als 20 Jahre in einer Großsparkasse tätig und ist seit 16 Jahren RA. Scheinbar hat er dabei das nötige Gefühl dafür verloren, was die Grundlagen bedeuten und mit welchen Grundlagen jemand, der sich an dieses komplexe Thema wagen will, an die Sache gehen könnte.
Ein gewöhnlicher Gläubiger oder Schuldner dürfte von den Ansprüchen dieses Buches hoffnungslos überfordert sein.
Dem Kaufinteressenten sei empfohlen, das Buch, möglicherweise am besten in der örtlichen Buchhandlung, eingehend zu prüfen, um zu sehen, ob es wirklich das ist, was er sucht. Wenn Sie bislang wenig praktische Erfahrung mit der Zwangsversteigerung haben, halte ich diesen Titel bislang nicht für die richtige Einstiegslektüre, mehr darüber zu lernen.
Ich lasse mich mal überraschen, ob es irgendwann noch lesenswert und verständlich wird; ansonsten findet es wohl demnächst schon den Weg zum Wiederverkauf.
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Update / 06.02.2008:
Nach ca. 20 weiteren Seiten, durch die ich mich mühsam durchkämpfen mußte, bin ich endgültig dazu gekommen, das Buch abzugeben. Meine Meinung, die ich schon oben geschildert habe, hat sich vollends bestätigt. Das Buch ist m. E. aufgrund seines unstrukturierten Aufbaus, der hohen Anforderungen an Vorkenntnisse, des übermäßigen Anteils an Theorie und insbesondere fehlender Grundlagenbeschreibungen nicht dazu geeignet, demjemigen, der sich mit der Materie beschäftigen möchte, eine Einführung und eine Vertiefung von Fachwissen und Ablauf von Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung näherzubringen.
Je tiefer man in das Buch einsteigt, um so unverständlicher wird es. Wichtige Begriffe, die ständig Verwendung finden, bleiben durchgängig unerklärt, was das Verstehen der Ausführungen unmöglich macht, wenn man nicht schon umfassende Vorkenntnisse hat (wegen derer man sich allerdings eigentlich einen Titel wie den vorliegenden anschafft!).
Ich bezeichne dieses Buch für mich als Fehlkauf. Bedauerlich ist, daß ich es nicht einmal guten Gewissens weiterverkaufen könnte, da ich finde, daß dieses Buch (klingt hart, ist aber meine Meinung !) es nicht wert ist, gekauft zu werden. Ich ärgere mich sehr darüber, so viel Geld dafür ausgegeben zu haben.
Nunmehr werde ich mich wohl nach einem anderen Buch umsehen müssen, das das hält, was vorliegendes Buch verspricht.