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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klassiker!,
Von Torsten Kaiser (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen (Taschenbuch)
Pottsville. Ein Kaff im Süden der USA. Sheriff Corey simuliert den feigen Trottel, doch wer sich mit ihm anlegt, verliert. Manchmal sogar das Leben.Das aus der Sicht Coreys erzählt, mit Sprachwitz (bevorzuge ebenfalls die alte Übersetzung) und Ironie, das ist der Zuckerguss auf diesem köstlichen Kuchen, einem großartigen Stück Literatur aus den an großartiger Literatur nicht armen Südstaaten. Thompson stellt die sozialkritische Linse scharf und seziert "Ewig Menschliches". Coreys Bösartigkeit - obligate Reaktion auf Bigotterie, Niedertracht und Dummheit seiner Mitmenschen? Eine Fragestellung als Prämisse, die u.a. von Burgess in "Clockwork Orange" variiert wird. Thompsons Krimi steht in meiner persönlichen Rangliste ganz weit oben. Es ist der nihilistischste Roman, den ich von Thompson gelesen habe, aber auch der witzigste. Unbedingt lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hallelujah!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen (Taschenbuch)
Jim Thompson setzt fort, womit er in Der Mörder in mir begonnen hat: im Mittelpunkt steht der Ich-Erzähler Nick Corey. Er ist Sheriff in der Kleinstadt Pottsville im Süden der USA. Feigheit, Opportunismus und Gottesfürchtigkeit sind seine ausgeprägtesten Eigenschaften.Der Roman ist keine Fortsetzung von Der Mörder in mir, die Hauptfiguren sind sich aber ähnlich; sie könnten Brüder sein. Mord, Erpressung, Lynchjustiz stehen bei beiden auf der Tagesordnung. Durch seinen Ich-Erzähler zwingt Thompson den Leser, sich mit den Gedanken, den Ansichten und Taten von Nick Corey auseinanderzusetzen. Spannend ist es vor allem zu sehen, was Corey unternimmt, um seinen Kopf aus allen möglichen Situationen zu retten. Wie er Intrigen einfädelt, wie er die Leute manipuliert. Thompson setzt seinen Helden so bedrängenden Situationen wie möglich aus; er macht es ihm so schwierig wie möglich. Als Leser 'zittert' und denkt man mit dem Ich-Erzähler mit - auch wenn er ein Monster ist. Bei seinem Erscheinen 1964 ist das Buch ignoriert oder abgelehnt worden. 1981 hat Bertrand Tavernier diesen Roman unter dem Titel Der Saustall / Clean Up ( Coup de torchon ) ( Clean Slate ) verfilmt, mit Philippe Noiret in der Hauptrolle. Nun gibt es - endlich eine neue Möglichkeit Jim Thompson zu entdecken: der Diogenes-Verlag hat vier Romane Thompsons neu herausgegeben: Der Mörder in mir, Getaway, Muttersöhnchen und diesen. Wer eine klare, schnörkellose Sprache mag, mit einem unmoralischen Helden in einer intelligent erzählten, abgründigen Noir-Geschichte, der sollte bei diesem Buch sofort zugreifen - und sich gleich die anderen Romane von Jim Thompson sichern! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Portrait Satans,
Rezension bezieht sich auf: Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen (Taschenbuch)
In diesem weiteren Meisterstück Thompsons, welches man auf keinen Fall mit "The Killer Inside Me" vergleichen kann (Lou Ford, der Protagonist in "The Killer Inside Me" zeigt völlig andere Züge, der Roman ist auch anders aufgebaut und warum sollte ein Autor wie Thompson sein eigenes Wek kopieren?), findet man nicht nur im "zwischen den Zeilen lesen" ein grandios dargestelltes Bild eines wahnsinnigen Satans der in seiner Übersteigerung sich für den Christus hält um seine pathologischen Seelenabgründe zu rechtfertigen. "Nur weil ich Leute in Versuchung führe bedeutet es nicht das sie der versuchung erliegen müssen" lautet einer der größenwahnsinnigsten Sätze des Protagonisten.Mit Recht zählt dieses Buch zu einem der besten der Weltliteratur und gleichfalls zu Recht wird Thompson der Dostojewskij des Hardboild Crime Genres genannt. Dieses Buch geht an die Grenze, es weist in keiner Zeile irgendein Abglanz vom guten Geschmack des Mainstreams auf, ist durch und durch rabenschwarz und absolut authentisch und gerade deswegen genial - es konnte nur von einem geschrieben werden der von seinem Handwerk und von den Abgründen der menschlichen Seele etwas versteht. Ein weiteres geniales Mittel das Thompson einsetzt ist die Ich- Form des Protagonisten. Man wird als Leser dadurch angeleitet alles nicht nur von außen mitzumachen, sondern von innen nachzuvollziehen und eine schützende Distanz ist nahezu nicht möglich. Dadurch ist man nach dem Genuß der Lektüre (gesetzt den fall man läßt sich darauf ein) ein anderer. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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