Das vorliegende Buch ist ein Ratgeber für Familienangehörige, Partner, Freunde, Arbeitskollegen und andere Menschen, die einem Zwangskranken nahe stehen.Es ist in sieben informative Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel werden Zwangserkrankungen im Allgemeinen beschrieben und verschiedene Zwangsarten (z.B. Wasch- und Reinigungszwänge) näher erläutert und mittels Fallbeispielen beschrieben. Außerdem bietet das erste Kapitel eine Checkliste, die als Überblick über die verschiedenen Arten von Zwängen dient. Da Zwangsstörungen Ähnlichkeiten mit einer Reihe von anderen psychischen Erkrankungen aufweisen, verdeutlichen die Autoren dem Leser eine Abgrenzung des Zwangs durch Erklärungen und Beispiele. Ob eine Angewohnheit noch normal ist, oder doch schon zwanghaft, kann nicht immer leicht beantwortet werden und bedarf genauerer Untersuchung.
Das 2. Kapitel widmet sich der Entstehung von Zwangsstörungen und warum sie mit der Zeit nicht von alleine wieder weggehen. Die Autoren verdeutlichen, dass an der Entstehung von Zwängen immer mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Als Angehöriger ist man oftmals in die Zwangsrituale eingebunden und bestärkt (oft unbewusst) den Betroffenen in seinem Zwangsverhalten.
Im darauf folgenden Kapitel werden dem Leser Selbsthilfe- und Therapiemöglichkeiten für Menschen mit einer Zwangsstörung aufgezeigt. Es wird auf verschiedene Arten von Psychotherapie eingegangen und die Behandlungsabläufe erklärt, wodurch dem Leser ein klares Bild vermittelt wird. Weiterhin werden die häufigsten Medikamente, die bei einer Zwangserkrankung in Frage kommen erklärt.
Doch wie kann man einem Betroffenen konkret helfen? In Kapitel 4 wird explizit noch einmal auf diese Fragestellung eingegangen. Das A und O ist es, sich um den Betroffenen und auch um sich selbst zu kümmern. Denn nur wem es selbst gut geht, kann diese Stärke an den Betroffenen weitergeben und ihn unterstützen. Mit Beispiel-Gesprächen und Empfehlungen geben die Autoren dem Leser eine solide Grundlage an Informationen mit an die Hand, um dem Betroffenen eine gute Hilfe zu sein und auch bei Übungen unterstützen zu können.
Im Kapitel 5 findet der Leser gute Tipps, um die eigene Balance aufrecht zu halten und selbst gesund zu bleiben. Im sechsten Kapitel gibt es eine Art FAQ, was häufig aufkommende Fragen direkt beantwortet. Direkt im Anschluss findet man als Leser im letzten Kapitel die Literaturangaben, die Anreiz zu weiteren hilfreichen Büchern geben. Außerdem listen die Autoren Selbsthilfeempfehlungen und einige Kontaktadressen auf, die dem Leser die Möglichkeit geben, sich weiter zu informieren und Betroffenen direkt Anlaufstellen empfehlen zu können.
Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Ratgeber für jeden, der sich über das Thema Zwang informieren möchte. Es werden viele Fakten anhand von Beispielen anschaulich erklärt, wodurch auch Angehörige oder Freunde die Zwangs-Problematik gut nachvollziehen können.